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Kommunen rechnen mit mehr Fehlalarmen

Laatzen/Hemmingen/Pattensen Kommunen rechnen mit mehr Fehlalarmen

Die Städte Hemmingen, Laatzen und Pattensen erwarten eine steigende Zahl von Fehlalarmen aufgrund der seit diesem Jahr in allen Wohnungen vorgeschriebenen Heimrauchmelder. Doch wer übernimmt die Kosten für die Feuerwehreinsätze?

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Die Kosten für Fehlalarme durch Heimrauchmelder übernehmen die Kommunen.

Quelle: Eisenhans - Fotolia

Laatzen/Hemmingen/Pattensen. In Laatzen wie auch in Hemmingen mussten die Feuerwehren in den vergangenen Monaten mehrmals ausrücken, weil Nachbarn unter anderem den Signalton eines Weckers für den Alarm des Rauchmelders hielten. Dafür übernahmen die Kommunen die Kosten. Die Stadt Laatzen weist darauf hin, dass zum Beispiel durch auf dem Herd vergessenes Essen ausgelöste Einsätze keine Fehlalarme, sondern sogenannte Entstehungsbrände sind. Hier werde im Einzelfall entschieden, ob der Verursacher die Kosten dafür trägt. Bislang kam das aber noch nie vor.

Eine ebenfalls beruhigende Nachricht für alle Bürger: Die von Heimrauchmeldern ausgelösten Alarme werden immer von den Kommunen getragen. Der formale Grund dafür ist, dass es sich nicht um offizielle Brandmeldeanlagen handelt und sie damit nicht unter das niedersächsische Brandschutzgesetz fallen. Zudem sollen die Heimrauchmelder Sicherheit vor Bränden und keine Angst vor Strafzahlungen vermitteln.

Gezahlt werden muss hingegen bei Fehlalarmen, wenn diese von sogenannten Brandmeldeanlagen ausgelöst werden. Diese werden meist in größeren Einrichtungen wie Supermärkten, Krankenhäusern oder Altenheimen eingesetzt und sind direkt mit der Leitstelle der jeweiligen Feuerwehr verbunden. Grund für die Fehlalarme der Brandmeldeanlagen ist häufig eine unsachgemäße Wartung der Anlagen, teilt die Stadt Hemmingen mit. Gebühren werden auch erhoben, wenn die Anlagen zum Beispiel durch Bauarbeiten aktiviert werden. Die Kosten für den Einsatz bei Fehlalarmen sind in den jeweiligen Satzungen der Kommunen geregelt und liegen meist im mittleren dreistelligen Bereich. So stellt beispielsweise die Stadt Laatzen für Feuerwehreinsätze pro Person und halbe Stunde 10 Euro und für die Verpflegung 13 Euro in Rechnung. Die Fahrt eines Tanklöschfahrzeugs wird mit 30 Euro berechnet, Geräte wie Schläuche, Kübelspritzen, Leitern und Schutzanzüge kosten pro halbe Stunde 10 bis 20 Euro.

Aus Sicht von Laatzens Feuerwehrsprecher Gerald Senft sind mögliche Fehlalarme durch Heimrauchmelder derzeit kein Problem: "Da fahren wir lieber einmal häufiger raus als zu wenig." 2015 gab es in Laatzen zehn Einsätze, weil Heimrauchmelder Alarm schlugen. Anders sieht es hingegen bei Fehlalarmen von Brandschutzmeldern aus. Durchschnittlich 80 Fehlalarme gibt es deswegen pro Jahr. "Das nervt schon manchmal", sagt Senft. Schließlich müssen in dem Fall meist rund 30 ehrenamtliche Feuerwehrleute ihre Arbeit verlassen. Selbst wenn der Betreiber der jeweiligen Einrichtung anruft und sagt, dass es nicht brennt, fährt die Feuerwehr mit einem Wagen zur Kontrolle vorbei. Bis jetzt können die Einsatzkräfte den Aufwand jedoch noch verkraften. "Wir stehen kurz vor der Belastungsgrenze", sagt Senft, "aber erreicht haben wir sie noch nicht"

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