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Erhält das neue Feuerwehrhaus ein Parkdeck?

Rethen Erhält das neue Feuerwehrhaus ein Parkdeck?

Anwohner der Braunschweiger Straße und Nutzer der öffentlichen Einrichtungen dort klagen schon lange über zu wenig Parkplätze. Im Zuge der Planung des Feuerwehrhauses für Rethen und Gleidingen bringt die Verwaltung nun eine mögliche Entlastung ins Gespräch: den Bau ein Parkdecks für 450.000 Euro.

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So könnte das Parkdeck vor der künftigen Feuerwache für Rethen und Gleidingen und neben der Sporthalle (rechts im Bild) aussehen. Zusätzlich zu den 55 ausschließlich für die Feuerwehr bereitzuhaltenden Stellplätze könnten dort noch 20 öffentliche Parkplätze entstehen.

Quelle: Perspektive: Stadt Laatzen

Rethen. Der Neubau des Feuerwehrhaus mit einer einfachen Parkfläche und den erforderlichen 55 Stellplätzen für die Einsatzkräfte wurde zuletzt mit 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Diese 55 Stellplätze seien ausschließlich für die Einsatzkräfte der Ortswehren Rethen und Gleidingen bestimmt und für selbige vorzuhalten, schreibt Stadtbaurat Axel Grüning in der Beschlussvorschlag für die politischen Gremien: "Eine Doppelnutzung ist nicht möglich." Mit dem Bau eines Parkdecks könnten zusätzlich rund 20 zusätzlichen öffentlichen Parkplätzen an der Braunschweiger Straße gebaut werden. Die Mehrkosten schätzt die Verwaltung auf 450.000 Euro. 

Einen konkreten Prüfauftrag seitens der Politik gibt es zwar nicht, doch allein im Ortsrat Rethen ist die angespannte Parkplatzsituation entlang der Braunschweiger Straße sowie Behinderungen von Linienbussen und Feuerwehrfahrzeugen durch falsch parkende Autos schon seit Langem und immer wieder Thema. Der Verkehr wird dort kaum weniger werden, ist die Straße doch der nördliche Zubringer zum künftigen Baugebiet zwischen Rethen und Gleidingen. „Es ist schon sehr deutlich, dass es auf der Braunschweiger Straße eine starke Verkehrsbelastung gibt“, betont Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Ein Parkdeck – so es von der Politik gewünscht ist – könnte aus Sicht der Verwaltung die Situation „merklich entlasten“.

Der Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus ist für frühestens Herbst 2017 angestrebt. Etwas Zeit ist noch, gleichwohl werden mit der Planung in den nächsten Monaten „Fakten geschaffen“. Dass die hochverschuldete Stadt, die gerade erst Bedarfszuweisung beim Land beantragt hat, bei besserer Haushaltslage ein Parkdeck errichtet, gilt als ausgeschlossen. Das Feuerwehrgelände ist zudem die einzige verfügbare Fläche nahe dem stark frequentierten Familienzentrum und der Sporthalle.

Mit dem Abriss des Hallenbades fielen Parkplätze weg. Anschließend wurden für das neue Familienzentrum neun Stellflächen und ein Behindertenparkplatz geschaffe: so viel wie vorgeschrieben und zu wenig, wie viele meinen. Vor der Sporthalle gibt es weitere neun Parkplätze. An der Braunschweiger Straße stehen viele Häuser, sind wegen des Linienbusverkehrs und für Einsatzfahrzeuge Bereiche mit Halteverboten ausgewiesen. Anwohner und Nutzer der Einrichtungen dürften sich über den Bau eines Parkdecks freuen.

Der Ortsrat Rethen diskutiert als erstes politisches Gremium in seiner öffentlichen Sitzung am Dienstag, 16. Mai, ab 18 Uhr im Familienzentrum an der Braunschweiger Straße den Vorschlag. Ende Mai spricht dann der Stadtentwicklungsausschuss darüber, ob dafür zusätzliche 450.000 Euro in den Haushaltsplanwurf einzustellen sind.

Kommentar von Astrid Köhler

"Zu viel für zu wenig" 

Sportler, Besucher des Familienzentrums und Anwohner brauchen schon gute Nerven, wenn sie in der mit Halteverbotszonen gespickten Braunschweiger Straße einen Parkplatz ergattern wollen. Auch Busfahrer sind gefordert, wenn sie ihre Fahrzeuge um bisweilen wild abgestellte Autos herum manövrieren müssen. Von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr ganz zu schweigen.

Keine Frage: Die Braunschweiger Straße stellt die Geduld vieler auf die Probe und der Platz bleibt begrenzt. Ein Parkdeck mit zusätzlichen öffentlichen Stellplätzen, wie es jetzt die Verwaltung vorschlägt, klingt da zunächst verlockend. Doch Vorsicht: Die vermeintliche Entspannung der Parkplatzsituation greift angesichts stetig steigenden Zahl an Autos nicht nur zu kurz – sie ist auch sehr teuer. Die 20 öffentlichen Stellplätze lassen sich nur mit einem Parkdeck ausweisen, das weitere 450 000 Euro kostet. Das entspricht 22 500 Euro pro Parkplatz.

Erst im April hat die hoch verschuldete Stadt Laatzen Bedarfszuweisung beim Land beantragt, und gerade erst hat die Kommunalaufsicht die Stadt für ihre zu geringen Sparvorschläge kritisiert. Laatzen wird in den nächsten Monaten noch manch liebgewonnenes Projekt aufgeben müssen. Die Braunschweiger Straße ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen – und bald sogar mit der verlängerten Linie 1 erreichbar. 20 öffentliche Parkplätze sind angesichts der Haushaltslage zu viel Geld für zu wenig Entlastung.

 

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Das Aqualaatzium ist bisher die einzige öffentliche Einrichtung Laatzens mit Parkdeck: 156 der insgesamt 247 Stellplätze sind dort ausgewiesen.

Quelle: Astrid Köhler

Von Astrid Köhler

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