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Mieten in Laatzen-Mitte ziehen an

Laatzen-Mitte Mieten in Laatzen-Mitte ziehen an

Die Mieten in Laatzen-Mitte ziehen aktuell an: Vermieter mehrerer großer Wohnanlagen langen bei Erhöhungen kräftig zu. Zugleich klagen Mieter über undichte Fenster und ähnliche Missstände. Von einer Preisspirale wie in Großstädten ist Laatzen allerdings noch weit entfernt.

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Die Mieten im Wohnkomplex an der Flemingstraße werden aktuell deutlich erhöht.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Eigentlich wohnen Thorsten Schulz und Inas Ibrahim gerne in Ihrer Wohnung an der Flemingstraße. Das Paar hat drei Zimmer mit 85 Quadratmetern, von den Fenstern im neunten Stock einen tollen Blick über Laatzen, die Nähe zu Stadtbahn und Leine-Center sind weitere Pluspunkte. Die Abstriche - Verkehrslärm und einige Mängel in der Wohnung - nahm das Paar angesichts der bisherigen Miete von 4,40 Euro pro Quadratmeter in Kauf, wenn auch zähneknirschend.

Jetzt flatterte Schulz und Ibrahim eine Mieterhöhung ins Haus, die sie wütend macht. 5 Euro soll die Miete ab 1. Dezember betragen. Die Hausverwaltung begründet dies damit, dass "seit vielen Jahren die von Ihnen zu zahlende Kaltmiete unverändert" geblieben sei. "Das stimmt nicht", schimpft Schulz - erst vor drei Jahren hätten die Eigentümer die Miete um zehn Prozent erhöht. "Von vier auf fünf Euro in drei Jahren, das tut richtig weh", sagt er - und verweist auf Mängel wie Gerüchte und geringe Dämmung. "Wenn die uns neue Fenster und eine neue Außendämmung einbauen würden, würde ich das mittragen", sagt Schulz. "Aber so ist das reine Geldmacherei."

Schulz steht mit seiner Klage nicht allein. Angeschrieben wurden Mieter in zehn der hohen Mehrfamilienhäuser an der Fleming- und Albert-Schweitzer-Straße. Die Zahl der Betroffenen ist unbekannt - angesichts der Größe des Komplexes dürften es weit mehr als 100 sein. Und auch andernorts wurde erhöht: Seit November 2014 nimmt auch die Deutsche Wohnen als größter Vermieter im Sanierungsgebiet Laatzen-Mitte mehr Geld. Mehrere Mieter hatten sich wegen einer Erhöhung von 20 Prozent an das Stadtteilbüro gewandt, berichtet Stadtteilmanager Steffen Koch.

Dabei bewegt sich alles offenbar im gesetzlichen Rahmen. Das Gesetz sieht eine maximale Erhöhung um 20 Prozent binnen drei Jahren vor - so lange die Miete unter den Vergleichsmieten liegt. Und das wird eingehalten: In Laatzen liegt das Spektrum für Wohnungen ab 85 Quadratmetern und Baujahr 1968 bis 1977 zwischen 5,20 und 5,50 Euro.

Unterm Strich sehen Marktbeobachter keinen überzogene Situation in Laatzen-Mitte. Abgesehen vom Fall Deutsche Wohnen seien bisher keine Klagen an das Stadtteilbüro herangetragen worden, sagt Koch. "Die Mieterhöhungsproblmatik ist längst nicht so dramatisch wie in Großstädten wie München, Köln oder Hamburg", sagt auch Randolph Fries, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbunds in Hannover. Zwar gebe es in Stadtteilen wie dem Zooviertel und der Südstadt einen etwas stärkeren Druck. "Aber Laatzen tritt nicht besonders hervor." Hohe Mieten würden vor allem bei Neuvermietungen verlangt, im Bestand sei die Situation wenig auffällig - wenngleich sie angezogen hat.

Randolph plädiert allerdings dringend dafür, dass die Kommunen Wohnungen für Geringverdiener schaffen. "Neubauwohnungen in Laatzen sind eher höherpreisig", sagt Randoph - Leute ohne Geld blieben da auf der Strecke. Auch im Bestand sollten Wohnungen wieder mit Belegungsrechten versehen werden.

Tun Vermieter zu wenig?

Dass seine künftige Miete unterhalb der Grenzen des Mietspiegels ist, weiß Thorsten Schulz. Angesichts mehrere Mängel sieht er jedoch die Eigentümer seiner Wohnung an der Flemingstraße in der Pflicht. Unter anderem sei die Fassade so schlecht gedämmt und die Heizung im Wohnzimmer zu schwach, so dass er im Winter sogar mit Schal und Mütze auf dem Sofa sitzen müsse. In einigen Fenstern gebe es sogar Lücken in der Dichtung - vermutlich, um mittels dieser "Zwangsbelüftung" Schimmel zu vermeiden. Schulz stören auch nächtliche Gerüche im Badezimmer, die von der Hauslüftung stammen. Ähnlich geht es seiner Nachbarin Yasemin Köseler. "Die Fenster sind nicht dicht. Selbst wenn das Fenster zu ist, sieht man, dass sich Perlen an der Gardine bewegen."

Die Hausverwaltung sieht sich bei der aktuellen Mieterhöhung im Recht. "Wir halten uns an die gesetzlichen Vorgaben", sagt Wolf Hartweg, Objektverantwortlicher der Deutschen Immobilien Management (DIM) für Laatzen. Die Erhöhung sei im "ganz normalen Rahmen". Den Vorwurf, dass nicht investiert werde, weist er zurück. "Es werden sukzessive Fenster ausgetauscht und alle Treppenhäuser gemacht." Hauseingangstüren sowie Bodenbeläge und Wände in den Etagenfluren seien erneuert, die Heizkosten durch Investitionen in die Heizungsanlage gesenkt worden.

Zu konkreten Investitionen in die Dämmung macht Hartweg keine Angaben. Dies müsse die Eigentümergemeinschaft entscheiden, in deren Auftrag die DIM die Gebäude verwaltet. Dass die Anlage gut gepflegt sei, belege auch die Nachfrage: "Wir haben in der gesamten Anlage keinen Leerstand."

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Mieter Thorsten Schulz sieht die Mieterhöhung kritisch - auch, weil die Nebenkosten aufgrund undichter Fenster aus seiner Sicht zu hoch sind.

Quelle: Dorndorf
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Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
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