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Keine Rettungsgasse: Autos behindern Einsatzkräfte

Langenhagen Keine Rettungsgasse: Autos behindern Einsatzkräfte

Weil Autofahrer nach einem Unfall auf der B 522 keine Rettungsgasse gebildet haben, konnten Fahrzeuge der Feuerwehr Langenhagen am Mittwoch nicht die Unfallstelle erreichen. Nach Aussage von Feuerwehrsprecher Stephan Bommert erwägt die Polizei eine Anzeige gegen die betreffenden Autofahrer.

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Wer im Stau erst einmal zum Stehen gekommen ist, kann keine Rettungsgasse mehr bilden. Darüber klagen Einsatzkräfte immer wieder. So auch am Mittwoch auf der B522.

Quelle: Feuerwehr

Langenhagen. Am Ende ging es nur um das Abstreuen ausgelaufener Betriebsstoffen. Aber wäre es bei dem Unfall auf der B 522 am Mittwochvormittag um jede Sekunde gegangen, wäre es böse ausgegangen. "Wir haben bestimmt fünfmal so lange gebraucht wie sonst", klagt Feuerwehr-Sprecher Stephan Bommert auch am Tag danach noch hörbar erbost. Denn die Autofahrer, die nach dem Unfall im Stau standen, ließen den Einsatzfahrzeugen keinen Platz, um durchzukommen.

Gegen 12 Uhr war es in der Trogstrecke der Bundesstraße in Richtung Hannover zu einem Unfall gekommen. Eine Autofahrerin war mit ihrem Fahrzeug ins Schleudern gekommen und hatte dabei ein weiteres Auto gerammt. Beide Autofahrer verletzten sich leicht. Weil der Einsatzort zunächst nahe dem Flughafen gemeldet worden war, fuhr die Langenhagener Feuerwehr über die Autobahn 352 zu der Unfallstelle. Von dort geriet sie in den Rückstau. "Die Fahrzeuge mussten sich dann mühevoll ihren Weg durch den Stau bahnen", sagte Bommert. Erst mit Hilfe der Polizei und durch zeitraubendes Rangieren der Fahrzeuge konnte eine Rettungsgasse gebildet werden.

Polizeisprecher Mario Manthei gibt Bommert unumwunden recht: "Wer Rettungskräften im Einsatz nicht umgehend freie Fahrt ermöglicht, begeht eine Verkehrsordnungswidrigkeit." Diese werde zwar nur mit einem Bußgeld von bis zu 20 Euro belegt. Gleichwohl können Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, zivilrechtlich in einem Schadenfall belangt werden. "Wenn es um die Rettung von Menschen geht, zählt jede Sekunde."

Dass es auch anders geht, erlebte die Feuerwehr Langenhagen noch am selben Tag, berichtete Bommert erfreut: Als sie um 16 Uhr wieder auf die A 352 gerufen wurde, nachdem ein Kleinlaster in die Leitplanke gerutscht war, "da hatten wir auf der gesamten Strecke eine Rettungsgasse, wie sie im Lehrbuch steht". 

Von Rebekka Neander

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