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Begegnungscafé baut Vorurteile ab

Godshorn Begegnungscafé baut Vorurteile ab

Das Netzwerk für Flüchtlinge in Godshorn hat zu einem erneuten Begegnungscafé eingeladen. Das sollte helfen, in der Ortschaft weitere Vorurteile abzubauen.

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Viel Interesse: Beim zweiten Begegnungscafé in Godshorn kommen viele Besucher ins Gemeindehaus.

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. Nach der erfolgreichen Premiere im Dezember musste es einfach eine Fortsetzung geben. Nun hatte das Netzwerk für Flüchtlinge in Godshorn, das unter der Trägerschaft der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten steht, zum zweiten Mal ein Begegnungscafé organisiert. Dazu waren 100 Menschen, darunter 58 ausländische Gäste, erschienen. „Das sind etwas weniger als im Dezember, da waren es insgesamt über 100. Aber es waren mehr Godshorner da“, sagte Birte Röver vom Netzwerk. Und dies sei eine gute Nachricht, „denn die Leute sollen miteinander reden und nicht übereinander“.

Genau dieser Punkt, übereinander zu reden, hatte in Godshorn vorige Woche für heftige Diskussionen gesorgt. Wie berichtet, sprechen sich Anwohner und Ortsrat gegen eine von der Stadt geplante Flüchtlingsunterkunft an der Straße Am Moore aus.

Ein gespaltenes Dorf? „Nein, so weit würde ich nicht gehen, dieses Thema polarisiert auch nicht“, meint Netzwerk-Mitglied Insa Becker-Wook. Wichtiger sei, sich auszutauschen. Mit Freude vernahm sie, dass am Café auch Godshorner teilnahmen, die in der vergangenen Woche eine noch eher ablehnende Haltung gegenüber der Unterkunft Am Moore gezeigt hatten. Röver meinte, dass Ablehnungen vereinzelt spürbar seien, „aber eine allgemeine Anti-Stimmung erkenne ich nicht“.

Mirko Balkenhol aus dem Godshorner Kirchenvorstand empfand die Diskussionen zwar emotional, „aber in der Summe sachlich“. „Und vermutlich würde sich jede Person ärgern, die 10.000 Euro in den eigenen Hausbau investiert, um die Vorgaben der Stadt zu erfüllen, und dann sieht, dass eine Unterkunft geplant ist, die so nicht ins allgemeine Erscheinungsbild passt.“ Daher ist nach seiner Meinung wichtig, dass das Begegnungscafé stattfindet. „Das machen wir jetzt auch öfter, vielleicht wieder im Juni.“

Während der zwei Stunden bot das Netzwerk auch eine Betreuung für etwa 20 Kinder im Obergeschoss des Gemeindehauses an. Im Erdgeschoss gab es, beispielsweise für Flüchtlinge aus den Unterkünften Ziegeleistraße und Hans-Böckler-Straße, Kaffee und Kuchen sowie Gespräche und Informationen. Im Mittelpunkt dabei: Tipps, wie sie mit ihrem Asylantrag umgehen und wie er aussieht, damit niemand diese wichtige Post wegwirft.

Von Stephan Hartung

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