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Azubis zeigen mit dem Pflug ihr Können

Langenhagen Azubis zeigen mit dem Pflug ihr Können

Nicht höher und weiter, sondern die Präzision am Boden ist gefragt: 16 landwirtschaftliche Auszubildende aus der Region haben sich auf einem Acker in Hainhaus dem traditionellen Kreisleistungswettbewerb im Pflügen gestellt. Eine berufliche Freizeitveranstaltung – die Noten werten nicht für die Ausbildung.

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So sehen spätere Siegerinnen aus: Sophia Engelke aus Kaltenweide ist die einzige weibliche Auszubildende, die diesmal am Kreisleistungspflügen teilnimmt.

Quelle: Ursula Kallenbach

Kaltenweide. Die angehenden Landwirte dürfen als künftige Meister der Pflugschar gelten. Denn wer teilnimmt, tut dies aus persönlichem Interesse, Ansporn und Liebe zur Sache schon in jungen Jahren. Bis zu den Weltmeisterschaften können sie sich „hinaufpflügen“, erklärt Andreas Teichler. Er hat als Berater für die Berufsbildung Landwirt bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover, die Teilnehmer für die Veranstaltung gewonnen. „Wir bringen den Nachwuchs in Gang“, stellt er stolz fest. Die meisten seien seine eigenen Auszubildenden. „Die wollen mal zeigen, was sie können.“

Sophia Engelke aus Kaltenweide ist in diesem Jahr die einzige junge Frau bei diesem Kreisentscheid. Die 19-Jährige muss gerade noch ihren Pflug inspizieren. Sie absolviert ihr zweites Ausbildungsjahr. Zwei Stunden Zeit hat sie jetzt, um den Anforderungen gerecht zu werden. „Wenn sie sich platziert, macht sie 2017 beim Bezirksentscheid mit“, gibt ihr der Berufsausbilder mit auf den Weg. „Und sie ist gut.“

Die Zahl der Zuschauer hält sich bei leichtem Nieselregen auf dem tiefen Acker in Grenzen, eine Handvoll sind gekommen. Dabei wäre dies eine gute Gelegenheit, endlich mal die Laienfragen beantwortet zu bekommen, warum Landwirte auf dem Feld so und nicht anders herum mit ihrem Trecker kurven, warum sie den Pflug an dieser Stelle und nicht an jener in die Erde senken.

Zwei Wettkampfarten veranschaulichen dies. Die Beetpflüger setzen Pflüge mit der Pflugschar auf einer Seite an – das historische Modell. „Früher gab es nur die Einseitigen“, bestätigt Teichler. „Sie können nicht drehen.“ Der historische Stil ist den Hobbypflügern vorbehalten. Der Stil der Drehpflüger mit Scharen auf zwei Seiten ist dagegen dem technischen Fortschritt geschuldet, ist heute gängige Technik. „Mit dem Vierschar-Drehpflug arbeiten die Lehrlinge in den Betrieben“, verdeutlicht der Ausbilder.

Und so soll es am Ende aussehen auf dem Feld: Die Stoppeln sollen verschwunden, die vorgegebene Pflugtiefe von 24 Zentimetern im Boden erreicht sein. Von einer zur nächsten Traktorfahrt dürfen hinterher keine Übergänge zu sehen sein, der Pflug muss jedes mal exakt eingesetzt sein. Und letztendlich muss die Schlussfurche sauber gezogen daliegen – „wie gefegt“.

Bei den Beetpflügern setzte sich schließlich Lokalmatadorin Sophia Engelke durch. Auf Platz zwei folgt Eric Voltmer aus Isernhagen und Tim Rieckmann, der auf dem Kaltenweider Hof von Fritz Engelke seine Ausbildung macht. Bei den Drehpflügern siegte Tim Schröter aus der Wedemark vor Niklas Dieterich aus Pattensen und Henning Wehde aus Isernhagen.

Ohne die „alten Hasen“ im Boot wären solche Wettbewerbe nicht zu stemmen, betont Teichler. Die Senioren aus der Landwirtschaft, verbunden in der Pflügergemeinschaft Kaltenweide und der Pflügergemeinschaft Otze, sind selbst alterfahrene Pflüger und stellen die Wettkampfrichter. Die erforderliche Fläche hat in Hainhaus Landwirt Dusche für die Teilnehmer bereitgestellt.

Dritte im Veranstalterbunde ist bei dem Leistungspflügen die Justus-von-Liebig-Schule, Ausbildungsstätte für landwirtschaftliche Berufe in Ahlem. Ein kräftiger Imbiss für die Teilnehmer ist ihr Beitrag. Auch der Landvolkkreisverband unterstützt die angehenden Landwirte, ebenso die Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA) in Nienburg.

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