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Beide Kirchen dürfen bleiben

Langenhagen Beide Kirchen dürfen bleiben

Die katholische Gemeinde in Langenhagen darf sich freuen: Beide Kirchen in der Stadt bleiben erhalten. Diese frohe Kunde aus dem Bischofssitz Hildesheim ist die Belohnung für einen mehr als zweijährigen Prozess. Gleichwohl: 2018 soll erneut die Existenz aller Kirchen im Bistum infrage gestellt werden.

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Viele Besucher hören interessiert zu, als Matthias Brodowy (rechts) die Diskussion mit Klaus Ciernioch und Jennifer Rihm moderiert.

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. „Warum sollte eine Gemeinde mit einem solchen Engagement auf eine ihrer Kirchen verzichten?“ Als Christian Hennecke, der Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bistum, Ende vergangener Woche diese Frage in Langenhagen stellte, traute mancher seinen Ohren nicht. „Wir haben extra noch einmal nachgefragt, aber er blieb dabei“, sagt Pastor Klaus-Dieter Tischler. „Wir können beide Kirchen behalten.“

Am Sonntag erreichte auch die Gemeinde rund um die Liebfrauen- und die Zwölf-Apostel-Kirche diese frohe Kunde. Es ist damit der - vorläufige - Abschluss einer Debatte, die vor gut zwei Jahren mit einer Hiobsbotschaft begann. Im Rahmen einer Kategorisierung der Kirchen war die Langenhagener Gemeinde aufgefordert worden, sich für eine ihrer zwei Kirchen zu entscheiden. Es sei denn, sie lege bis zum 30. Juni dieses Jahres ein „pastorales Konzept“ vor. Heißt: Nur wenn die Gemeinde beweise, dass sie ihre vorhandenen Räume benötigt und auch für sie finanziell aufkommen kann, darf sie diese behalten.

„Diese Bedrohung“, so nennt es die Öffentlichkeitsbeauftragte Claudia Hopfe, „hat etwas ausgelöst.“ Und dies in einer Intensität, mit der so nicht zu rechnen gewesen wäre. „Es haben sich dauerhaft Menschen engagiert, die vorher kaum zu sehen waren“, sagt Hopfe. Ein wichtiges Detail, wie Tischler immer betont hatte: Ein Pastoralkonzept muss nachhaltig und unabhängig von Personen funktionieren. Ein bloßes Strohfeuer spontaner Ideen hätte der Gemeinde nicht weitergeholfen. „Jetzt aber haben wir auch am Sonntag wieder eine intensive und gute Diskussion erlebt“, berichtet Hopfe.

Vollends sorgenfrei geht das Leben der Gemeinde jedoch nicht weiter. 2018, so Tischler, würden alle Kirchen im Bistum erneut grundsätzlich infrage gestellt. Wenn die Gemeinde aber in ihrer Gesamtheit weiter so vertrauensvoll miteinander arbeite, mache er sich keine Sorgen.

Der Lieza-Treff vereint alle

Auf zwei Säulen baut sich das Gemeindeleben der Katholiken in Langenhagen künftig auf: Zum einen sollen Betreuungszeiten und -inhalte der Kindertagesstätte weiterentwickelt werden. Zum anderen werden alle gemeindlichen Angebote zu Begegnung, Bildung und Betreuung auf eine neue Plattform gestellt. Einen Namen hat dieses Konstrukt seit Sonntag auch: Die zu der von Matthias Brodowy moderierten Veranstaltung im Rathausinnenhof erschienenen rund 200 Gemeindemitglieder einigten sich nach lebhafter Diskussion auf Lieza-Treff, ein Name, der vor allem die Namen der zwei Kirchen vereinigt und damit den Schulterschluss der beiden Gemeindeteile über die Kirchenstandorte hinweg versinnbildlicht. Diese Plattform soll es unter anderem ehrenamtlichen Helfern erleichtern, ihre Ideen umzusetzen, da ihnen organisatorischer Kleinkram abgenommen werden soll.

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