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Baumpflege kostet in Langenhagen jetzt Geld

Naturdenkmale Baumpflege kostet in Langenhagen jetzt Geld

Sie sind groß, mächtig und vor allem prächtig: die Langenhagener Naturdenkmale. Doch eine Gesetzesänderung bedeutet nun für Grundstücksbesitzer, auf deren Areal eines dieser Prachtexemplare steht, dass sie künftig dafür wohl tief in die Tasche greifen müssen.

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Für regelmäßige Gutachten zum Zustand eines Naturdenkmals müssen Grundstückseigentümer künftig etwa 150 Euro zahlen.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Die Flughafenstadt ist stolz auf ihre zehn Naturdenkmale – zu Recht. Meist sind es mächtige alte Bäume, die über Jahrhunderte das Ortsbild geprägt haben. Bislang ist die Stadt für die turnusmäßigen Gutachten und die daraus resultierenden pflegerischen Eingriffe verantwortlich – auch für das Finanzielle.

Doch seit März dieses Jahres ist alles anders, das Bundesnaturschutzgesetz wurde geändert. Das niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz hat zwischenzeitlich auch einen entsprechenden Erlass herausgegeben, der alles Weitere regeln soll. Doch es bleiben Fragen.

Das Problem: Acht der zehn Naturdenkmale befinden sich auf privatem Grund – und die Grundstücksbesitzer werden künftig zur Kasse gebeten, heißt es vonseiten der Stadt. Lediglich zwei Bäume stehen auf städtischen Flächen. Dort ist weiter Langenhagen zuständig. Die anderen Betroffenen wurden nach Auskunft von Langenhagens Stadtsprecher Roman Sickau bereits angeschrieben und auf die Änderungen hingewiesen.

Doch was bedeutet das nun? Künftig müssen die Eigentümer für die Gutachten zahlen, die alle 18 Monate bis zwei Jahre erstellt werden. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Langenhagens Baumkontrolleurin Almut Koch auf etwa 150 Euro pro Baum und Gutachten. Hinzu können nicht unerhebliche Summen für auf die Gutachten fußenden pflegerischen Eingriffe kommen. Dabei sind rasch vierstellige Beträge fällig.

Die Verantwortlichen haben sich aber noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, wie die Sache ausgeht, wenn die Eigentümer tatsächlich über kein Geld für einen Pflegeschnitt oder für einen anderen baumerhaltenden Eingriff verfügen.

Die Region Hannover sieht keinen Grund zur Sorge. „Die Gefahr, dass Naturdenkmale beschädigt werden, besteht immer“, sagte Regionssprecherin Christina Kreutz. Die meisten Menschen würden den Wert eines solchen Naturdenkmals aber durchaus erkennen. Außerdem stehe im Haushalt der Region nach wie vor ein Betrag für die Pflege von Naturdenkmalen bereit, „allerdings nur für Maßnahmen, die über die üblichen zur Verkehrssicherungspflicht notwendigen“ Arbeiten hinausgehen und von den Fachleuten für sinnvoll und notwendig erachtet werden, sagte Kreutz.

Was das zuständige niedersächsische Umweltministerium in dieser Frage zu tun gedenkt und wie sie klammen Eigentümern helfen kann, blieb trotz einer Anfrage unbeantwortet.

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