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Theologe erzählt vom Alltag in Jerusalem

Laatzen Theologe erzählt vom Alltag in Jerusalem

Der Theologe Maik Schwarz hat 2,5 Jahre in einer Stadt gelebt, die viele nur aus den Nachrichten oder der Bibel kennen: Jerusalem. Am Donnerstagabend, 15. Oktober, erzählt er in der Laatzener Arche vom "Alltag zwischen Religion und Politik" – und wir haben vorab mit dem 30-Jährigen gesprochen.

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Stadt dreier Weltreligionen: Der evangelische Theologe Maik Schwarz steht in Jerusalem nahe der Klagemauer und dem Felsendom.

Quelle: privat

Laatzen-Mitte. Herr Schwarz, Sie haben während ihres Studiums und nach Ihrer Vikariatszeit in Steinwedel in einer Stadt gelebt, die andere nur aus der Bibel oder den Nachrichten kennen. Was reizt Sie an Jerusalem?

Dort kommen drei Religionen zusammen. Es ein theologisch, aber auch politisch, für die Weltgeschichte und Deutsche Geschichte wichtiger Ort. Außerdem habe ich schon durch mein Studium viele tolle Erfahren dort gemacht, Leute kennen gelernt und verbinde viel positives mit der Stadt und dem Land. Diese Beziehungen sind nie abgebrochen, sondern ständig gewachsen.

Israel und Jerusalem werden häufig nur als Krisenherd wahrgenommen. Stört Sie das?

Jerusalem ist schon ein Brennpunkt und leider auch Krisenherd. Mich stört vielmehr, dass manche meinen, all die Probleme lösen zu können, indem sie einer Seite – den Israelis oder den Palästinensern – alleine die Schuld zuzuschieben, aber das greift zu kurz.

Was würden Sie Menschen, die das tun, statt dessen sagen?

Die Situation ist viel komplexer, und auch auf jede noch so richtige Aussage kann ein "Aber" eingewendet werden, das genauso seine Berechtigung hat. Außerdem gibt es viel Schönes in Jerusalem: das Zusammenleben und die gemeinsame Aktivitäten von Juden und Palästinensern, Restaurants, das kulturelle Leben...

Gleichwohl gibt es auch immer wieder Meldungen über Gewalt. Hatten Sie selbst Angst während Ihrer Zeit in Israel und Jerusalem?

Nein. Jerusalem war im Sommer 2014 nicht so betroffen von Raketen aus Gaza. Die vier, die es gab, wurden alle abgeschossen. Die gerade aktuellen Messerattacken zielen auf offenkundig jüdisch aussehende Menschen und die Polizei ab. Ich habe darauf geachtet, dass ich bei großen Demonstrationen nicht in die Menschenmenge geriet. Was vermissen Sie seit Ihrer Rückkehr aus Jerusalem? Die Menschen, das Essen, das Wetter und ein Teil meiner Familie. Ich habe meine Frau in Israel kennen gelernt. Auch war es toll einfach mal nach Tel Aviv, in den Norden oder an das Tote Meer zu fahren.

Am Donnerstag, 15. Oktober, ab 20 Uhr sprechen Sie in der Laatzener Arche als evangelischer Theologe über den "Alltag zwischen Religion und Politik". Was dürfen die Besucher erwarten – oder auch nicht?

Ich zeige einige Bilder und Karten und erzähle von meinem normalen Tagesablauf: Davon wie sich Religion und Politik auf den Alltag in Jerusalem auswirken und sichtbar werden. Ich gebe kein allumfassenden Überblick zur Lage in Israel und auch möge niemand erwarten, dass ein Schuldiger für den Konflikt identifiziert wird.

Und was ist die zentrale Botschaft ihres Vortrags?

Es geht mir darum, den Alltag der Menschen in dieser besonderen Stadt zu zeigen. In den Medien kann meist nur das außergewöhnliche Platz finden. Dieses Besondere schlägt sich dann im Alltäglichen nieder und das belastet die Menschen auf beiden Seiten. Es geht also auch um viele Emotionen und wenn man nicht versucht, dies wahrzunehmen, wird man den Menschen nicht gerecht.

Vielen Dank, Herr Schwarz, für das Gespräch.

TERMIN:
Der Vortrag beginnt am Donnerstag, 15. Oktober, um 20 Uhr in der Arche der Thomasgemeinde Laatzen, Marktstraße 21. Der Eintritt ist frei.

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