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Unbekannte versetzen jüdische Namenssteine

Alt-Laatzen Unbekannte versetzen jüdische Namenssteine

Mit einem pietätlosen Eingriff haben Unbekannte sich am Alt-Laatzener Ehrenmal vergangen. Drei der bei der Gedenkstunde am Volkstrauertag abgelegten Erinnerungssteine wurden auf die Vorderseite des umstrittenen Denkmals gelegt - ausgerechnet die der jüdischen Opfer.

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Bei der Gedenkstunde am Sonntag legten Laatzener am Ehrenmal 19 Namenssteine ab, die an Opfer von Krieg und Gewalt erinnern.

Quelle: Stephanie Zerm

Alt-Laatzen. Welchen Hintergrund die Tat hatte, ist unklar. Fest steht, dass ein Laatzener am Montagnachmittag bemerkte, dass drei der Namenssteine nicht mehr neben den übrigen 16 Steinen an ihrem Platz auf der Rückseite des Ehrenmals lagen. Unbekannte hatten sie stattdessen auf die Vorderseite des nationalsozialistisch konnotierten Ehrenmals gelegt - unter die Jahreszahlen "1939 bis 1945". Die Auswahl dürfte kaum zufällig erfolgt sein: Versetzt wurden lediglich die Steine mit Namen von jüdischen Opfern, die während der NS-Zeit deportiert worden waren.

"Uns fällt es schwer, dies einzuordnen. Aber es ist unangemessen, mit den Steinen so umzugehen", stellte Stadtsprecher Matthias Brinkmann fest. Die Polizei hat den Vorfall am Montag aufgenommen. Eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit liege allerdings nicht vor, heißt es beim Laatzener Kommissariat.

Rund 70 Laatzener hatten am Sonntag der Gedenkstunde am Alt-Laatzener Ehrenmal beigewohnt, für die eine neue Form gefunden worden war. Die Worte des Gedenkens wurden erstmals auf der Rückseite des umstrittenen Ehrenmals gesprochen. Dabei legten Laatzener Steine mit Namen von Kriegsopfern ab, die teilweise aus der eigenen Familie oder dem eigenen Bekanntenkreises stammen.

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