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Verkehrswacht trainiert Senioren beim Autofahren

Laatzen Verkehrswacht trainiert Senioren beim Autofahren

Der Tag der Führerscheinprüfung liegt für viele Senioren Jahrzehnte zurück. Weil sich in puncto Verkehrsregeln und Technik – und womöglich auch dem individuellen Können – einiges geändert hat, bietet die Landesverkehrswacht Kurse an. Am Montag haben sich zwölf Senioren in Laatzen schulen lassen.

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"Nochmal mit Schmackes": Die Teilnehmer des Fahrtrainings für Senioren üben die Vollbremsung unter der Aufsicht von Claus Kunath, Gebietsleiter der Landesverkehrswacht Niedersachsen.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Während eines vierstündigen Theorie- und Praxiskurses brachten Fahrlehrer und Polizeibeamte die Teilnehmer auf den neusten Stand und erklärten sogar das richtige Sitzen hinterm Steuer ("Arme und Beine locker lassen und keinesfalls durchdrücken"). Auf den knapp 50-minütigen Vortrag folgten zwei Praxiseinheiten: Während jeweils drei Senioren in Schalt- oder Automatikautos mit Fahrlehrern durch die Stadt düsten, absolviert eine zweite Gruppe in ihren Privatautos Brems- und Reaktionstests.

Auf dem Parkplatz am Expo-Wal übten die Teilnehmer nach Anweisung von Claus Kunath von der Landesverkehrswacht bei Tempo 50 voll in die Bremse zu treten, bis alle vier Reifen blockieren - und zwar freihändig. "Die Hände brauchen Sie beim Bremsen nicht", erklärt Kunath. Durchs Auto kullernde Flaschen ließ er als Argument für zu zaghaftes Bremsen nicht gelten: Dann müssen Sie die Ladung besser sichern, sagte er mahnend, eh er die Fahrerin ermutigte, es noch einmal "mit Schmackes" zu probieren.

Anschließend verdeutlichte er noch die fürs Fahren relevante physikalische Gesetze und wies auf Gefahren hin. Selbst bei einer Reaktionszeit von einer Sekunde rolle ein Auto mit Tempo 100 noch weitere 27 Meter, eh der eigentliche Bremsvorgang beginne, so Kunath: "Und schaffen Sie es, in einer Sekunde aufs Navi zu schauen?" Drei Sekunden Ablenkung ergeben so schon über 60 Meter Freiflug.

Das Fahrtraining für ab 65-Jährige sei als Fortbildung zu verstehen, betont Helga Kunath, die mit ihrem Mann das neue Fahrtraining organisiert. Es gehe darum, Senioren einerseits beim selbständigen Autofahren zu stärken und zugleich für Grenzen und Gefahren zu sensibilisieren. Hör- und Sehtests würden nicht durchgeführt, gleichwohl aber mögliche Auswirkung von Medikamentennahmen und anderen körperlichen Einschränkungen thematisiert. "Alles ist auf freiwilliger Basis", betont Kunath.

Die Fahrkurse bei der Verkehrswacht in Laatzen wird wie die vorangegangenen Kurse in Barsinghausen und Ronnenberg sowie die bereits geplanten in Garbsen von der Region Hannover bezuschuss. So zahlen die 12 Teilnehmer eines Kurses mit jeweils 30 Euro weniger als die Hälfte der eigentlichen Kosten. Siegfried Merkel, der Vorsitzende der Verkehrswacht Laatzen, ist zufrieden mit der Resonanz: Auch der zweite Kursus am 9. Mai ist bereits ausgebucht.

Von Astrid Köhler

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