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Wasserqualität in Grasdorf stabil

Grasdorf Wasserqualität in Grasdorf stabil

Die Landesregierung hat angekündigt, wegen der hohen Nitratbelastung im Grundwasser Landwirte stärker zu kontrollieren. Auch im Bereich des Wasserwerks Grasdorf gibt es Messstellen, die das Land derzeit untersucht. Die Konzentration ist dort allerdings relativ niedrig - und die Entwicklung stabil.

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Die Wasserqualität im Wasserschutzgebiet Grasdorf ist derzeit gut - auch dank Kooperation der Stadtwerke mit Landwirten.

Quelle: Dorndorf

Grasdorf. Mitte Oktober hatte Umweltminister Stefan Wenzel Alarm geschlagen: Die Nitratbelastung der Böden sei zu hoch. Weil sich über 60 Prozent der Fläche Niedersachsens in einem "schlechten Zustand" befinde, solle es noch im Herbst bei landesweit rund 100 Betrieben anlassbezogene Kontrollen geben. Schließlich gelten Stickstoffüberschüsse der Landwirtschaft - etwa durch Düngung - als Hauptursache der Entwicklung.

Die Region Hannover ist von der Entwicklung nicht ausgenommen: An mehreren Grundwassermessstellen hat der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) steigende Nitratwerte festgestellt - auch jenseits des für Trinkwasser geltenden Grenzwertes von 50 Milligramm pro Liter.

Am Grasdorfer Wasserwerk geht diese Entwicklung bislang vorbei. An keiner der sechs repräsentativ ausgewählten Messstellen dort wurde ein Nitratwert von mehr als 25 Milligramm pro Liter festgestellt, nur an einem angrenzenden Standort gibt es einen negativen Trend. Zum Vergleich: Der per Wasserverordnung festgelegte Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter - und wurde im Jahr 2012 bei einem Drittel der Messstellen in Niedersachsens Trinkwassergebieten überschritten. Wegen der relativ guten Werte genießt das Wassergewinnungsgebiet Grasdorf beim Prioritätenprogramm Trinkwasserschutz deshalb lediglich die relativ geringe Prioritätstufe B1.

Im Gegensatz zum Fuhrberger Feld, das für die Trinkwasserversorgung in der Region eine weit höhere Bedeutung hat: Ein Großteil des Trinkwassers stammt von dort - auch in Laatzen. Nicht wegen des Nitratanteils, sondern wegen steigender Sulfatwerte hat das Land den Bereich in die höchste Prioritätsstufe C eingestuft. Zwar sei Sulfat im Trinkwasser gesundheitlich unbedenklich, erläutert Dieter de Vries vom NLWKN. Allerdings sei der Stoff ein bakterielles Abbauprodukt von Nitrat. "Wenn der Prozess aus irgendwelchen Gründen gestört wird, spricht man vom Nitratdurchbruch" - dann könnten auch diese Werte steigen.

Bislang ist Laatzens Trinkwasserqualität von den Folgen eines solchen Szenarios freilich noch weit entfernt. Der Mittelwert im Versorgungsnetz der Stadtwerke Hannover, zu dem Laatzen gehört, lag 2015 nach eigenen Angaben bei gerade einmal 2,0 Milligramm pro Liter - und sei seit Jahren stabil. Das von den Stadtwerken in Grasdorf eingespeiste Wasser habe ähnlich gute Werte: Der Nitratwert liege "rund um den Faktor 10 unterhalb des Trinkwassergrenzwertes", heißt es bei dem Unternehmen.

Trinkwasserschutz: Stadtwerke kooperieren mit Landwirten

Um die Nitratbelastung im Grundwasser zu minimieren, besteht bereits seit 1994 eine Kooperation zwischen den Stadtwerken Hannover und Landwirten, die die Flächen über den Grundwasserkörpern bewirtschaften. Derzeit bewirtschaften fast 60 Landwirte eine Fläche von 1540 im Einzugsbereich des Wasserwerks Grasdorf. "Davon werden 80 Prozent von der speziellen auf Trinkwasserschutz abzielenden Wasserschutzberatung erreicht", sagt Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen.

Das Programm, das es auch im Fuhrberger Feld gibt, umfasst darüber hinaus freiwillige Vereinbarungen: "Neben dem Zwischenfruchtanbau - zum Beispiel vor Zuckerrüben - wird ein Verzicht auf die Einarbeitung des Rübenblattes vor dem Winter unterstützt, um die Umsetzung des Blattapparats zu verzögern", erläutert Kallen das Konzept. Finanziell ausgeglichen würden unter anderem auch eine Selbstgrünung nach Raps, Grünlandextensivierung und eine langjährige Grasbegrünung von Fläche. Seit 2015 bekämen die Landwirte auch eine Förderung, wenn im Herbst niedrige Werte von mineralisiertem Stickstoff im Boden festgestellt würden.

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Fotostrecke Laatzen: Wasserqualität in Grasdorf stabil

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