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Auf Wiedersehen, Herr Kuschel!

Langenhagen Auf Wiedersehen, Herr Kuschel!

Stellen Sie sich vor: Sie gehen zur Arbeit und 1500 Menschen applaudieren und jubeln Ihnen zu - Wolfgang Kuschel hat das am Dienstag so erlebt. „Das hat man nicht jeden Tag, ich bin völlig überwältigt“, sagte Kuschel. Der Leiter der IGS Langenhagen wurde am Dienstag offiziell verabschiedet.

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Die Schüler stehen morgens für Wolfgang Kuschel Spalier.

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. Kuschels Amtszeit endet am Freitag, am Dienstag stand seine offizielle Verabschiedung an. Und der Tag begann mit einer großen Überraschung. Alle 1500 Schüler der IGS hatten an Kuschels täglichem Weg zur Arbeit ein Spalier gebildet. Ab der Kreuzung Bothfelder Straße/Kurt-Schumacher-Allee standen sie und feierten ihn auf dem verbleibenden Kilometer über Tempelhofer Straße und Konrad-Adenauer-Straße bis zum Schulgelände.

Die Bilder zur Verabschiedung von IGS-Leiter Wolfgang Kuschel

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Kuschels Stellvertreterin Barbara Schikowski hatte diese Überraschung sowie das anschließende Programm in der Schule organisiert. Auch dort waren wieder alle Schüler im Einsatz, in jeder Klasse musste Kuschel kleine Spielchen absolvieren oder Aufgaben erledigen.

Von Stephan Hartung

Persönlicher Dank
für Haltung zur IGS

„Schüler stimmen mit den Füßen ab“ – mit diesem Satz fasste Kultusministerin Frauke Heiligenstadt während der Verabschiedung von IGS-Leiter Wolfgang Kuschel dessen Verdienste rund um die erste Gesamtschule der Stadt zusammen. Denn bei seiner Übernahme der Schule vor knapp einem Vierteljahrhundert habe er eine Schule mit exzellentem Ruf übernommen, diesen während seiner Amtszeit noch weiter ausgebaut. Davon zeugten nicht nur die konstant hohen Anmeldezahlen der Schüler, sondern auch die sehr guten Noten der Schulinspektionen.

„Du hast Gesamtschule gelebt, und du hast dabei viele andere Menschen, auch mich, motiviert“, sagte Heiligenstadt in ihrer Rede und bezog sich dabei auf Kuschels Credo, nicht er allein stehe für den Erfolg der IGS, sondern sein Team. „Eine gute Schule braucht viele Menschen“, bestätigte die Ministerin und fügte hinzu, als Schulleiter habe Kuschel sie zum Mitwirken gewinnen können. Das gelte ebenso für Kollegen wie für Eltern und Schüler. Sie danke ihm persönlich für die Haltung, die Schüler in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen, streitbar für die Gesamtschule zu sein und dieses Engagement nicht nur auf die eigene IGS zu konzentrieren, sondern auch auf andere Schulen. Mit einem Bildband über Niedersachsen wolle sie ihn animieren, all jene Flecken aufzusuchen, in denen Gesamtschulen noch fehlen.

Von Antje Bismark

Penetranz des radelnden Teetrinkers

Niemals hatte ich so wenig Ahnung von Schule wie heute“, bekannte Wolfgang Kuschel vor seiner Verabschiedung Dienstagnachmittag. Musik, Tanz, Theater, Spaß – all das prägt seiner Einschätzung nach die IGS, und all das hatten Kollegen, Schüler und Eltern in einem Theaterstück zusammengetragen, das bedauerlicherweise ein Unikat bleiben wird. Dabei zeichneten sie liebevoll mit einem Augenzwinkern ein Porträt ihres inzwischen ehemaligen Chefs, den Hendrik Becker spielte. Kuschels Sekretärin Barbara Behnisch trat als eben jene auf die Bühne in der Aula, die im Laufe der Feierstunde die betagten IGS-Sportler ebenso bevölkerten wie der Beratungs- und der Schulsanitätsdienst.

In einer Lehrerrunde trug ein Team um Barbara Schikowski die Eigenschaften des „Chefs“ zusammen: hartnäckig, menschlich, immer ein offenes Ohr, kritisch und in der Lage, auch andere Meinungen zu akzeptieren und sich überzeugen zu lassen. „Wir unterrichten Schüler, keine Fächer“, wiederholten die Pädagogen ein Leitmotto und bemühten auch ein zweites: „Hinfallen ist erlaubt, liegen bleiben nicht.“ Zur Bilanz nach der fast 25-jährigen Amtszeit gehöre auch, dass Kuschel den Generationswechsel im Kollegium erfolgreich vollzogen, eine angenehme Atmosphäre im Betonbau zwischen den Gerüsten geschaffen und den guten Ruf der Schule über die Stadtgrenze hinweg getragen habe.

Bürgermeister Mirko Heuer blickte auf gemeinsame politische Erfahrungen zurück und würdigte in seiner Rede jene Eigenschaften, die zuvor auch die Kollegen und Schüler hervorgehoben hatten. „Er kann scharf formulieren und tut das auch, aber immer auf einer sachlichen Ebene“, sagte Heuer. „Deshalb können wir danach auch wieder miteinander reden.“ Zugleich habe sich Kuschel als hartnäckig bis penetrant erwiesen, wenn es um „seine“ IGS gegangen sei. Als Moderator suche er seinesgleichen: „Ich habe dir immer gern zugehört.“

Auch Kuschel wird gern zugehört haben: bei selbst geschriebenen Liedern, Demos für Hitzefrei in seinem Büro, Dialogen über Kinder von Verkäuferinnen und Ministern an einem Schultisch sowie abgeschnittenen Blumen. Hinter all dem stand zugleich der „Spirit der IGS“, den alle Akteure lobten.

Von Antje Bismark

 

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