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Bombe in Langenhagen am Freitagabend gesprengt
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Blindgänger Bombe in Langenhagen am Freitagabend gesprengt

Um 18.11 Uhr erschütterte ein Knall, dann eine Druckwelle den Norden Hannovers: In Langenhagen ist am Freitagabend eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdiensts waren bei der Auswertung von Luftbildern auf den verdächtigen Punkt aufmerksam geworden.

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In Langenhagen ist am Freitagabend eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Am Donnerstag untersuchte Sprengmeister Hans Mohr den Fundort auf einer Grünfläche im Ortsteil Schulenburg und stellte fest, dass die englische Bombe nur etwa einen Meter unter der Erdoberfläche lag. „Es bestand akuter Handlungsbedarf“, sagte Bernd Niebuhr, Mitarbeiter im Bürgermeisterbüro der Stadt Langenhagen.

Zunächst hatten die Kampfmittelräumer vorgesehen, den Zünder vorsichtig aus dem Sprengkörper herauszuschneiden und die Bombe damit unschädlich zu machen. Am Freitag stellte sich jedoch heraus, dass der Blindgänger einen unberechenbaren Säurezünder hat. Dabei handelt es sich um einen chemischen Langzeitzünder, der den Schlagbolzen verzögert freigibt, sobald eine Chemikalie den Zünder von innen zerfressen hat. Wie weit der Zünder schon zerstört ist, kann ein Sprengmeister allerdings nicht erkennen. Bombenexperte Mohr entschied deswegen, den Blindgänger kontrolliert zu sprengen.

Im vergangenen Jahr hatte eine Säurezünder-Bombe drei Menschen in den Tod gerissen. Die beiden hannoverschen Sprengmeister Thomas Gesk und Gerd Ehler sowie ihr Vorarbeiter Torsten Ehrhardt verloren im Juni 2010 ihr Leben, als sie in Göttingen die Entschärfung einer solchen Bombe vorbereiteten und der Blindgänger plötzlich explodierte.

Die Feuerwehr sicherte den Bereich um die Bombe am Freitagabend mit sogenannten Big-Bags. Mithilfe der riesigen Sandsäcke sollte die Wucht der Detonation so gut wie möglich abgedämpft werden. Um 18.11 Uhr, fast eine Stunde vor der geplanten Zeit, flog die Bombe kontrolliert in die Luft. Der Knall war kilometerweit zu hören.

Während der Sprengung sperrte die Flugsicherung am Freitagabend kurzfristig den Luftraum über Hannover. „Alles ist innerhalb von 15 Minuten über die Bühne gegangen. Es hat keinerlei Verzögerungen im Flugverkehr gegeben“, sagte ein Sprecher des Flughafens. Aus Sicherheitsgründen mussten außerdem etwa 2000 Anwohner aus den Ortsteilen Engelbostel, Schulenburg und Godshorn ihre Wohnungen am Freitag verlassen.

Ende Januar hatten die Kampfmittelräumer erstmals eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg innerhalb des hannoverschen Stadtgebiets gesprengt. Die amerikanische Fünf-Zentner-Bombe lag nur etwa 20 Meter vom Hauptzollamt im Industrieweg in Brink-Hafen entfernt.

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Evakuierung
Der Fundort der Bombe in Langenhagen.

Der Evakuierungsaufruf kommt kurzfristig, ist aber trotz des 1. Aprils ernst gemeint: Wegen eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg müssen am Freitag in Engelbostel und Schulenburg 2025 Personen ihre Wohnungen verlassen. Die schnelle Entschärfung ist nötig, da die Bombe nur in geringer Tiefe lagert.

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HAZ-Redakteur/in Vivien-Marie Drews

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