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Tierrechtler halten Mahnwache vor Schlachthof

Gleidingen Tierrechtler halten Mahnwache vor Schlachthof

Mit Plakaten wie "Tiere wollen leben, so wie wir" und "Schluss mit dem Profit auf Kosten der Tiere" haben sich Tierrechtler am Sonnabendvormittag vor dem Gleidinger Schlachthof postiert. Ziel der friedlichen Aktion: Menschen zum Umdenken zu bewegen. Das funktionierte nicht ganz: Vielen Demonstranten war es offenbar zu kalt und Zuhörer fanden sich auch keine.

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Tierrechtler halten Mahnwache vor dem Gleidinger Schlachthof.

Quelle: Stephanie Zerm

Gleidingen. Es ist kalt und regnerisch, als eine kleine Gruppe Tierrechtler gegen 10.30 Uhr vor dem Schlachthof des Unternehmens Vogler Meat in Gleidingen ihre Plakate auspackt. Organisator der Mahnwache ist das Tierrechts-Aktivisten-Bündniss (tab) aus Hannover. "Eigentlich wollten mehr Leute kommen", sagt Veranstalter Daniel Lepore, während er fast schon entschuldigend auf seine fünf Mitstreiter schaut. Doch vielen war es offenbar zu kalt.

Dann schaltet der 39-jährige Lastwagenfahrer aus Hannover das Megaphon ein und spricht über das Anliegen der Tierrechtler. "Unsere Gesellschaft sperrt Tiere ein, beutet sie aus, bringt sie schlussendlich um. Jedes einzelne Opfer dieser systematisch ausgeübten Gewalt wollte nicht sterben - jedes einzelne Opfer wurde ermordet."

Zuhörer finden sich jedoch keine ein. Die Mitarbeiter des Schlachthofes bleiben im Gebäude, lediglich ein paar vorbeifahrende Autofahrer gucken erstaunt. "Wenn nur einige Menschen, die uns sehen, über unsere Botschaft nachdenken, reicht das schon", sagt Lepore und betont: "Wir wollen niemanden angreifen und niemandem einen Vorwurf machen." Jeder habe einmal Fleisch gegessen und tierische Produkte konsumiert. "Was zählt, ist die Zukunft."

Und da könne jeder umdenken und sich künftig anders ernähren. "Jedes einzelne Lebewesen ist wichtig", sagt Lepore und kritisiert, dass die Tierausbeutung in der gegenwärtigen Gesellschaft unübertroffen zerstörerische Ausmaße angenommen habe. Der Schlachthof als Ort der perfekt durchrationalisierten Tötung von Hunderttausenden von Tieren sei dafür ein Sinnbild. Nach Angaben der Unternehmensgruppe Vogler Meat werden in Gleidingen pro Woche 11.000 Schweine getötet.

Ziel des Tierrechts-Aktivisten-Bündnisses ist es, dies durch eine vegane Lebensweise, die komplett auf tierische Produkte verzichtet, zu ändern. "Wir sehen Tiere genauso als Lebewesen an wie Menschen", erklärt Lepore. "Sie haben ebenso ein Recht zu leben wie wir."

Von Stephanie Zerm

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