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Zuckerkuchen zur Diamantenen Konfirmation

Langenhagen Zuckerkuchen zur Diamantenen Konfirmation

Vor 60 Jahren fand in der damals noch jungen Godshorner Kirchengemeinde die erste Konfirmation statt. Am Sonntag, 20. August, haben deshalb bei einem Festgottesdienst die silbernen, goldenen und diamantenen Konfirmanden ihr Jubiläum gefeiert. Zwei Jubilare erinnern sich an die Konfirmationszeit.

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Die Konfirmanden des Jahrgangs 1957 mit Pastor Maximilian Schaeffer vor der Godshorner Kapelle.

Quelle: Privat

Godshorn. Anneli Boy und Ute Kethler wurden am 24. März 1957 in der Godshorner Kapelle konfirmiert. Seit diesem Tag hat sich einiges in der Gemeinde verändert und auch die Konfirmationszeit war eine andere. "Am Anfang fand unser Konfirmandenunterricht immer in Engelbostel in den Gemeinderäumen statt. Später wurden wir in der Schule in Godshorn in unseren Klassenräumen unterricht", erinnert sich Kethler. Damals habe es keine Gemeinderäume gegeben und man musste mit den vier vorhandenen Klassenräume vorlieb nehmen. Unmittelbar vor der Konfirmation sollten sich die Kinder damals sogar behaupten. "Wir mussten eine Woche vor der Konfirmation eine Prüfung ablegen. Es wurde zum Beispiel nach den zehn Geboten gefragt und wir sollten diese dann aufzählen und erklären können", erzählt Boy und betont, dass es wichtig sei die eigene Religion wirklich zu kennen. In der heutigen Zeit müssen man aber auch offen für anderen Glauben sein und sich aufeinander einlassen, sind sich die beiden Freudinnen einig.

Auch die Konfirmationsfeier sei damals eine andere gewesen. "Die Mädchen haben alle feine Konfirmationskleider getragen und keine Hosen, wie man es heute oft sieht. Und alle trugen schwarze Kleidung", sagt Kethler, und Boy stimmt ihr zu. "Ich kann mich sogar noch erinnern, dass ich zum ersten Mal Schuhe mit hohen Absätzen getragen habe", sagt sie. Damals habe es auch einen besonderen Schmuck gegeben: die Mädchen sollen einen selbsgemachten Myrtenkranz auf dem Kopf getragen haben und für die Jungen gab es einen kleinen Myrtenstrauch für das Revers. Ein erstes Geschenk bekamen die Kinder bereits zu Beginn der Feierlichkeiten. "In unsere Gesangbücher wurden Spitzentücher gelegt. Diese wurden oft von der eigenen Mutter oder Patentante gehäckelt", erläutert Boy.

Nach der Konfirmation seien viele Kinder aus der Nachbarschaft vorbeigekommen, um zu gratulieren. "Es gab dann für alle Gratulanten Konfirmationskuchen", weiß Boy. Ein Kuchen mit einem Hefeteig und viel Zucker - zur damaligen Zeit etwas ganz Besonderes. Diesen Kuchen habe es jetzt am Wochenende auch zum Jubiläum gegeben und sei bei allen Gästen gut angekommen. An ihre Geschenke können sich Boy und Kethler auch noch gut erinnern: "Ich habe Silberbesteck mit der Hildesheimer Rose und Bettwäsche bekommen. Kein Geld, wie es heute üblich ist", erzählt Boy. Auch zu Geburtstagen und Weihnachten habe es das Besteck und andere Haushaltsgegenstände gegeben - bis irgendwann nahezu ein kompletter Hausstand zusammen gewesen sei. "Als 14- oder 15-Jährige freut man sich über sowas nicht. Ich war wirklich neidisch auf Kinder die zum Beispiel eine Kette oder anderen Schmuck bekommen habe", gesteht Boy.

Das Wochenende haben die Jubilare gleich doppelt ausgekostet und neben der diamantenen Konfirmation auch noch ein Klassentreffen veranstaltet. "Es war schön sich wieder mit allen austauschen zu können. Und es war wirklich rührend das einige auf Krücken, direkt aus dem Krankenhaus gekommen sind", sagt Kethler. Sie habe eine Mitschülerin 60 Jahre nicht gesehen, sich aber sofort an eines ihrer Gedichte erinnert - so wie viele andere. Das nächste Treffen soll nicht so lange auf sich warten lassen und so steht das nächste Klassentreffen bereits in fünf Jahren an. Bis dahin wünsche die beiden Freundinnen allen Jubilaren nur eines: "Bleibt gesund und bis zum nächsten Mal!"

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Pastor Falk Wook (links) begrüßte die diamantenen Konfirmanden am Sonntag, 20. August, in der Kirche Zum Guten Hirten.

Quelle: Privat

Von Simon Binge

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