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Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt

Laatzen Vater zu fünf Jahren Haft verurteilt

Mehr als zehn Jahre lang missbrauchte Andreas M. seine Tochter. Donnerstag wurde der 43-jährige Laatzener vom Landgericht Hannover zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die Kammer berücksichtigte das umfassende Geständnis des Täters als strafmildernd.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Laatzen. Die Jugendkammer 1 unter Vorsitz von Christian Engelking sprach M. des elffachen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, des siebenfachen schweren sexuellen Missbrauchs und zweier Missbrauchs-Versuche schuldig.

Hätte das Gricht die jeweils verhängten Einzelstrafen addiert, wäre eine Gesamtstrafe von weit über 20 Jahren herausgekommen. Doch die Kammer ging - strafmildernd - von einem Serientatbestand aus und honorierte das umfassende Geständnis des Täters in erheblichem Maße. Dies ersparte dem Mädchen langanhaltende Zeugenbefragungen vor Gericht.

Die heute 18-Jährige wurde von den Übergriffen ihres Vaters, die sie erstmals mit drei Jahren erdulden musste, vollkommen aus der Bahn geworfen. Ein Selbstmordversuch, drei stationäre Aufenthalte in der Psychiatrie, zwei Jahre ambulante Therapie und aktuell der Versuch, die 11. Klasse im dritten Anlauf endlich zu schaffen - hier hat ein Sexualstraftäter ein junges Leben ruiniert. Die Ehefrau hat sich scheiden lassen, die Familie ist zerstört. Der Staatsanwalt hatte eine Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert - doch hier ging die Jugendkammer nicht mit.

Das Geständnis des Täters, so das Gericht, sei von wirklicher Reue getragen gewesen. Zudem hat M. seiner Tochter im Zuge eines Vergleichs auch sein gesamtes restliches Vermögen - 34 000 Euro - als Schadenersatz und Schmerzensgeld überlassen. Selbst Heimkind, Missbrauchsopfer, später Alkoholiker - das mag die Taten erklärbar machen, ist aber keinerlei Entschuldigung.

Dass die Berührungen im Intimbereich oder der erzwungene Geschlechtsverkehr vom Alkoholpegel des Vaters abhingen, verneinte die Kammer klipp und klar: Der 43-Jährige sei bei seinen Taten voll schuldfähig gewesen. Allerdings hat M. nun auf andere Weise unter den Folgen seiner Sucht zu leiden: Er leidet unter Diabetes sowie einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse.

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