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Keine Extrabehandlung für den Norden

Langenhagen Keine Extrabehandlung für den Norden

Welche weiterführende Schule sollen Langenhagens Kinder besuchen? Und wie soll dort die Betreuung aussehen? Dies will die Stadt jetzt alle Eltern bestimmter Jahrgänge stadtweit fragen. Eine spezielle Frage nach möglichen Schulstandorten im Norden wird es dagegen überraschenderweise nicht geben.

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Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch (vierte von rechts) informiert den Bildungsausschuss sowie die Ortsratspolitiker aus Krähenwinkel und Kaltenweide über die neuesten Erkenntnisse zur Entwicklung der Schülerzahlen.

Quelle: Neander

Langenhagen. Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch fragte am Ende der gut zweistündigen Debatte zur Sicherheit noch einmal nach. Ob sie auch wirklich alles richtig verstanden habe? Doch es blieb dabei: In der nun geplanten stadtweiten Befragung von Kindergarten- und Grundschuleltern, welche Art der Beschulung sie sich ab der fünften Klasse für ihren Nachwuchs wünschen, wird es keine Extrabehandlung für die nördlichen Stadtteile geben. Die einst von Bürgermeister Mirko Heuer angestoßene und später im Ortsrat Kaltenweide vehement verteidigte Idee erhielt im Bildungsausschuss am Donnerstagabend eine überraschend klare Absage - gestützt vor allem durch die SPD.

Eine ebenso breite Unterstützung bekam dagegen - dann gegen die SPD - die unlängst am neuen Runden Tisch zur Schullandschaft Langenhagen aufgeworfene stadtweite Elternumfrage. Diese aber soll nun deutlich umfangreicher sein als die ursprünglich für Kaltenweide angedachte Frage, ob es dort eine dritte Gesamtschule geben soll. Vielmehr sollen die Eltern jetzt auf vier Seiten genauestens beschreiben, welche Schulform sie wählen würden, ob dies eine halb- oder ganztägige Betreuung sein solle oder auch wie lang ein Schulweg maximal sein könnte. Die Grundstücke, wie sie in Vorbereitung der Nord-Umfrage monatelang in der Stadtverwaltung auf Verfügbarkeit und Bebaubarkeit geprüft worden waren, spielen keine Rolle mehr.

Auslöser für diesen Umschwung ist offenkundig der Vortrag des Planungsbüros Biregio am Runden Tisch vor einer Woche und die dort vorgelegten Zahlen. Danach wird es zwar in den kommenden zehn Jahren bis zu drei weitere Jahrgangszüge brauchen, um einen Zuwachs um gut 500 Kinder auffangen zu können. Gleichwohl könnten die Kinder allein aus dem Norden dort auf Dauer keine weiterführende Schule füllen. Rund 8000 Euro, so eine erste Kalkulation, wird die Erstellung und Auswertung der Befragung durch Biregio kosten. Gotzes-Karrasch schätzt, innerhalb von vier Wochen nach Beginn eine Auswertung vorlegen zu können.

Auch der am Donnerstag nun gefällte Beschluss macht nicht alle glücklich. Vor allem die SPD, die letztlich gegen eine Elternbefragung in Gänze stimmte, zweifelt am Sinn der Aktion. "14 von 15 Kindergartengruppen in Kaltenweide laufen derzeit ganztägig", gab der ehemalige Ortsbürgermeister von Kaltenweide, Wolfgang Langrehr, für die SPD zu bedenken. "Es ist klar, dass diese Eltern auch später eine Ganztagsschule brauchen werden. In Engelbostel ist das Angebot derzeit aber ganz anders, also haben diese Eltern dort eine ganz andere Ausgangsbasis." Welche Aussage sollte dann später gelten? Die Anwahlzahlen der Schulen lieferten doch alle Antworten bereits, ergänzte Dagmar Janik. Tatsächlich muss die IGS im Zentrum weiterhin knapp 200 angehende Fünftklässler pro Jahr ablehnen. Zugleich, ergänzte Gotzes-Karrasch, war die Robert-Koch-Realschule zuletzt nur noch 69 Eltern die erste Wahl für ihr Kind.

Auch die beiden mit eingeladenen Ortsräte zeigten sich gespalten. So lehnt das Krähenwinkler Gremium die in Kaltenweide so hart umkämpfte Befragung, weil "sinnlos", ab.  Auch der Kaltenweider BBL-Ratsherr Domenic Veltrup, der in der vergangenen Woche im Kaltenweider Ortsrat noch für die Befragung gestimmt hatte, stellte diese nun grundsätzlich in Frage. Sein BBL-Mitstreiter Jens Mommsen ging in der Diskussion noch deutlich weiter: Er hält eine Erweiterung der bestehenden Schulen als Kompensation der bis 2028 zu erwartenden Spitze für falsch. Vor allem an der IGS-Süd und der Robert-Koch-Realschule seien weitere Um- und Anbauten im Bestand logistisch kaum darstellbar. "Haben wir den Mut und nehmen das Geld in die Hand, gleich eine dritte neue Schule auf die grüne Wiese zu bauen", gab er dem Fachausschuss auf den Weg, ihn darauf begleiten wollte in der Sitzung indes niemand.

Wann genau die Fragebogen an die Eltern in Kindertagesstätten und Grundschulen verteilt werden, blieb am Donnerstag unklar. Doch Gotzes-Karrasch ließ zugleich keinen Zweifel: Zeit ist angesichts des übergroßen Baubedarfs das Letzte, das die Stadt jetzt verlieren darf.

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