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Betreibern des Hallenfreibads fehlt das Geld

Langenhagen Betreibern des Hallenfreibads fehlt das Geld

Der Betreibergesellschaft für das Hallenfreibad Godshorn fehlt Geld. In dieser Woche wird sich entscheiden, welche Konsequenzen dies zumindest für die GmbH hat, an der acht Langenhagener Sportvereine beteiligt sind. Der Schwimmbetrieb, so die Signale aus Politik und Rathaus, bleibt erhalten.

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Für die Betriebsgesellschaft des Hallenfreibades beginnt die Woche der Entscheidungen.

Quelle: Neander

Langenhagen. Dass sich die Betriebsgesellschaft in wirtschaftlich schwerer See befindet, zeichnete sich dem Vernehmen nach bereits im Frühsommer erstmals ab. Doch erst nach und nach schälen sich jetzt mögliche Konsequenzen heraus. Zur Stunde, heißt es sowohl im Rathaus als auch bei den politischen Parteien, liegen noch nicht ausreichend belastbare Daten auf dem Tisch, um Entscheidungen zu fällen.

Am Freitag hatte Geschäftsführer Stefan Otte in einer eigens einberufenen Gesellschafterversammlung den Vertretern der acht beteiligten Sportvereine Bilanzzahlen vorgelegt. Welche Konsequenzen aus dieser Präsentation nun erfolgen, wollte am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung keiner der angefragten Vorsitzenden benennen. "Wir müssen uns erst selbst einen Überblick verschaffen", sagte Hans-Hermann Roggendorf, Vorsitzender des MTV Engelbostel-Schulenburg. Auch Torsten Semmler, Vorsitzender der DLRG-Langenhagen, bat um Geduld. Beteiligt sind an der GmbH überdies der SC Langenhagen, SV Langenhagen, der TSV Godshorn, die DLRG Krähenwinkel, die BSG Langenhagen und die RSG Langenhagen. Eigentümerin der Anlagen und des Geländes ist die Stadt Langenhagen.

Denn nach mehreren bereits erfolgter Treffen zwischen Geschäftsführer Stefan Otte und Vertretern der Stadt sollen nun noch einmal genauere Zahlen vorgelegt werden. Als Folge könnten mehrere Szenarien danach zum Tragen kommen: Denkbar wäre eine Übernahmeerklärung der Stadt für alle etwaigen Fehlbeträge oder - in abgespeckter Version - zumindest für die drei städtischen Angestellten, deren Gehalt bislang von der Betreibergesellschaft gezahlt wird.

Droht ein "Notbetrieb"?

Auch mögliche Konsequenzen müssen diskutiert werden. So könnte es im schlimmsten Fall auf einen "Notbetrieb" hinauslaufen, bei dem über städtische Angestellte oder unter der Federführung der GMF, die den Betrieb des neuen Schwimmbades innehaben wird, zumindest der Schwimmbetrieb für Schulen und Vereine gewährleistet werden könnte. Haken an diesem Konstrukt wäre indes, dass dann die Einnahmen durch die zahlenden Schwimmgäste wegfielen. Was auch immer passiert: Entschieden werden müsste eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt durch den Rat. Wie schnell dies gelingen kann, war am Montag nicht zu klären.

In keinem Zusammenhang mit dieser Problematik steht indessen ein Streit zwischen der Gruppe von Frühschwimmern und den Schwimmbadbetreibern. Von einem Tag auf den anderen hatte Geschäftsführer Otte den Verkauf der Mehrfachkarten eingestellt. Hintergrund, so Otte als Reaktion auf zwischenzeitlich gesammelte Unterschriften zur Wiedereinführung des Verkaufs, sei das beschlossene Ende des Bades vier Wochen vor Eröffnung der neuen "Wasserwelt Langenhagen" an der Theodor-Heuss-Straße.

"Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass man den Verkauf von Wertgutscheinen bei absehbarem Ende einer Verwertbarkeit einstellt", entgegnete SCL-Vorsitzender Christian Schneider am Montag auf Nachfrage. Dieses will er nun im Namen aller Gesellschafter auch der Protest-Initiatorin Ellen Batmer in einer persönlichen E-Mail erläutern. "Wir hatten in einer Gesellschafterversammlung bereits vor mehr als einem Jahr beschlossen, den Verkauf frühzeitig einzustellen", erläuterte Schneider. Dass dies erst jetzt und ohne Ankündigung erfolgt sei, sei "ein Fehler" des Geschäftsführers. An dem Beschluss selbst werde sich allerdings nichts ändern.

Kommentar: Kein weißer Ritter

Die Hoffnung, ein Investor könnte kommen und das Freibad retten, dürfte trügen. Wenn die Bürger ihr Bad behalten wollen, muss die Stadt es bezuschussen – und sei es nur indirekt. Etwas anderes zu behaupten ist, auch in Zeiten des Wahlkampfes, unredlich. Denn für jeden Euro, der in Godshorn im Sommer ausgegeben wird, legt die Stadt an der Theodor-Heuss-Straße beim Betriebskostenzuschuss einen drauf. Der Betrieb eines Freibades, dessen Einnahmen wetterbedingt schwer zu kalkulieren sind, ist keine Hobbyveranstaltung. So laufen selbst einem hauptamtlichen Geschäftsführer und acht Gesellschafter-Vereinen, die jeder für sich schon kein kleines Rad drehen, die Zahlen aus dem Ruder. Wem wirklich an dem Bad gelegen ist, der hält es aus dem Wahlkampf raus – und sucht nach ehrlichen Lösungen.

Von Rebecca Neander

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