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Bei Konfis im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen bleibt viel Wissen hängen

Modell KU4 Bei Konfis im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen bleibt viel Wissen hängen

In diesen Wochen lässt sich rund eine Viertelmillion Jugendliche konfirmieren. Doch der Konfirmationsunterricht steht zur Diskussion, nicht nur weil sich der Alltag der Jugendlichen verändert hat. Wir stellen unterschiedliche Modelle vor, die im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen praktiziert werden.

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Beim KU4-Modell betreuen Mütter wie Andrea Krüger (links) und Marion Buchheit ein Jahr lang den Unterricht der Vorkonfirmanden. Zu ihren Schützlingen gehören Krügers Sohn Moritz und Buchheits Tochter Jette.

Quelle: Rebekka Neander

Anke hat Kekse dabei, Sasha dafür keine Schere. Und Jonah ist stolz, dass die Mädchen die deutlich Lautesten am Tisch sind. Mal wieder. Der Tisch steht in einem Wohnzimmer in Bissendorf. Er trägt schwer an Getränken und Knabberkram, an Basteleien, einer Kerze und einem Bambusspross in einer Vase. Das Ganze wirkt eher wie eine Geburtstagsgesellschaft mit munterem Geplapper. Doch die zwei Mütter an den Kopfenden des Tisches sind unterwegs im Auftrag des Herrn: Sie geben gerade Konfirmationsunterricht.

Wobei keine der zwei Worthälften an diesem Nachmittag zu den ersten Eindrücken gehört. Richtig, die Kinder reden im weitesten Sinne über die Taufe. Allerdings kichern sie mehr über die mitgebrachten Babyfotos. Sie streuen kleine Geschichten ein, wer wann wo auch schon mal dies oder das erlebt hat. Aber Jonahs Stoßseufzer erntet erlösende Worte: Nein, niemand muss heute etwas aufschreiben. Nein, nichts soll so sein wie in der Schule. Uff. Jonah lehnt sich zurück. Der Viertklässler hat heute von Schule schon genug.

KU4 nennt sich dieses Modell: Das erste Jahr des Konfirmandenunterrichts fällt in die vierte Klasse, das zweite in die achte. Das erste Jahr wird betreut von Elternteilen, das zweite von Pastoren und Diakonen. Das erste unter Ausschluss hormoneller Pubertätsanfälle, das zweite mit einer ordentlichen Portion theologischen Vorwissens. So jedenfalls der Plan.

In der Praxis schwören Andrea Krüger und Marion Buchheit, die zwei Mütter der Gruppe, auf dieses Modell. Beide Frauen betreuen ihr jeweils zweites Kind darin, beide haben bereits je eines durch die Konfirmation geleitet. „Es ist erstaunlich, wie viel Wissen bei den Kleinen hängen bleibt“ – darin sind sich beide sicher. Und beide begrüßen, wie unbefangen sich die Kinder biblischen Geschichten nähern können.

Den Raum dafür, aber auch den theologischen Hinterbau samt aller Texte und Bastelmaterialien stellt ihnen Pastor Volkmar Biesalski von der Michaelisgemeinde in Bissendorf zur Verfügung. Ohne die Eltern, so Biesalski, ist das KU4-Modell nicht zu verwirklichen.

Für Buchheit und Krüger ist die Zeit des Konfirmationsunterrichtes seit wenigen Tagen vorbei. Ihr Grundschüler-Jahrgang hat seinen Abschiedsgottesdienst gefeiert. Und nun? Fürs erste scheint es ein Abschied für länger aus der alltäglichen Gemeindearbeit zu sein: „Das macht man nur fürs eigene Kind.“

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