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Amtsgericht bittet um Entschuldigung

Langenhagen Amtsgericht bittet um Entschuldigung

Das Grundbuchamt hat fälschlicherweise komplette Adresslisten an Hauseigentümer der neuen Sanierungsgebiete verschickt. Erst nach einer Recherche dieser Zeitung bittet das Amtsgericht nun die Langenhagener um Entschuldigung für den Fehler. Im März hatte die Behörde noch jedes Fehlverhalten abgestritten.

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Die Ursache für den Fehler des Grundbuchamtes wird im Amtsgericht Hannover noch gesucht.

Quelle: Eberstein (Symbolbild/Archiv)

Langenhagen. Da rieben sich im Frühjahr doch manche Hauseigentümer die Augen: Mit dem Brief, der den Eintrag "Sanierungsgebiet" für ihr Eigentum dokumentieren sollte, erhielten einige Betroffene gleich eine komplette Adressliste. Diese führte fein säuberlich auch alle anderen Namen, Adressen und Flurstücknummern auf, die im Sanierungsgebiet einen Eintrag erhalten sollen.

Einige der Betroffenen beschwerten sich daraufhin bei der Stadt, deren Mitarbeiter derlei Vorgehen bislang auch noch nicht erlebt und keinerlei Erklärung hatten. Mehr noch: Nachfragen beim Grundbuchamt brachten kein Licht ins Dunkel. In einem Brief an einen Beschwerdeführer heißt es von Seiten der Stadt: "Das Grundbuchamt beantwortete diesen Hinweis schon damals lapidar dahingehend, dass die Form der Benachrichtigung aus technischen Gründen nicht anders möglich sei." Weitere Erklärungen erfolgten nicht. Überdies könnten "konstruktive Maßnahmen", die dieses Vorgehen künftig verhindern könnten, mit der betreffenden Sachbearbeiterin nicht vereinbart werden.

Offenbar hat sich in den Monaten seither nichts an der Praxis verändert. Denn auch bei der ersten Anwohnerversammlung für das Sanierungsgebiet Wiesenau Anfang September beschwerten sich einige Hauseigentümer darüber, dass ihre Eigentumsverhältnisse nun ja wohl auch allen Nachbarn bekannt seien. Erich Neßlage, für die Deutsche Stadt- und Grundstücksgesellschaft DSK für die Betreuung der Sanierungsgebiete Wiesenau und Kernstadt/Nord verantwortlich, zeigte sich mehr als erstaunt über dieses Gebaren der Behörde. Derlei habe er noch nicht erlebt.

Erst die Nachfrage dieser Zeitung hat dem Versand der Adresslisten nun ein Ende bereitet. Jens Buck, Sprecher des Amtsgerichts, dem das Grundbuchamt unterstellt ist, fand am Mittwochmorgen deutliche Worte: "Es handelt sich hierbei um einen sehr bedauerlichen Einzelfall einer fehlerhaften Abarbeitung." Noch am Dienstag sei deshalb ein Brief an Bürgermeister Mirko Heuer rausgegangen, in dem die Behörde bei den Bürgern um Entschuldigung bittet. "Die betreffende Mitarbeiterin befindet sich derzeit im Urlaub", erläuterte Buck. Nach ihrer Rückkehr werde man "in Ruhe aufarbeiten", wie es zu dem Fehlverhalten gekommen sei. "Die Abarbeitung solcher Vorgänge ist normalerweise im Computer vorgegeben und darf eigentlich gar nicht anders ablaufen." Buck zeigte sich allerdings erleichtert, dass mit den Listen zwar Adressen und Flurstücknummern herausgegeben worden seien. "Aber keinerlei höchstpersönliche Daten wie beispielsweise eine Belastung des Grundstücks."

Buck hob überdies hervor, dass im Grundbuchamt nun ein "Sonderdienst" eingerichtet worden sei, um die "Rückstände in der Abarbeitung" aufzuholen. Alle Grundeigentümer, deren Parzellen innerhalb der vom Rat beschlossenen Sanierungsgebiete liegen, erhalten eine Bestätigung für den entsprechenden Eintrag im Grundbuch. Die ersten Briefe wurden Anfang des Jahres verschickt. Bis heute sind längst nicht alle Betroffenen angeschrieben worden.

Eine Reaktion des Bürgermeisters auf den Brief steht noch aus. Bis Mittwoch war kein Brief vom Amtsgericht bei ihm eingegangen, hieß es aus seinem Büro.

Von Rebekka Neander

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