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Unglücksfahrer muss 6750 Euro Strafe zahlen

Laatzen Unglücksfahrer muss 6750 Euro Strafe zahlen

Nach dem tödlichen Unfall auf der Erich-Panitz-Straße vor einem Jahr hat das Amtsgericht Hannover nun ein Urteil gesprochen. Der Fahrer des VW Golf, der eine neunjährige Schülerin tödlich verletzte, ist zu einer Geldstrafe von 6750 Euro verurteilt worden.

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Ein Jahr nach dem Unfalltod auf der Erich-Panitz-Straße: Gericht verhängt milde Strafe gegen 27-jährigen Fahrer.

Quelle: Zerm (Archiv)

Laatzen. Das Gericht machte bei der Bemessung des Strafmaßes mildernde Umstände geltend: Der Mann habe sich an die Tempobeschränkung von 50 gehalten und nach dem Vorfall eine Reihe von persönlichen Konsequenzen gezogen - bis hin zum Jobwechsel.

Es war ein Unfall, der im Juni 2014 viele Laatzener erschütterte: Ein 26-jähriger Golf-Fahrer überfuhr eine neunjährige Schülerin, die vom Bus über die Erich-Panitz-Straße zur Stadtbahnhaltestelle Laatzen laufen wollte. Für die Rethenerin kam damals jede Hilfe zu spät. Bei der Gerichtsverhandlung am Dienstag wurde deutlich, wie sehr der Unfall den Laatzener mitgenommen hatte – und wie gefährlich die Unfallstelle eigentlich war. „Der Täter war voll geständig“, sagt Jens Buck, Sprecher am Amtsgericht Hannover.

Er habe sich bei der Verhandlung völlig erschüttert gezeigt, sich entschuldigt – und sein Leben geändert. Der heute 27-Jährige kündigte seinen Job in der Automobilindustrie, weil er mit Fahrzeugen nichts mehr zu tun habe wolle. Seinen VW Golf habe er verkauft, er setze sich nicht mehr ans Steuer.

Er leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass der Mann etwa 50 Kilometer pro Stunde gefahren war – exakt das Tempo, das dort erlaubt ist. „Aber da stand ein Bus, in den Menschen ein- und aussteigen“, ergänzte Buck – der Mann hätte damit rechnen müssen, dass etwas passieren könne, habe gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen. Zu denken gibt ein Ergebnis einer Untersuchung: Erst bei Tempo 29 oder langsamer hätte der Unfall vermieden werden können. Der Mann habe das Mädchen zu spät gesehen, gebremst, sei ausgewichen – bei Tempo 50 vergeblich.

Das Strafmaß, eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 45 Euro wegen fahrlässiger Tötung, fiel wegen der Verantwortungsübernahme des Verurteilten mild aus. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Monate Haft auf Bewährung gefordert.

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