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30 Zuhörer bei Lampedusa-Lesung

Langenhagen 30 Zuhörer bei Lampedusa-Lesung

Das traurige Fazit des Abends zum Ende der szenischen Lesung: Die Tragödie von Lampedusa wird sich noch oft wiederholen. Ein guter Grund daher, an die Flüchtlingskatastrophe vor der italienischen Küste zu erinnern und zugleich die aktuelle Situation von Menschen in Not zu beleuchten.

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Rund 40 Personen besuchten die szenische Lesung "Ein Morgen vor Lampedusa".

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. Nicht nur die Texte sensibilisierten die Zuhörer, auch die parallel zur Lesung ausgestrahlten Bilder, die gescheiterte Fluchtversuche von 2010 bis 2016 enthielten. Wie sehr die Flüchtlingssituation vor allem die Helfer emotional berührt, wurde bei der anschließenden Diskussionsrunde deutlich. Erwin Eder schilderte, wie er die Lage in den Langenhagener Notunterkünften erlebt hat und wie ihn die zahlreichen Helfer überwältigt haben - dabei stockte dem sichtlich bewegten Vorsitzenden des Langenhagener Integrationsbeirats kurz die Stimme.

30 Personen gehörten im Quartierstreff Wiesenau zu den Zuhörern der Lesung "Ein Morgen vor Lampedusa". Die Dialoge wurden von Bürgermeister Mirko Heuer, Superintendent Holger Grünjes, Siegfried Volker von der KSG, Ute Mau von der Langenhagener Integrationsstelle sowie von NHZ-Redakteurin Rebekka Neander vorgetragen. Für Musik mit Liedern wie "Auf dem Meeresgrund" sorgte Francesco Impastato. Die Texte der Lesung, die auf Aussagen von Augenzeugen, Rettern und Überlebenden basieren, stammen von Antonio Umberto Ricco. Der Italiener hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres eine Lampedusa-Lesung in der Elisabethkirche organisiert. Im Oktober 2013 hatte er das entsprechende Projekt "Unser Herz schlägt auf Lampedusa" gegründet - nur wenige Tage nachdem 545 Menschen auf einem überladenen Kutter die Flucht versuchten, 366 Menschen ertranken im Mittelmeer vor der italienischen Küste.

Zu den Gästen im Quartierstreff gehörten mit Delil Al Mohammad und Mohamad Hussein auch zwei Syrier, denen die Flucht gelungen ist. "Wir freuen uns sehr, hier zu sein. Viele Menschen in Langenhagen haben uns geholfen", sagte Hussein, der selbst Augenarzt ist. Alle Anwesenden im Quartierstreff waren sich anschließend einig: Die Personen, die man von der Wichtigkeit der Flüchtlingshilfe überzeugen müsste, waren nicht anwesend, hieß es bedauernd. "Ich habe mit dem Thema Flüchtlinge seit Beginn meiner Amtszeit zu tun. Bei vielen Informationsveranstaltungen hat mich erschrocken, welche Anti-Stimmung mir entgegen geschlagen ist", sagte Mirko Heuer. 

Und auch diese Zahlen alarmierten: Weltweit sind aktuell 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Dass diese Menschen eine neue Heimat suchen und dafür auch ein großes Risiko in Kauf nehmen, ist klar - und damit auch, dass sich Tragödien wie von Lampedusa in der Tat wiederholen werden.

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Von Stephan Hartung

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