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Reformationsbrötchen erinnern an Luthers Hut

Langenhagen Reformationsbrötchen erinnern an Luthers Hut

Alter Brauch neu belebt: Konditormeister Harald Luther wandert zum 500-jährigen Reformationsfeier auf Martin Luthers Spuren und backt aus Hefeteig mit Rosinen sogenannte Reformationsbrötchen im Wiesenauer Quartierstreff. Die flachen, süßen Semmeln sollen an den Hut des Reformators erinnern.

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Harald Luther knetet den Hefeteig für die Reformationsbrötchen.

Langenhagen. Harald Luther ist immer wieder für alte Traditionen zu haben. Vor einigen Jahren hat er den sogenannten Ilexlauf bei der Langenhagener Ritterschaft rot-gelb neu ins Leben gerufen. Dabei machen die Bäcker mit dem spitzen Zweig an den Beinen anderer Leute auf sich aufmerksam, um ihre Backwaren besser an den Mann zu bringen.

Jetzt backt er anlässlich des 500-jährigen Jubiläums das Reformationsbrötchen. Das süße Gebäck wird nach wie vor in Sachsen und Sachsen Anhalt zum Reformationstag gebacken in Erinnerung an Martin Luther. Und nun lässt Namensvetter Harald Luther den Usus in der Flughafenstadt neu aufleben. Beim Frühstück im Wiesenauer Quartierstreff fertigt der Konditormeister im Vorfeld auf das große Fest in sechs Monaten einen Hefeteig mit Rosinen. "Das Originalrezept sieht nicht Rosinen vor, sondern Korinthen", sagt der Bäckermeister. Aber die mögen die Leute heute nicht, ergänzte Luther. Aus dem Teig rollt er runde Brötchen aufs Backpapier. "Die müssen dann noch etwas ruhen und aufgehen", erklärt Luther. Danach werden die Semmeln kreuzförmig mit einem Messer eingeschnitten.

Ein Bäckerkollege aus Leipzig berichtete Luther, dass er in der Mitte des Brötchens ein Loch eindrücke. In dieses fülle er rote Marmelade. Das wiederum symbolisiere das Blut von Martin Luther, der sich beim Anbringen seiner 95 Thesen an die Schlosskirche Wittenberg auf den Finger gehauen haben sollte, berichtet der Bäckermeister. "Luther war Theologe und eben kein Handwerker", sagt der Langenhagener lachend.

Dieses Symbolgebäck will Luther dann am 31. Oktober anbieten. Damit will er an das Jahr 1517 erinnern, als Luther mit seinen Thesen eine weltweite Reformation in Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie im sozialen Leben in Gang setzte. Der Backvorgang bis zum Servieren dauert seinen Angaben nach rund vier Stunden, weil Ruhezeiten bei dem Hefeteig eingehalten werden müssten. "Es ist wie bei Traditionen und historischen Ereignissen - alles braucht seine Zeit", meint er.

Und so entstehen die Brötchen

Für das Hausrezept der Reformationsbrötchen von Konditormeister Harald Luther werden für etwa 30 Stück folgende Ingredienzien benötigt: Ein Kilogramm Weizenmehl Typ 550, 125 Gramm Zucker, 200 Gramm Butter, 480 Milliliter Milch, 50 Gramm Hefe, 15 Gramm Salz und 10 Gramm abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone. Zudem werden 200 Gramm Rosinen entweder in Wasser, Rum oder Weißwein eingelegt, damit sie „nicht so trocken in den Teig verarbeitet werden“, sagt der Konditormeister. Alle Zutaten werden miteinander vermischt. Der Teig muss dann ruhen und „aufgehen“. Danach werden kleine Kugeln geformt, mit einem Messer kreuzförmig eingeschnitten und bei 210 Grad gebacken. Anschließend mit roter Marmelade gefüllt, mit Zucker bestreut und gleich serviert.

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Die süßen Hefe-Brötchen symbolisieren den Hut Martin Luthers.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Von Katerina jarolim-vormeier

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