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Viele Laatzener erhalten Geld vom Staat

Sozialbericht Viele Laatzener erhalten Geld vom Staat

Arm, aber beliebt: In ihrem aktuellen Sozialbericht stellt die Region fest, dass in keiner Umlandkommune Hannovers mehr Menschen von der Stütze leben als in Laatzen. Zugleich bleibt die Stadt attraktiv für Zuzügler. Laatzen versucht, der Situation mit Bildungsangeboten Rechnung zu tragen.

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Bleibt angesichts der Zahl an Hilfsbedürftigen gefragt: Die Ausgabestelle der Laatzener Tafel.

Quelle: Junker (Archiv)

Laatzen. Im Regionshaus wird die Entwicklung der Sozialdaten in den verschiedenen Kommunen mit Sorge betrachtet. Die Region hatte die Zahlen bereits im März veröffentlicht, jetzt aber für Laatzen in der Sitzung des Sozialausschusses erläutert. „In der Region findet eine Konzentration der sozialen Lagen statt“, warnte Jörg Gapski, Sozialplaner der Region, bei der Vorstellung der Zahlen. Jene Kommunen, die gut dastünden, erlebten eine Verbesserung, in anderen steige die Zahl von sozial Benachteiligten.

In Laatzen sind dabei besonders viele Menschen auf Hilfe angewiesen. 13,3 Prozent aller Einwohner hängen von staatlichen Leistungen wie Arbeitslosengeld II, Mindestsicherung und Sozialgeld ab - innerhalb der Region ist der Anteil nur in Hannover selbst höher. Die offizielle Arbeitslosenquote in Laatzen sei zwar zwischen 2009 und 2013 von 8,1 auf 6,1 Prozent gesunken, die Gesamtanteil der Leistungsempfänger wuchs jedoch um 0,2 Prozent. „Man kann nur warnen, die Arbeitslosenquoten allein zu betrachten“, sagte Gapski. Mit anderen Worten: Es gibt zwar mehr Jobs als vor ein paar Jahren - von denen können jedoch immer weniger Menschen leben.

Auch beim Durchschnittseinkommen hinkt Laatzen weit hinter Städten wie Hemmingen und Pattensen her (siehe Grafik), wenngleich die Einwohner von Seelze, Uetze, Garbsen und Langenhagen finanziell schlechter dastehen.

An der Beliebtheit Laatzens für Zuzügler ändert das geringe Einkommen nichts: Die Stadt zählt mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent binnen zehn Jahren zu den Gewinnern der Bevölkerungsentwicklung - Platz 8 in der Region.

Für die Stadt ist die Tendenz des Sozialberichts wenig überraschend. „Es sind viele Dinge drin, die uns bekannt sind“, sagt Thomas Schrader vom Team Soziales. Die Stadt verfolge seit Jahren die „Bildung ist die beste Prävention“. Im Rahmen des sogenannten Laatzener Profils habe Laatzen im vergangenen Jahr 1,25 Millionen Euro mehr ausgegeben, als gesetzlich notwendig wäre. Dazu zählen - auch angesichts des regionsweit höchsten Migrantenanteils - Angebote zur Sprachförderung in Kindertagesstätten und Schulen, Drittkräfte in Krippengruppen und überdurchschnittlich viele Ganztagsangebote, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

„Wir können nicht ad hoc die monetäre Lage der Familien ändern. Aber wir sind überzeugt, dass wir mit Bildungsangeboten möglichst früh beginnen müssen, um die soziale Benachteiligung auszugleichen.“ Gleichwohl ergeben Umfragen wie das Bürgerpanel, dass die Menschen gern in Laatzen leben.

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