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Weiterhin kommen viele Pendler nach Laatzen

Laatzen Weiterhin kommen viele Pendler nach Laatzen

Die Wirtschafts- und Arbeitsmarktwerte für Laatzen klingen gut: Mit 15.000 gibt es regionsweit den dritthöchsten Bestand sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und in die Stadt pendeln noch immer mehr Beschäftigte hinein als heraus.

Laatzen. Es gibt allerdings auch viele Langzeitarbeitslose.„Spannend finde ich die Pendlerströme“, sagte Christoph Tietje, vom Geschäftsführertrio der Bundesanstalt für Arbeit (BfA) in Hannover beim Besuch im Laatzener Ausschuss für Wirtschaft und Vermögen. Nur rund 3000 der 15.000 in Laatzen Beschäftigten wohnten auch dort, so Tietje: „Alle anderen kommen aus umliegenden Regionen.“ An erster Stelle Hannover, gefolgt von Menschen aus dem Landkreis Hildesheim und - auch für Tietje erstaunlich- „sogar 400 Beschäftigte pendeln aus Nordrhein-Westfalen nach Laatzen.“ Ein positives Pendlersaldo gebe es nicht in vielen Städten - aber in Laatzen.

Die Neueröffnungen von Bauhaus, Rewe und Notbooksbilliger haben weiter neue Stellen geschaffen und Verluste kompensiert. Regionsweit steht die Stadt mit 15 000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen auf Platz drei - hinter Hannover und Garbsen. Diese Zahl ist seit Jahren konstant, beinhalte aber eine Fluktuation von jährlich 6000 bis 7000, so Tietje. Im Wesentlichen trete der Wechsel der Beschäftigungsverhältnisse in der größten lokalen Branche, dem wirtschaftlichen Dienstleistungsgewerbe, mit den Bereichen Zeitarbeit und Gebäudereinigung.

Mit rund 900 Betrieben gibt es eine große Vielfalt, insbesondere von klein- und mittelständischen Betrieben in Laatzen. Rund 550 Unternehmen zählen nur bis zu fünf Mitarbeiter. Dem stehen neun große Betriebe mit über 250 Beschäftigten gegenüber, wie die Rentenversicherung, Siemens, die Stadt Laatzen, das Klinikum Agnes Karll, Gebäudereinigungs- und Zeitarbeitsfirmen.

Die Kaufkraft pro Einwohner sei zwar unterdurchschnittlich, der Einzelhandelsumsatz hingegen positiv. „Es wird viel umgesetzt, aber nicht unbedingt von denen, die hier wohnen“, so Tietje. Dazu passt die hohe Zahl von zuletzt im Monatsschnitt 1700 Menschen im Arbeitslosengeld-II-Bezug. Sie machen 80 Prozent aller Arbeitslosen aus und innerhalb der Gruppe gibt es viele Langzeitarbeitslose (40 Prozent).

Die Zahl der im Jahresschnitt offenen Stellen in Laatzen bezifferte Tietje mit „um 1000“.

Nachdem der Ausschuss dem Vortrag gelauscht und Fragen gestellt hatte, kam er auf das Schild vor dem Rathaus zu sprechen, auf dem eine Initiative allmonatlich die Arbeitslosenzahlen Laatzens anschlägt. Das Schild sei keine Werbung für die Stadt, es solle abgebaut werden, sagte Gerhard Klaus (FDP). Michael Riedel (SPD) widersprach, wonach dies eine Mahnung und jeder Arbeitslose einer zu viel sei. Petra Herrmann (SPD) hingegen pflichtet Klaus bei. Aus Stadtmarketing-Aspekten müsse das Schild zumindest ergänzt werden, wenn auch ein passender Text noch gefunden werden müsse: „Wir können ja schlecht draufschreiben: positives Pendlersaldo.“

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