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Thomasgemeinde verliert Mitglieder
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Laatzen-Mitte Thomasgemeinde verliert Mitglieder

In den vergangenen Jahren hat die Thomasgemeinde knapp 15 Prozent ihrer Mitglieder verloren, obwohl immer mehr Menschen nach Laatzen ziehen. Eine Bestandsaufnahme.

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Die Thomasgemeinde hat in den vergangenen acht Jahren 840 Mitglieder verloren.

Quelle: Sandra Schütte

Laatzen. Paradox: In den Stadtteil Laatzen-Mitte ziehen seit Jahren immer mehr Menschen, aber die evangelische Thomasgemeinde verliert kontinuierlich Mitglieder, weil unter den Zugezogenen immer weniger Christen sind. Nach Angaben von Superintendent Detlef Brandes hat der Kirchenkreis Laatzen-Springe innerhalb der vergangenen zehn Jahre in der Thomasgemeinde und der AG der Klosterdörfer der Gemeinden Wülfinghausen und Wittenburg ein Fünftel seiner Mitglieder verloren.

Aktuell zählt der Kirchenkreis noch rund 45000 Mitglieder. „Wir haben in sechs Jahren eine Gemeinde - etwa 2400 Mitglieder - verloren“, sagt der Öffentlichkeitsbeauftragte Stephan Schwier. Brandes spricht im Schnitt von einem Verlust an Mitgliedern von zwei Prozent pro Jahr. Hintergrund sei in erster Linie der demografische Wandel.

Dass die Kirchengemeinden in den Klosterdörfern Wilkenburg und Wittenburg schrumpfen, liegt daran, dass in den kleinen Ortschaften die Einwohnerzahlen abnehmen. Anders in Laatzen-Mitte: Nach Angaben der Verwaltung lebten zum Jahresende 2003 exakt 14491 Menschen im Stadtteil, zum Jahresende 2008 waren es 15677 Bürger. Aktuell liegt die Einwohnerzahl bei 16151. Zur Thomasgemeinde gehörten Mitte 2004 noch 5688 Mitglieder, Mitte 2012 waren es noch 4848 und damit 840 (14,77 Prozent) weniger.

Die Situation sei derzeit „nicht dramatisch“, betont Pastorin Ilka Straeck. Dass die Thomasgemeinde kleiner werde, liege an der Struktur und der Fluktuation innerhalb des Stadtteils. „Wir haben keine großen Kirchenaustritte und sind auch nicht überaltert“, sagt die Pastorin. Die Gemeinde wolle nun ein Konzept erarbeiten, wie sie dem Mitgliederschwund begegnen könne. Konkret geplant sei derzeit aber noch nichts.

In Laatzen-Mitte sei die Situation eine einzigartige im Kirchenkreis, betonte Brandes jüngst bei der konstituierenden Sitzung des Kirchenkreistages. Sie zeige aber, dass die evangelische Kirche ihre Rolle in einer vermehrt durch Einwanderer bestimmten Gesellschaft neu bestimmen müsse. Das Nebeneinander und Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen und eine zunehmend kritische Haltung gegenüber der Religion forderten eine Neudefinition der Aufgaben der Kirche im Gemeinwesen, sagte der Superintendent. Der Kirchenkreis werde sich verstärkt diesem Thema widmen und Workshops anbieten. „Wir müssen überlegen, wie wir auch diese Menschen zu uns bekommen“, sagt Straeck mit Blick auf die vielen Zugezogenen mit Migrationshintergrund in Laatzen-Mitte.

Wie berichtet, will die Kirche dem Mitgliederschwund unter anderem mit neuen Gottesdienstformen begegnen. Zum Beispiel würden die Musikgottesdienste sehr gut angenommen, sagt Brandes.

Devese ist der Gewinner, auch Immanuel in Alt-Laatzen verliert

Rund fünf Prozent an Mitgliedern hat der Kirchenkreis Laatzen-Springe von 2004 bis 2012 verloren. Waren es vor neun Jahren noch 47?792 evangelische Christen, die in den Listen geführt wurden, sind es 2012 nur noch 45?389 gewesen. Wäre 2009 nicht die St-Gertruden-Gemeinde in Gleidingen mit seinerzeit 1963 Mitgliedern neu zum Kirchenkreis Laatzen-Springe hinzugekommen, wäre der Schwund noch größer. Die Thomasgemeinde hat zwischen 2004 und vergangenem Jahr 840 Mitglieder verloren und führt damit die Minusliste in absoluten Zahlen an. Auch die Immanuelgemeinde in Alt-Laatzen hat kräftig verloren (von 2300 auf 1992). Die Klösterdörfer Wittenburg, Wülfinghausen, Boitzum und Sorsum haben zwar „nur“ 162 Mitglieder weniger (von 764 auf 602), das macht aber ein Minus von 23,22 Prozent. Gewinner im Kirchenkreis ist die Kapellengemeinde Devese, die als einzige zulegen konnte (von 399 auf 441 Mitglieder, plus 10,28 Prozent). Grund für den Zuwachs sei das Neubaugebiet hinter dem real-Markt, erläutert der Öffentlichkeitsbeauftragte Stephan Schwier.

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HAZ-Redakteur/in Sandra Schütte

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