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Das schleichende Ende der Telefonzelle

Laatzen Das schleichende Ende der Telefonzelle

Es ist ein Abschied auf Raten: Angesichts der noch immer wachsenden Zahl der Handynutzer will die Telekom in diesem Jahr weitere drei Telefonzellen im Laatzener Stadtgebiet abmontieren. Nach Angaben der Stadt werden in Laatzen künftig nur noch sechs Fernsprecher vorgehalten - einer pro Ortsteil.

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Die Telefonzelle an der Wülferoder Straße/Ecke Erich-Panitz-Straße wird noch in diesem Jahr abgebaut.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Die Zahlen sind deutlich: Rund 27.000 öffentliche Fernsprecher betreibt die Telekom derzeit bundesweit. Dem standen Ende 2015 laut Bundesnetzagentur 113,4 Millionen SIM-Karten, die für Mobiltelefone genutzt werden, gegenüber.

Die Telekom zieht daraus ihre Schlüsse und wird aus wirtschaftlichen Gründen in diesem Jahr drei weitere Zellen in Laatzen demontieren: Abgebaut werden Fernsprecher an der Neuen Straße in Alt-Laatzen, an der Wülferoder Straße 74 (Ecke Erich-Panitz-Straße) und der Hildesheimer Straße 214 in Grasdorf (Ecke Neuer Schlag).

Eigentlich wollte das Unternehmen offenbar auch die Zellen an der Hildesheimer Straße 343 in Rethen und Osterstraße 1 in Gleidingen entfernen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, blieben diese jedoch auf deren Wunsch stehen, "weil es sich um die jeweils letzten Telefonzellen in den jeweiligen Stadtteilen handelt". Einschließlich der Standorte Alte Rathausstraße 4, Leine-Center und  Stadtbahnhaltestelle Laatzen-Zentrum sowie am Klinikum Agnes Karll gebe es dann künftig sechs öffentliche Fernsprecher im Stadtgebiet - davon keiner in Ingeln-Oesselse.

Der Laatzener Seniorenbeirat sieht in dem Abbau einen weiteren Einschnitt in die öffentliche Infrastruktur. "Es ist sehr betrüblich, dass erneut soziale Belange hinter rechnerischen Dingen auf der Strecke bleiben", sagt dessen Vorsitzender Klaus-Dieter Meyer. Der Beirat habe vor zwei Jahren erfolgreich den Abbau der Telefonzelle an der Hildesheimer Straße/Ecke Neuer Schlag verhindert - nun stehe der Standort erneut auf der Liste.

Die Kritik teilen nicht alle: "Man sieht so gut wie nie jemanden in der Telefonzelle in Gleidingen", sagt etwa der dortige Ortsbürgermeister Peter Jeßberger. Er könne die Telekom verstehen - zumal auch alte Leute heute ein Handy hätten.

Das Unternehmen begründet den Abbau ökonomisch: "Der Unterhalt einer Telefonzelle kostet Geld - etwa für Strom, Standortmiete, Wartung oder Beseitigung von Schäden durch Vandalismus", sagt Sprecherin Stefanie Halle. Auf den Prüfstand kämen alle Apparate, die einen Umsatz von weniger als 50 Euro monatlich erzielen. "Der Umsatz ist ein klares Indiz dafür, dass der Wunsch nach einer Grundversorgung durch die Bevölkerung offensichtlich nicht mehr besteht."

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