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Älteren etwas Zeit schenken

Langenhagen Älteren etwas Zeit schenken

Die Idee ist klasse: Ehrenamtliche sollen sich nach eingehender Ausbildung als Seniorenbegleiter engagieren. Bislang haben sechs Interessierte ihre Zusage zur Teilnahme gegeben. Doch beim ersten Informationsabend ist indes die Resonanz überschaubar geblieben.

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Claudia Koch (links) und Christel Kolossa-Saris werben für ihr neues Angebot in Langenhagen.

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. Möglicherweise haben Stadt und KSG zum falschen Zeitpunkt eingeladen, meint die Leiterin des städtischen Büros für Bürgerengagement, Christel Kolossa-Saris, angesichts der nur zwei Interessierten bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus. Wahrscheinlich sei das auch dem immensen Engagement von Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingsbetreuung geschuldet. Doch das von ihr als „Herzensangelegenheit“ bezeichnete und nun gemeinsam mit der KSG angeschobene Projekt „Seniorenbegleiter“ starte auf alle Fälle im November. Ihren Angaben zufolge haben sich bereits sechs Interessierte für die 50 Stunden umfassende kostenlose Schulung angemeldet. „Zehn weitere Teilnehmer wären aber toll“, sagt Kolossa-Saris. In der Ausbildung erfahren sie etwas über rechtliche Grundlagen, Notfälle im Alter, Kommunikation und Gesprächsführung.

Mit Jutta Jüngling ist jetzt wohl die siebte Freiwillige gefunden, die sich zu einer ehrenamtlichen Seniorenbegleiterin ausbilden lassen wird. „Ich möchte Menschen eine Freude bereiten, ihnen Gesellschaft leisten“, erklärt die 52-jährige Langenhagenerin ihre Motivation. Und Berührungsängste bei älteren Menschen habe sie schon gar nicht, betont Jüngling.

Sie ist damit vermutlich genau richtig bei den Seniorenbegleitern. Denn dahinter steckt die Idee, allein lebenden Senioren Gesellschaft zu leisten. Etwa beim Vorlesen von Büchern, gemeinsamen Spielen und bei Spaziergängen. Sie zum Arzt, zu Behördengängen oder zum Wochenmarkt zu begleiten. Claudia Koch, Leiterin des KSG-Quartierstreffs, bezeichnet das als „Zeitgeschenke verteilen“. Kolossa-Saris ergänzt: „Uns geht es darum, allein lebende Senioren aus ihrer Isolation herauszubekommen.“

Vorerst startet das Projekt im Stadtteil Wiesenau - voraussichtlich im März. Das ist kein Zufall. „Wir wissen, dass hier ein großer Bestand an Wohnungen ist. Und viele Senioren sehe ich bei unseren Angeboten im Treffpunkt“, sagt Koch.

Gleichwohl soll das Angebot nach dem Willen der beiden Frauen irgendwann dann auch auf die gesamte Stadt ausgedehnt werden. Denn die Gesellschaft werde immer älter, sagt Kolossa-Saris. „Und ohne ehrenamtliches Engagement bekommen wir das nicht hin.“

Von November bis Januar bieten nun Stadt und KSG eine entsprechende Schulung für die Seniorenbegleiter an. Und mitmachen kann quasi jeder. „Wir wollen, dass es eine seriöse Geschichte wird, und dass auch die zu begleitenden Personen eine Sicherheit haben, wenn sie von zertifizierten Ehrenamtlichen betreut werden“, betont Kolossa-Saris. Aus diesem Grund werde auch ein Führungszeugnis verlangt - ebenfalls von der Stadt bezahlt. „Denn die Begleiter sollen keinen finanziellen Nachteil haben.“ Deshalb gebe es für sie unter bestimmten Umständen, also etwa bei notwendigen Autofahrten, auch eine Aufwandsentschädigung. „Doch eigentlich handelt es sich um ein reines Ehrenamt“, ergänzt Koch.

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