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Standort für Kehrgleis der Linie 2 ist wieder offen

Stadtbahnverlängerung Standort für Kehrgleis der Linie 2 ist wieder offen

Die Pläne der Region, die Stadtbahnlinie 2 bis zur Haltestelle Galgenbergweg zu verlängern und dort ein Kehrgleis zu bauen, sind in Laatzen auf Widerstand gestoßen. Stattdessen wird eine Verlängerung bis Gleidingen gefordert. Was spricht dafür, was dagegen? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

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Ein Kehrgleis beim Galgenbergweg ist wegen der engen Bebauung und befürchteter Einschränkung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer in Laatzen nicht gewollt.

Quelle: Astrid Köhler

Rethen/Gleidingen. Wer hat entschieden, dass die Linie 2 bis zum nun umstrittenen Standort Galgenbergweg verlängert und das Kehrgleis dort gebaut werden soll?

Der Galgenbergweg ist im aktuellen Nahverkehrsplan 2015 der Region Hannover als Wendepunkt mit Kehrgleis für die Linie 2 festgelegt. 2011 hatte der Verkehrs- und Regionsausschuss den Planungsbeginn beschlossen, 2014 dann die Planung eingeleitet.

Warum wird die Linie 2 nur bis Rethen-Süd und nicht gleich bis Gleidingen verlängert?

Die Region hält dies für unwirtschaftlich: Bereits für die Verlängerung bis Rethen Süd wird zusätzlich zu den elf bereits auf der Strecke der Linie 2 verkehrenden Zügen eine weitere Stadtbahnzug benötigt, um die Taktzeiten halten zu können. Würde die Linie noch drei Haltestellen weiter bis zur Station Am Leinkamp verlängert, wäre ein zweiter zusätzlicher Zug erforderlich. Ein TW 3000, wie er auf der Strecke der Linie 2 eingesetzt werden soll, schlug bei der ersten Liefertranche mit 2,5 Millionen Euro zu Buche. Zu den Anschaffungskosten für einen zusätzlichen Zug kämen bei einer weiteren Verlängerung noch Betriebskosten für Personal, Energie und Instandhaltung hinzu.

Kommt die Laatzener Kritik an den Plänen für die Region überraschend?

Nein. Im Zuge der Beteiligung hatte die Stadt schon frühzeitig Bedenken angemeldet. In der Stellungnahme für den Nahverkehrsplan 2014 warb sie dafür, die Linie 2 langfristig um die drei Gleidinger Haltestellen Orpheusweg, Thorstraße und Am Leinkamp zu verlängern. Hauptargument war die Stärkung des öffentlichen Nahverkehr in den wachsenden Ortsteilen Gleidingens sowie dem benachbarte Ingeln-Oesselse.

Ein Kehrgleis am Galgenbergweg ist aufgrund der engen Bebauung und befürchteter Einschränkung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer in Laatzen nicht gewollt: Wie geht es nun weiter?

Die Region hat nach der öffentlichen Kritik weitere Prüfungen angekündigt. Sie will allerdings zunächst nur eine alternative Kehrmöglichkeiten finden, die sich leichter und ohne zusätzliche Züge realisieren lässt, zum Beispiel im unbebauten Bereich der Gleidinger Buswendeschleife nahe der Haltestelle Orpheusweg. Der Stadt reicht das nicht: Bürgermeister Jürgen Köhne hat die Regionsvertreter bei der Ortsratssitzung öffentlich gebeten, die Verlängerung der Linie 2 bis Gleidingen-Süd zu prüfen.

Was wäre nötig, damit eine Verlängerung der Linie 2 in Gleidingen geplant werden kann?

Dafür ist formal die Aufnahme in den Nahverkehrsplan 2020 erforderlich, an dem die Stadt Laatzen wieder beteiligt wird. Diese kann erneut auf eine Verlängerung der Linie 2 drängen. Die Region passt dann im Idealfall die Planung im Sinne Laatzens an. Das letzte Wort über den Nahverkehrsplan 2020 und den Standort für das nötige Kehrgleis hat die Regionsversammlung. Gewisse Hoffnungen ruhen somit auch auf den beiden Laatzener Regionsabgeordneten Ernesto Nebot (SPD) und Angelika Rohde (CDU).

Am Ortsausgang Gleidingens gibt es bereits eine Weiche, die in Leserbriefen schon als Kehrgleis bezeichnet wurde. Worum handelt es sich?

Auf jeden Fall nicht um ein Kehrgleis sondern eine Verbindung zwischen den Streckengleisen der Linie 1 zwischen Gleidingen und Heisede. Im Falle einer Streckensperrung oder bei anderen Betriebsstörung können Züge dort die Fahrtrichtung wechseln – oder wie es im Fachjargon heißt: „kurzkehren“.

Kann die „Kurzkehr“-Weiche in Gleidingen nicht auch einfach so als Kehrgleis für die verlängerte Linie 2 genutzt werden?

Nein, denn sobald dort ein Zug wendet, können keine Stadtbahnen der Linie 1 mehr durchfahren. Deren fahrplanmäßiger Betrieb wäre massiv gestört. Was ist für den Umbau der Weiche zu einem echten Kehrgleis nötig? Auf einer Länge von mehreren Hundert Metern müsste ein zusätzlicher, separater Gleisabschnitt gebaut werden. Dieser müsste lang genug sein, damit mindestens ein, vermutlich aber sogar zwei Drei-Wagen-Züge der Linie 2 Platz haben. Das separate Gleis wäre mit einer zusätzlichen Weiche an die Streckengleise anzubinden. Insgesamt würde der Gleisbereich auch noch um einige Meter breiter – zur Straße hin oder aber auf der Ostseite in Richtung Sportplatz.

Ist ein Kehrgleis in Gleidingen nicht einfacher zu realisieren als am Rethener Galgenbergweg?

Bisher gibt es noch keine weitere Planung als die drei vorgestellten Varianten für die Haltestelle Galgenbergweg. Der Aufwand lasse sich daher schwer abschätzen, heißt es im Regionshaus. Fakt ist aber: Im Gegensatz zum Galgenbergweg gibt es in Gleidingen noch mehrere zumindest teilweise unbebaute Flächen entlang der Gleise.

Mit welcher Entwicklung der Fahrgastzahlen ist bei einer Verlängerung der Linie 2 zu rechnen?

Derzeit werden pro Werktag
2800 Einsteiger in Rethen und 1600 Einsteiger in Gleidingen gezählt. Die Region erwartet mit der Verdichtung des Fahrtenangebotes von aktuell drei auf künftig dann neun Fahrten pro Stunde und Richtung eine steigende Nachfrage. Zu bedenken ist auch: Sowohl in Rethen als auch in Gleidingen gibt es größere Neubaugebiete.

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Von Astrid Köhler

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