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„Anders auf die Kinder zugehen“

Langenhagen „Anders auf die Kinder zugehen“

Im Rollstuhl? Ohne Sprachkenntnis? Verhaltensauffällig? Um die steigenden Anforderungen an die Mitarbeiter von Kindertagesstätten in Zeiten der Inklusion drehte sich ein erster Vortrag, zu dem die Stadt eingeladen hatte.

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Kinder erst einmal zu beobachten, bevor ihr Verhalten gewertet wird, könnte ein künftiger Ansatz sein. Neander

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen. Eine erste Folge: Es wird nicht der letzte Vortrag gewesen sein. Was tun mit einem Kind, das permanent dazwischenquakt? Das nicht ablässt davon, Kisten auszukippen? Das kein Wort versteht? Stephanie Emmel hat darauf keine Universalantwort. Aber eine Idee: „Fragen, warum es das tut.“ Und wenn das keine Lösung bringt, vielleicht einfach mal genauer beobachten, bevor man entnervt irgendeine Sanktion erdenkt.

Emmel, Fachbeauftragte für Kindertagesstätten bei der Stadt Langenhagen, hat dabei nicht nur die eigene Erinnerung an ein unaufhörlich quiekendes Kind im Kopf - „es stellte sich heraus, dass es einen Film über heulende Seehundbabys gesehen hatte.“ Emmel ist noch hörbar begeistert von der ersten Vortragsveranstaltung im Ratssaal, zu der die Stadt pädagogische Mitarbeiter aller rund 40 Einrichtungen aller Träger eingeladen hatte. Die Dozenten, Inklusionsberater Klaus Kokemoor und der Psychologe Michael Lichtblau, hatten Anfang der Woche zwei Stunden einen „wohltuenden Mix“, so Emmel, aus Wissenschaft und Praxis dargeboten.

Kern ihrer Botschaft: „Wir müssen in Zeiten der Inklusion anders als bisher auf die Kinder zugehen“, berichtet Emmel. „Wir müssen mehr beobachten, wobei das Wort ,Achten’ darin eine größere Rolle spielen muss.“ Wer laut ist, sei nicht gleich ein Störenfried. Weil am Personalschlüssel der Einrichtungen auf Sicht nichts zu ändern sei, gaben die beiden Dozenten den Zuhörern viele praktische Tipps mit auf den Weg. „Vor allem ist es gut, sich mithilfe von Videoaufnahmen zu vergegenwärtigen, wie man selbst im Kontakt mit Kindern agiert“, erläuterte Emmel.

Die vielfach neuen Erfahrungen, die pädagogische Mitarbeiter von Betreuungseinrichtungen mit den Eigenschaften, Verhaltensweisen, Einschränkungen und Temperamenten machten, böten auch eine Chance. Weil diese Vielfalt aus sich heraus kein Motor für wechselseitige Anerkennung sei, brauche es in „unserer Gesellschaft eine klare Haltung“, so Emmel, die Unterschiedlichkeit als Normalität anerkennt.

Emmel wünscht sich, dass an Folgeveranstaltungen künftig auch mehr Vertreter von Grundschulen teilnehmen. Zudem werden sich die Kitas Kokemoor als Berater ins Haus holen. „Dafür gibt es einen Fortbildungsetat der Stadt.“

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