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Kadaver von Fischotter in Leinemasch entdeckt

Alt-Laatzen Kadaver von Fischotter in Leinemasch entdeckt

Für den erfahrenen Jagdpächter Siegfried Karl Guder ist es eine kleine Sensation: Erstmals hat der 71-Jährige am Mittwoch einen Fischotter in der Alt-Laatzener Leinemasch gesehen – allerdings ist das Tier bereits seit mehreren Tagen tot. Eine Hundespaziergängerin hatte den Fund am Morgen gemeldet.

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"Lebendig wäre er mir lieber gewesen": Jagdpächter Siegfried-Karl Guder zeigt den etwa ein Meter langen und geschätzt 10 Kilogramm schweren Kadaver eines Fischotters, den ein Hundespaziergänger am Mittwochmorgen am Ufer der Leine in Alt-Laatzen gefunden und gemeldet hatte.

Quelle: Astrid Köhler

Alt-Laatzen. "Lebendig wäre er mir lieber gewesen", sagt Guder, der auch als Feld und Forsthüter für die Stadt Laatzen arbeitet und am Mittwochmorgen von einem Spaziergänger mit Hund auf den fast einen Meter langen Kadaver hingewiesen wurde. Dieser lag am östlichen Leineufer in Alt-Laatzen, kaum 150 Meter Luftlinie von der halbseits bebauten Leinerandstraße entfernt.

Er könne sich nicht daran erinnern, dass in den letzten Jahrzehnten ein Fischotter in der Leinemasch gesehen wurde, so Guder. Er selbst habe die geschützten Wildtiere lebendig nur an einer ganz anderen Stelle gesehen: "Im Otternzentrum in Hankensbüttel."

Äußerlich unverletzt

Bei dem Fund in Alt-Laatzen soll es sich der Größe und dem geschätzten Gewicht von etwa zehn Kilogramm allem Anschein nach um ein männliches Tier handeln. Äußerlich weise der Fischotter keine Verletzungen auf, so Guder, der im Fell auch einige Zecken entdeckte. Die Umstände des Todes sind damit unklar. Möglich sei es, dass das Tier an Altersschwäche gestorben sei, meint Guder. Mit zunehmendem Alter färben sich bei Fischottern Kehle und Vorderhals weißlich – so wie bei dem nun am Alt-Laatzener Leineufer gefundenen Tier. Dem Grad der Verwesung nach zu urteilen sei es bereits seit etwa einer Woche tot, so der Jagdpächter, der den Fund umgehend der Ökologischen Station Mittleres Leinetal (ÖSML) meldete und auch Kontakt zum örtlichen Naturschutzbund (Nabu) suchte.

"Fischotter sind gute Läufer"

Für den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sei der Todfund südlich von Hannover "zwar kein alltägliches Ereignis, aufgrund der regionalen landschaftlichen Gegebenheiten aber auch keine Sensation", erklärte ihr Sprecher Achim Stolz. "Fischotter sind gute Läufer, die weite Strecken zurücklegen können." In den vergangenen rund 20 Jahren hätten sich die Bestände in Niedersachsen erholt, gleichwohl gilt die Tierart in Deutschland noch immer als gefährdete Art und steht unter Schutz. Als Lebensraum bevorzugten Fischotter das Flachland. "Je näher man an die Küste kommt, desto häufiger sind die Fischotterpopulationen", erklärte der NLWKN-Sprecher.

Geringe Kenntnis über Vorkommen in der Leinemasch

"Bis jetzt hatten wir noch keine beziehungsweise nur geringe Kenntnis über Fischottervorkommen in der Leinemasch“, sagt Gertraude Kruse, Vorsitzende der Ökologischen Station Mittleres Leinetal (ÖSML). "Durch den Fund des toten Tieres haben wir nun die – wenn auch traurige – Gewissheit, es gibt die Tiere hier." In den vergangenen Jahren habe sich der Fischotter erfreulicherweise ähnlich wie der Biber wieder weiter ausgebreitet.

Untersuchungen stehen bevor

Ab Januar 2017 will die ÖSML ohnehin mit einer Untersuchung dazu beginnen, welche Gewässer und Wasserwege in der südlichen Region Hannover vom Fischotter besiedelt und genutzt werden. "Wichtig ist dabei festzustellen, ob der Otter an Verkehrswegen Querungshilfen benötigen, da Brücken in der Regel über- oder unterquert und nur selten unterschwommen werden", erklärt Kruse. Beim Nachweis eines Fischottervorkommens bestehe an Brücken eine erhebliche Gefahr für die Tiere durch Straßen und Bahnverkehr. "Der heutige Fund hat bewiesen, wie wichtig diese Untersuchungen sind."

Die ÖSML hat durch die im August 2016 mit dem Land abgeschlossene Zuwendungsvereinbarung die finanziellen Mittel dazu bekommen, das Fischottervorkommen in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover und dem Land Niedersachsen zu untersuchen. Jahrhundertelang wurde der Fischotter von Menschen gejagt. Flussbegradigungen und Gewässerverschmutzungen setzen ihnen weiter zu, sodass die Tierart in den Siebzigerjahren in Niedersachsen nahezu ausgestorben war.

Vom Aussterben bedroht

Der bevorzugte Lebensraum des Fischotters sind flache Flüsse mit zugewachsenen Ufern und Überschwemmungsebenen. Der Rückgang solcher Habitate und die starke Bejagung der Tiere haben dazu geführt, dass sie an vielen Stellen extrem selten und stellenweise ganz verschwunden sind. Daher hat das Bundesamt für Naturschutz den Fischotter auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere gesetzt. Mittlerweile hat sich der Bestand wieder etwas erholt.

Zwar fällt der Fischotter in Deutschland weiterhin unter das Jagdgesetz, doch ist die Jagd auf ihn seit 1968 verboten. Fischotter gehören zur Familie der Marder und sind an ein Leben im Wasser bestens angepasst. Sie können bis zu acht Minuten unter Wasser bleiben und legen ihren Bau so an, dass der Eingang etwa 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegt. Die Wohnkammer befindet sich über der Hochwassergrenze und bleibt trocken.

Der Speiseplan des Fischotters ist abwechslungsreich und reicht von Fischen über Schnecken, Frösche und Insekten bis zu Ratten und Enten. In der Natur werden Otter im Schnitt zwischen acht und 13 Jahren alt, in Gefangenschaft 22 Jahre

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"Lebendig wäre er mir lieber gewesen": Jagdpächter Siegfried-Karl Guder zeigt den etwa ein Meter langen und geschätzt 10 Kilogramm schweren Kadaver eines Fischotters, den ein Hundespaziergänger am Mittwochmorgen am Ufer der Leine in Alt-Laatzen gefunden und gemeldet hatte.

Quelle: Astrid Köhler

Von Astrid Köhler und Stephanie Zerm

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