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Wiesenauer Bürger bilden Sanierungsbeirat

Langenhagen Wiesenauer Bürger bilden Sanierungsbeirat

Es kamen mehr als gedacht, und es ging schneller als erwartet: Hoch motiviert haben sich am Donnerstagabend 15 Bürger aus Wiesenau zum Sanierungsbeirat formiert. Dieser wird das auf zehn Jahre öffentlich mitfinanzierte Projekt Soziale Stadt beratend begleiten.

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Auf den nächsten Termin der Stadt wollen sie nicht warten: Die Mitglieder des Sanierungsbeirats treffen sich demnächst auf Eigeninitiative zum Kennenlernen.

Quelle: Neander

Langenhagen. Was ist Wiesenau? Ein sozialer Brennpunkt? Ein (ehemaliges) Nest der NPD? Ein Schleichweg nach Hannover? Ja. Auch. Vielleicht. Oder doch nicht? Die Gründungsversammlung des Sanierungsbeirates offenbarte am Donnerstagabend Erstaunliches: Wiesenau ist die Heimat vieler engagierter Anwohner, die ihrem Stadtteil wieder zum (verdienten) Glanz verhelfen wollen. Die Vorstellungsrunde jedenfalls geriet auf höchst amüsante Weise zuweilen zum Skat-Spiel eigener Art: 1974? 1953? Nein, den Stich des frühestens Zuzugs machte eine nette Dame im Publikum: Sie wohnt seit 1939 in Wiesenau. Allen gemein ist der große Wunsch, beim Polieren zu helfen. "Ich möchte, dass man sich hier im Stadtteil wieder auf der Straße grüßt", formulierte es ein Anwohner - und erntete große Zustimmung.

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Formal jedenfalls sind dafür jetzt alle vorgeschriebenen Hürden genommen: Der Sanierungsbeirat hat dem Rat eine Geschäftsordnung empfohlen. Es sind im Beirat alle notwendigen Gruppierungen vertreten: Mieter, Eigentümer, Grundschule sowie die Wohnbaugesellschaften KSG und GBA. Der Beirat wird begleitet durch Fachleute der Stadtverwaltung sowie das beratende Büro DSK. Nachfragen zur Beteiligung von Jugendlichen und Flüchtlingen begegnete Jugendamtsleiterin Heidi von der Ah. Über sie könne bei Bedarf Kontakte hergestellt werden.

Der Beirat wird, so der jetzige Plan, einmal im Quartal tagen, um Gestaltungs- und Projekt-Empfehlungen für die politischen Fachausschüsse und den Rat zu geben. Je nach Themenlage können sich in diesen Treffen auch Personen aus dem Publikum bei besonderer Interessenlage oder auch vorhandener Fachkompetenz zu Wort melden. Überdies will der Beirat bei Bedarf offene Arbeitsgruppen einrichten. "Wir sollten uns dabei aber auf Haupthandlungsfelder konzentrieren", gab Stadtplanerin Carolin Ottensmeyer zu bedenken. Welche dies sind, werde sich in der praktischen Arbeit zeigen. Insgesamt stehen für die kommenden zehn Jahre Zuschüsse von Bund, Land und Stadt von rund 6,8 Millionen Euro zur Verfügung.

Das nächste offizielle Treffen des Sanierungsbeirates ist für Anfang Februar geplant. Dem am Donnerstag frisch gekürten Team aber ist das nicht früh genug. Zum einen wollen sich einige Interessierte bereits dem Beteiligungsverfahren zur Neugestaltung des Spielplatzes Bachstraße am kommenden Freitag anschließen. Überdies aber hat sich die Gruppe spontan für ein Kennenlern-Kaffee im Quartierstreff für Anfang Dezember verabredet. Dann werden dort auch schon Erkenntnisse eines Spazierganges vorliegen, den Quartiersmanagerin Claudia Koch mit Rollator- und Rollstuhl-Nutzern am 2. Dezember unternehmen möchte. Dabei wird es vorwiegend um die Barrierefreiheit im Stadtteil gehen.

Wer mitwirken möchte an dem Projekt "Soziale Stadt" findet auf der Homepage der Stadt langenhagen.de unter dem Punkt "Sanierungsgebiete" alle nötigen Ansprechpartner und Kontaktdaten. Derlei kann auch telefonisch unter (05 11) 73 07 94 29 bei Kerstin Widowsky abgefragt werden.

Kommentar:  Wiesenau ist mehr

Wiesenau ist mehr als ein Schleichweg nach Hannover. Das dachte manch Anwohner schon länger. Aber dass viele Nachbarn ebenso denken, das hat am Donnerstag doch so manchen überrascht. Die Menschen wollen etwas tun, sie wussten bislang offenkundig nur nicht so richtig wie. Das Herzblut, das in der Adolf-Reichwein-Schule sprudelte, macht Laune und Lust: sich zu treffen, einander unterzuhaken. Dass es dafür erst millionenschwerer Zuschüsse bedarf, darüber darf ein jeder einmal nachdenken. So oder so sollten alle Beteiligten diese Chance nicht nur mit kurzfristigem Elan nutzen.

Von Rebekka Neander

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