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Blumen-Jan verabschiedet sich

Langenhagen Blumen-Jan verabschiedet sich

Die Langenhagener haben ihn in ihr Herz geschlossen, doch nun ist der Abschied gekommen. Jan van Egmond hört nach 40 Jahren auf. Am heutigen Dienstag und am kommenden Sonnabend ist der Blumenverkäufer zum letzten Mal auf dem Wochenmarkt in Langenhagen anzutreffen.

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Sag´s mit Blumen: Jan van Egmond hört Ende Oktober auf.

Quelle: Holger Hollemann

Langenhagen. "Ich bin auch schon von vielen Menschen angesprochen worden", sagt van Egmond, den man auf dem Wochenmarkt nur unter seinem Spitznamen kennt. Wer bei ihm einkauft, tut dies beim "Blumen-Holländer" oder bei "Blumen-Jan", wie der 67-Jährige selbst berichtet.

In der Tat hat er einen guten Ruf auf dem Marktplatz, wo er an jedem Dienstag und Sonnabend von 8 bis 13 Uhr anzutreffen war. Inklusive der wenigen Jahre, in denen der Langenhagener Wochenmarkt an der Kastanienallee untergebracht war, verkauft er in der Flughafenstadt seit 40 Jahren.

Ein Schild am Verkaufsstand weist jedoch auf das Ende am 29. Oktober hin. Traurig, aber wahr: Es ist dann wirklich das Ende. "Mein Sohn will den Handel nicht übernehmen, er schreckt offenbar vor einer 60-Stunden-Wochen zurück", sagt van Egmond. In diesem Moment schaut der Zwei-Meter-Hüne ziemlich traurig aus, schließlich müssen seine vier Verkaufshelfer nun auch woanders unterkommen.

Angefangen hat seine Berufslaufbahn eher ungewöhnlich. "Eigentlich bin ich Tischler. Dann habe ich einem Freund für drei Wochen in dessen Urlaubsabwesenheit ausgeholfen - und gemerkt, dass mir der Blumenverkauf Spaß macht." Über den Blumenhandel kam der gebürtige Amsterdamer schließlich nach Deutschland, wo er seine Frau Rosi kennenlernte. Sie wohnen heute in Isernhagen.

Zeitweise belieferte van Egmond außer dem Markt in Langenhagen noch fünf weitere Märkte in Hannover, außer sonntags und montags klingelte jeweils um 4 Uhr sein Wecker. "Aber die Märkte in Hannover habe ich schon alle abgegeben. Und jetzt läuft Langenhagen auch aus", sagt Blumen-Jan, während eine Stammkundin das Gespräch unterbricht und ein kleines Geschenk mitbringt. Pralinen und ein edles Tröpchen Alkohol. "Für die kalte Tage, ich musste heute zur Verabschiedung kommen, denn am Sonnabend bin ich nicht da. Wir werden Jan sehr vermissen", sagte Emmi Buja aus Langenhagen.

Und sie ist nicht die einzige Person, die seinen Abschied bedauert - da drängt sich die Frage natürlich auf: Lässt er sich noch umstimmen? "Nein, jetzt ist wirklich Schluss. Eigentlich wollte ich schon vor zwei Jahren aufhören, musste dann sogar meine Frau überzeugen, dass ich noch weitermache."

Ab November darf Jan van Egmond dann seinen Ruhestand genießen. "Ein bisschen Wehmut ist natürlich da. Hoffentlich habe ich nicht Langeweile, weil ich zuviel Zeit habe."

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Ein Schild weist auf die Schließung des Stands hin.

Quelle: Hartung

Von Stephan Hartung

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