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Streik treibt Stadtbahnfahrgäste in Busse und Taxis

Laatzen Streik treibt Stadtbahnfahrgäste in Busse und Taxis

Verwaiste Stadtbahnhaltestellen, volle Busse und Taxifahrer im Dauereinatz: Wegen des Streiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Üstra-Betriebshof Döhren fährt am Freitag keine einzige Stadtbahn durch Laatzen. Tausende Fahrgäste müssen nun Alternativen finden, um zu ihren Zielen zu kommen.

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Den ganzen Freitag über bleiben die Bahnsteige wie in Alt-Laatzen an der Birkenstraße weitestgehend leer und fahren wegen des Verdi-Streiks keine Stadtbahn durch Laatzen.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Wo sich sonst Trauben von Menschen sammeln und im 10-Minuten-Takt Stadtbahnen stoppen und abfahren, herrscht am Freitag gähnende Leere. Grund ist der Streik von Verdi im Betriebshof Döhren. Die Gewerkschaft fordert eine Anhebung des Weihnachtsgeldes von 86 auf 100 Prozent. In dem vom Streik betroffenen Betriebshof starten und enden die Stadtbahn­linien 8 sowie die Laatzen bedienenden Linien 1 und 2. Für einen Tag ist Laatzen komplett vom Stadtbahnverkehr abgeschottet. Eine Alternative bieten die Busse zur Messe und ein Umstieg in die Stadtbahnlinie 6, die nicht vom Streik betroffen ist.

"Normalerweise nutze ich die Bahn und bin damit schneller", sagte Michael Lange, während er mit zahlreichen weiteren Fahrgästen in Laatzen-Mitte auf den Bus wartete: "Sowas sollte man auch bedenken und Streits nicht einfach auf dem Rücken der Kunden austragen." Ausfälle bei der Deutschen Bahn verschärften die Situation. Erina Makowski, die sonst mit der Stadtbahn von Hannover zur Arbeit nach Laatzen kommt, musste gleich doppelt umplanen: "Heute wollte ich auf die S-Bahn umsteigen und bis zum Messebahnhof fahren, aber die Strecke ist wegen des Unwetters auch ausgefallen." Der Weg zur Arbeite dauerte für sie so eine Stunde länger.

Taxis im Dauereinsatz

Bei der Laatzener Taxizentrale herrscht wegen des Streiks Ausnahmezustand. Die 25 Fahrzeuge seien permanent im Einsatz und könnten nicht mehr an Taxiständen halten sondern nur noch telefonisch gerufen werden, erklärt Geschäftsführer Michael Romberg-Kowalski. "Es ist ein extremes Chaos. Wir sind im Dauereinsatz und die Kunden müssen länger warten. Dadurch sind sie natürlich genervt", so Romberg-Kowalski: "Allerdings haben sie auch viel Verständnis für die Situation. Sie wissen, dass es nicht unsere Schuld ist." 

Bei der Üstra hielt sich die Anzahl der Beschwerden in Grenzen. "Wir haben einige Rückmeldungen über die Hotline und soziale Netzwerke bekommen, aber im Großen und Ganzen haben sich die Leute wohl damit arrangiert", sagt Pressesprecher Udo Iwannek. Es sei zwar ärgerlich, dass sich die Ausfälle in dieser Woche mit dem schweren Sturm am Donnerstag und dem Busstreik ballen würden, allerdings sei er auch froh, dass der Streik in die Ferienzeit fiele, da sonst auch Schüler betroffen wären.

Mitarbeiter bilden Fahrgemeinschaften

In vielen Firmen hatten sich die Mitarbeiter zu Fahrgemeinschaften zusammengetan. "Bei uns war der Streik natürlich am Tag vorher Gesprächsthema. Die Kollegen haben sich alle untereinander geholfen", sagt Wolf-Dieter Burde, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung in Laatzen. Da die Mitarbeiter zudem flexible Arbeitszeiten hätten, sei es auch nicht schlimm sei, wenn sie später kämen.

Neben den Arbeitnehmern und andern Fahrgästen tagsüber sind auch abendliche Partygänger vom Ausfall der Stadtbahnen betroffen. Der Streik dauert noch bis zum Betriebsschluss in der Nacht zu Sonnabend. Ab dem frühen Samstagmorgen sollen die Stadtbahnlinien 1 und 2 in Laatzen wieder regulär fahren.

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Von Johanna Kruse

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