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Feuerwehrmann bei Brand auf Norta-Gelände verletzt

Langenhagen Feuerwehrmann bei Brand auf Norta-Gelände verletzt

Am frühen Sonnabendabend sind auf dem Gelände der ehemaligen Tapetenfabrik Norta in Langenhagen drei Lagerhallen in Brand geraten. Beim Eintreffen der Feuerwehr kamen bereits Flammen und dichter Qualm aus dem Gebäude. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Es ist nicht der erste Brand auf dem Gelände. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie geht von Brandstiftung aus.

Quelle: Dillenberg

Langenhagen. Aus bislang ungeklärter Ursache sind am Sonnabendabend drei Lagerhallen am Ostende der ehemaligen Norta-Tapetenfabrik in Brand geraten. Die Löscharbeiten zogen sich bis spät in die Nacht hin. Immer wieder mussten Glutnester in der Dachhaut gelöscht werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie gehen von Brandstiftung aus.

Wieder rückt die Feuerwehr zur ehemaligen Tapentenfabrik Norta in Langenhagen aus: Drei Lagerhallen sind in Brand geraten.

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Entdeckt worden war das Feuer nach Aussage von Feuerwehrsprecher Stephan Bommert gegen 18.27 Uhr. Tatsächlich gebrannt haben muss es allerdings schon viel früher, wie Stadtbrandmeister Arne Boy am Sonntag auf Nachfrage dieser Zeitung berichtete. Anders sei nicht zu erklären, dass sich der Brand bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits schwelend bis unter die gesamte Dachhaut der drei weitgehend leerstehenden Hallen ausgedehnt hatte. „Wir hatten um 22.33 Uhr das erste Mal „Feuer aus“ gemeldet“, sagte Boy. Beim Abbau sei den Einsatzkräften dann aber gegen 23.34 Uhr erneut eine Vielzahl an Glutnestern aufgefallen. Tatsächliches Einsatzende für die insgesamt 50 Feuerwehrleute aus Langenhagen, Krähenwinkel und Godshorn war dann erst gegen 0.30 Uhr. Unterstützt wurden die Ortsfeuerwehren maßgeblich durch ein Team der Flughafen-Feuerwehr, die mit ihrer Drehleiter am Einsatzort war. Die Langenhagener Drehleiter ist seit einigen Tagen aufgrund eines technischen Defekts nicht einsatzfähig.

 Noch während der Löscharbeiten hatten am Sonnabend die Brandermittler des Kriminaldauerdienstes die Ermittlungen aufgenommen. Wie es am Sonntag hieß, gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass entweder eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung Ursache für das Feuer ist. Eine genaue Schadenshöhe kann derzeit noch nicht beziffert werden. Ersten Hinweisen zufolge sollen sich kurz vor dem Feuer mehrere Personen in dem Gebäude aufgehalten haben. Aus diesem Grund bittet die Kripo um Zeugenhinweise. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, möge sich bitte mit dem Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-5555 in Verbindung setzen.

Die Wärmebildkamera verrät, wie heiß es auch drei Stunden nach der Alarmierung in der Dachhaut ist.

Die Wärmebildkamera verrät, wie heiß es auch drei Stunden nach der Alarmierung in der Dachhaut ist.

Quelle: Neander

Die Qualmentwicklung war so stark, dass sogar vom Tower des Flughafens kurz nach 18.30 Uhr eine Meldung bei der Feuerwehr einlief. Die Alarmierung wurde danach in ihrer Dringlichkeit noch einmal hochgestuft. Der Flugbetrieb selbst musste jedoch nicht eingeschränkt werden, wie Flughafen-Sprecher Söhnke Jacobsen am Sonnabendabend auf Nachfrage berichtete. Die Löscharbeiten gestalteten sich während des gesamten Einsatzes sehr schwierig, wie Boy betonte. Der zwischenzeitlich erwogene Abriss der Halle, um an die Glutnester im Dach besser heranzukommen, scheiterte letztlich am fehlenden Equipement. Keines der in der Nacht verfügbaren Geräte in der Umgebung wären groß genug gewesen.

Das Feuer war der dritte Brand innerhalb weniger Jahre. Erst vor gut eineinhalb jahren hatte es auf dem Gelände einen Großbrand gegeben, bei dem ein Feuerwehrmann verletzt worden war. Am Sonnabend musste ein Feuerwehrmann mit akuten Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden. Über den Sachschaden gibt es derzeit noch keine Angaben.

Ein ZDF-Kamerateam filmt die Arbeit der Polizisten bei dem Einsatz in Langenhagen.

Ein ZDF-Kamerateam filmt die Arbeit der Polizisten bei dem Einsatz in Langenhagen.

Quelle: Neander

Die Walsroder Straße musste während des gesamten Einsatzes auf Höhe der ehemaligen Tapetenfabrik gesperrt werden. Umgeleitet werden mussten deshalb auch Buslinien der Uestra.

150 Feuerwehrmänner waren bei diesem Großbrand im Januar 2016 im Einsatz: An der Walsroder Straße stand das Gebäude der ehemaligen Tapetenfabrik vom Erdgeschoss bis zum Dachstuhl in Flammen. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer mit viel Löschwassereinsatz unter Kontrolle bringen.

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Tapetenfabrik weicht Supermarkt

 Der Brand kommt dem Abriss zuvor: Auf einem Teil des Industriegeländes wird ein Supermarkt gebaut. Der Neu-Eigentümer der Grundstücke Walsroder Straße 163 und 165 ist, wie jetzt bekannt wurde, der Burgdorfer Kaufmann Jürgen Cramer. Auf seine Einladung durfte der Sanierungsbeirat in Begleitung von Stadtplanerin Christine Söhlke am Freitagnachmittag einen Rundgang über das Gelände machen. Wie Stadtsprecherin Juliane Stahl danach berichtete, hat Cramer für den Bau bereits eine Abrissanzeige bei der Stadt gestellt. „Dabei sollen jene Elemente gesichtert werden, die eventuell im Neubau wieder verwertet werden können.“ Der von Cramer beauftragte Ingenieur Thomas Eckert hatte bei dem Rundgang den Beirat noch eindringlich auf die Gefährdung hingewiesen, die von dem maroden Bauzustand des Gebäudes auf unbefugte Besucher ausginge.

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