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Abiturient wirbelt mit Mini-Windrädern die Wirtschaft auf

Langenhagen Abiturient wirbelt mit Mini-Windrädern die Wirtschaft auf

Ein 19-jähriger Abiturient aus Langenhagen wirbelt die Wirtschaft auf: Mit seinen Mini-Windrädern beeindruckt Fritz Unger die Langenhagener Unternehmer und hat jetzt sogar eine eigene Firma gegründet.

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19 Jahre jung und schon gefragter Unternehmer: Fritz Unger setzt Maßstäbe mit dem von ihm entworfenen Mini-Windrad.

Quelle: Neander

Die Hirnforscher sind sich einig, dass Musik in den grauen Zellen Wunder vollbringen kann. Doch ob sie auch Turbulenzen in der heimischen Energiebranche zu erzeugen vermag? Für den 19-jährigen Abiturienten Fritz Unger ist das alles eins: Er ist Sohn des Langenhagener Musikschulchefs Manfred Unger, spielt an der KGS Sehnde selbstverständlich in der Orchesterklasse und verknüpft das alles vor dem Wirtschaftsklub Langenhagen mit Stichworten wie Druckpunkt, Turbinenleistung, Patentanwälte und kreativer Stromnutzung. Vielleicht ist das ja auch ansteckend: Seine Unternehmenskollegin Julia Prochnau beantwortet die Frage nach dem Ursprung ihrer Zusammenarbeit mit unverhohlenem Unverständnis und Schulterzucken: „Naja, wir spielen doch in derselben Orchesterklasse.“

Das Ergebnis spricht für sich: Am 8. Oktober haben Unger und Prochnau mit sechs weiteren Enthusiasten die FuSystems Windkraft GmbH gegründet. Ihr bislang einziges Produkt ist klein, aber erstaunlich: eine knapp eineinhalb Meter große Windturbine aus Aluminiumblech, die mit einem Generator je nach Windstärke zwischen 600 und 1400 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen kann.

So klein sie ist, so grundlegend räumt sie viele Argumente aus dem Weg, die bislang gegen Windkraftanlagen sprachen. So dürfen beispielsweise rund um Langenhagen wegen des Flughafens keine herkömmlichen Windkrafträder aufgestellt werden. Gegen Ungers Erfindung jedoch mit einer Gesamthöhe von rund drei Metern spräche nichts. Sie ist eine sturm-erprobte Energiequelle samt Einspeisemöglichkeit in 12- und 24-V-Batterien für den Hausgebrauch.

Auch die Caravan-Branche hat diese Nische jetzt entdeckt. Der Wohnmobilhersteller Dethleffs hat Ungers Erfindung bereits auf den zwei weltgrößten Messen in Paris und Düsseldorf vorgestellt. Durch einen Standfuß, auf den ein Reifen des Wohnmobils gestellt wird, und einer Befestigung an der Dachreling erhält das Windrad die nötige Stabilität und der Camper Strom.

Gesellschafter beteiligen sich an neuer Firma

Wirtschaftsklub-Vorsitzender Claus Holtmann, der Ungers Treiben seit einiger Zeit fördert, schilderte jetzt vor den Klubmitgliedern, wie er bei seinen zarten Anbahnungsversuchen in der Industrie zunächst mit Ungers Idee abgeblitzt war. „Die sagten, da sei schon alles erfunden.“

Doch Holtmann glaubte an Unger und nutzte das Netzwerk des Wirtschaftsklubs sowie des Rotarier Clubs, dem Holtmann angehört. Das Ergebnis waren nicht nur genügend Mitstreiter, sondern auch Gesellschafter für das Gründungskapital des Unternehmens.

Auch für die Stadt Langenhagen hat sich Ungers Forschergeist bereits ausgezahlt: Produzent der Rotoren ist die Firma Metallgestaltung Kierey aus Langenhagen. Vor sechs Monaten stellte sie die ersten Prototypen her. Nun, so Vater Unger nicht ohne Stolz, will die Firma Detleffs dort auch die Wohnmobilhalterungen in Auftrag geben.

Rebekka Neander

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