Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Beim Rückwärtsfahren einfach den Kopf ausschalten

Langenhagen Beim Rückwärtsfahren einfach den Kopf ausschalten

Mittendrin statt nur dabei: In der Reihe „Heimat hautnah“ schreiben Autoren der HAZ nicht nur über Veranstaltungen, sondern sie machen aktiv mit. Stephan Hartung hat sich nun in der Kunst des Anhängerrangierens geübt.

Voriger Artikel
Kolja Dreschers Traum wird wahr
Nächster Artikel
Zu viel Gold und Geld im Koffer

Immer in die Seitenspiegel schauen! Werner Aufermann zeigt Stephan Hartung, wo es langgeht.

Quelle: Privat

Langenhagen. Diese Worte kann ich mittlerweile wie im Schlaf. „Immer dem Anhänger folgen!“ Bevor sich dieser Merksatz aber endgültig im Gedächtnis einbrennt, sitzen wir noch in der theoretischen Einführung. Wir, das sind die Teilnehmer des Kurses „Einparken leicht gemacht“, den die Volkshochschule (VHS) unter diesem Motto einen Praxistag lang zum Rangieren mit Anhängern angeboten hat.

Gesetzliche Vorgaben, Fragen zur Sicherheit und technische Voraussetzungen - nach zwei Stunden im VHS-Treffpunkt sind wir fit für den Praxistest auf einem großen Betriebsgelände in Wiesenau. Zwei Autos der Fahrschulen Aufermann und Simokat stehen bereit, jeweils mit Anhänger. Fahrlehrer Werner Aufermann stellt mit kleinen Pylonen einen leichten und einen schweren Parcours auf. „Immer dem Anhänger folgen“, rät Fahrlehrer Thomas Weber noch, bevor sich Martina Grothe als Erste versucht.

Während die Teilnehmerin vor allem beim schweren Testabschnitt, rückwärts eine Linkskurve fahren, verzweifelt („Eigentlich ist das logisch, aber es ist nur schwer umzusetzen“), erklärt mir Fahrlehrerin Katrin Simokat-Weber das Geheimnis. „Man muss den Kopf ausschalten und darf nicht über die Richtung nachdenken.“ Denn der Kardinalfehler: Wenn der Anhänger hinten nach rechts ausschwenkt, dann das Auto nach links lenken. Also immer dem Anhänger folgen - jetzt kapiere ich es.

Mal gucken, ob das auch im Auto so gut klappt. Ich sitze neben Werner Aufermann. Er zeigt mir zunächst, dass ich den Anhänger über die Seitenspiegel im Auge behalten soll - durch die Heckscheibe ist schlichtweg nichts zu sehen. Der einfache Parcours mit gerader Strecke funktioniert noch ganz gut, zumal die 3,50 Meter voneinander entfernten Pylone auch eine großzügige Korrektur mit dem Auto zulassen, wenn der Anhänger sogar bei gerader Strecke ausschert - aber ich folge ihm ja.

Dann steht die Linkskurve an. „Das wäre Teil der Prüfung“, sagt Aufermann. Und erst beim dritten Versuch bringe ich den Anhänger sicher durch die Kurve. Zuvor muss jeweils ein Pylon dran glauben. Der Grund: Ich folge zwar dem Anhänger, „aber zu schnell, Sie haben zu stark eingelenkt und sollten auch nur mit der Kupplung fahren ohne Gasgeben“, berichtigt Aufermann. Immer wieder muss ich den Verbund korrigieren und die Kurve für einen Neustart vorwärts verlassen. „Den Zug auf Reset stellen, denn bei einer 90-Grad-Stellung ist es sowieso zu spät und der Anhänger kann zu Schaden kommen“, wie es Weber zuvor sagte.

Fazit des Tages: Das Rückwärtsrangieren mit dem Anhänger wird oft unterschätzt. Geduld im Straßenverkehr ist gefragt, wenn aufgrund eines entsprechenden Manövers die Straße blockiert ist. Der Fahrer folgt nur dem Anhänger - und das ist echt nicht einfach.

von Stephan Hartung

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr