Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
„Airbus“ möchte nicht landen

Twenge „Airbus“ möchte nicht landen

23 Jahre ist das Voltigierpferd Airbus alt, an drei Weltreiterspielen hat der Wallach teilgenommen. Jetzt deutet sich der Abschied des Tieres vom Turniersport an.

Voriger Artikel
Telekom steht zu Netzausbau im Weiherfeld
Nächster Artikel
Dorfstraße bleibt umstritten

Egal, wer auf Airbus in den 18 Jahren seiner Voltigierkarriere geturnt hat: Sie alle schätzen seine absolute Zuverlässigkeit. „Das macht den Kopf frei“, sagt auch Thomas Brüsewitz, der auf Airbus jetzt bei den Weltreiterspielen turnte.

Quelle: Neander

Twenge. Mit der Mimik von Pferden ist das so eine Sache. Eigentlich geht da nicht viel. Ohren vor, Ohren zurück. Vielleicht noch die Nüstern ein wenig pikiert nach oben ziehen. Dann ist auch schon Schluss mit den sichtbaren Emotionen. Nur nicht bei Airbus. Da ist alles anders. Es gibt wohl kaum ein Pferd, das so eindeutig schlecht gelaunt gucken kann.

Aus seiner Sicht mit gutem Grund. Der Wallach steht in der Halle seines Heimathofes in Twenge und soll für die Fotografin einige Runden drehen. Keine Musik. Kein nennenswertes Publikum. Wozu denn das jetzt bitte?! Airbus setzt sich mit deutlichem Missmut in Bewegung, als wäre jeder erbetene Schritt in dieser Halle eine persönliche Beleidigung.

Das sollten die Hausherren, die Familie Münkel, sich nicht zu Herzen nehmen. Denn Airbus, den alle hier nur Jumbo nennen, ist ganz einfach ein „Reisepferd“.

Damit könnte es bald zu Ende sein. Denn am Sonntag hat Airbus vor der Siegerehrung des Vielseitigkeitsturniers so ein bisschen seinen Abschied gegeben - nach 18 Jahren im internationalen Sport und drei Weltreiterspielen, den alle vier Jahre ausgetragenen Gesamtweltmeisterschaften im Reitsport.

Irina Lenkeit sagt dies - und glaubt so recht nicht daran. Sie hat den heute 23-jährigen Koloss gekauft, als dieser mit fünf Jahren noch ein junger Hüpfer war. „Wenn der Jumbo einen Hänger sieht, dann quietscht er. Und geht es in den Wettkampf, ist der kaum noch zu bremsen.“ Eigentlich, und dabei muss Lenkeit lachen, „wird der Kerl von Wettkampf zu Wettkampf immer jünger.“

Also immer noch ein Hüpfer? Im Gegenteil. All jene, die in 18 Jahren auf ihm geturnt haben, schätzen seine stoische Ruhe, die den Turnerkopf frei macht von der Angst vor unsanften Landungen. Vorausgesetzt, die Atmosphäre ist seiner würdig.

Das sagt auch Thomas Brüsewitz. Er habe in Airbus sein Traumpferd gefunden. Der 20-jährige Garbsener hat auf dem fuchsfarbenen Sachsen-Anhaltiner mit dem einzigartigen Kuhfleck unterm Bauch im französischen Caen vor kurzem einen „erfreulichen“ vierten Platz erturnt, vor seinem Bruder Viktor auf Platz 5. Schon für diese Reise sollte Airbus aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zugelassen werden. Ein schwerer Sturz steckte ihm förmlich in den Knochen. „Noch im Frühjahr standen die Chancen 70:30 gegen ihn“, sagt Lenkeit - und schmunzelt. Die Bilanz nach Caen sagt etwas anderes: „So gute Pferde-Noten hatte er noch nie, und er ging als bestes Pferd vom Platz.“ Dass der Jumbo in vier Jahren noch einmal zu Weltreiterspielen fliegen wird, daran glaubt Lenkeit zwar nicht wirklich. Aber als Trainingspferd soll der Routinier noch eingesetzt werden. Und ein paar Weltcup-Turniere dürfen es auch noch sein. Allein, damit Airbus bei Laune bleibt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr