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O sooooooooole mio!

Gleidingen O sooooooooole mio!

Wenn sich zwei Musiker "Tenöre4you" nennen, ist das Programmkonzept schon klar: Es geht ums Singen. Der Auftritt in der St.-Gertruden-Kirche am Montag geriet zu einer Mischung aus stimmlicher Leistungsschau und multimedialer Präsentation.

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Von "Ave Maria" bis "My Way": Toni Di Napoli (links) und Pietro Pato bei ihrem stimmmächtigen Auftritt in der St.-Gertruden-Kirche in Gleidingen.

Quelle: Dorndorf

Gleidingen. Erlaubt ist, was gefällt. Das haben sich wohl auch Tony Tchakarow und Plamen Patov gedacht, die sich selbst Toni Di Napoli und Pietro Pato nennen: Bei ihrer Liedauswahl setzten sie ausschließlich auf bekannte Evergreen - vom gospelig interpretierten "Amazing Grace" über den poppigen Musical-Hit "Memory" bis hin zur Opernarie "Nessun Dorma".

Dass die beiden ein solches stilistisches Spektrum abdecken, hängt mit der besonderen Stimmenkombination zusammen: Da ist einerseits der stimmgewaltige Tchakarow mit seinem klassisch ausgebildetem, voluminösen Tenor. Tchakarow weiß, wie das wirkt, und führt es gerne vor: "O sooooooooooooole mio" schmettert der Sänger bei einem der ersten Lieder des Konzerts in die mit gut 100 Gästen gut gefüllte Gertrudenkirche. Die Besucher danken ihm dafür mit begeisterten Applaus-Zwischenrufen.

Patov steht hingegen für Pop. Dass ihm das Genre liegt, hat er schon als Grand-Prix-Teilnehmer für Bulgarien und bei Auftritten der dortigen Version von "Deutschland sucht den Superstar" unter Beweis gestellt. Patov strahlt bei Songs wie "Amazing Grace" mit gelegentlichem Vibrato-Einsatz eine angenehme Wärme aus, die gut zum heimeligen Ambiente des kleinen Kirchenraums passt.

Der Charme der beiden liegt im Kontrast, weniger im Miteinander - wohl ein Grund, warum die Tenöre4you die allermeisten Lieder lieber solo singen. Dass sie gut daran tun, zeigt sich bei Celine Dions "Titanic"-Filmhit "My heart will go on", bei dem die Stimmen der beiden dann doch reiben. Darüber können auch nicht die visuellen Reize der Leinwand hinwegtäuschen, auf die im Laufe des Abends Wolkenflüge, rieselnder Schnee, venezianische Stadtansichten und - das liegt nahe - Liebesszenen zwischen Leonardo di Caprio und Kate Winslet projiziert werden.

Am Keyboard begleitet die Tenöre Darcy Simon. Das klingt immer dann gut, wenn Simon sich auf Klavierklänge und Verwandtes beschränkt. Bei der Arie "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot" aber ein ganzes Orchester zu imitieren, überfordert das arme Instrument. Heraus kommt ein merkwürdiger Kontrast zur Stimmgewalt Tchakarows, der mit seinem "Vinceroooooooo" den dünnen Keyboard-Klangteppich glatt übertönt. Was soll's - ein Lied später stimmen die Besucherreihen im Kirchenschiff bei "Que Sera" zum zweiten Mal am Abend wieder fröhlich ein. Das passt zum Motto: Schließlich steht ja das Singen im Vordergrund.

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