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Bürger gedenken getöteter Flakhelfer

Langenhagen Bürger gedenken getöteter Flakhelfer

Gegen das Vergessen: Zeitzeugen und Bürger haben am Dienstagabend 13 Schülern gedacht, die als zwangsverpflichtete Luftwaffenhelfer bei einem Bombenangriff am 27. September 1943 in Langenhagen getötet worden sind.

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Vizebürgermeisterin Renate Friedrich-Werner übergibt das Wort an den Zeitzeugen Hans-Erich Arndt, der 1943 selbst Flakhelfer war.

Quelle: Zottl

Langenhagen. Nie wieder Krieg, für mehr Toleranz und eine bessere Welt – das war der Wunsch aller, die am Dienstag bei der kurzen Gedenkveranstaltung an der Neuen Bult das Wort ergriffen. Zuvor hatte Langenhagens stellvertretende Bürgermeisterin Renate Friedrich-Werner einen Kranz an dem dort stehenden Denkmal niedergelegt – etwa 200 Meter östlich von der Stelle, wo heute Rennpferde ihre Runden drehen, waren vor 73 Jahren die jungen Flakhelfer unter Beschuss geraten und getötet worden.

Mehr als ein Dutzend Menschen, darunter auch einige Zeitzeugen, hatten sich an dem Mahnmal eingefunden. Friedrich-Werner mahnte in ihrer Ansprache, die schrecklichen Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs weiter zu erinnern, „auch wenn mancher nichts mehr davon hören mag. Denn nie wieder darf von deutschem Boden ein Krieg ausgehen“.

Zeitzeuge Hans-Erich Arndt blickte in seiner Ansprache zurück und teilte seine Erinnerungen mit den Anwesenden. Einen Fokus legte er auf die positiven Erlebnisse in einer schlimmen Zeit, „wenn man auch lange suchen muss, um Gutes zu finden“. So berichtete er, dass er und seine Flakhelferkameraden seinerzeit oftmals freundschaftlich mit gefangengenommenen russischen Soldaten verkehrten. „Sie wurden bei uns Munitionskanoniere, sie lebten mit uns zusammen“, erinnerte er sich. Das Wenige, was man hatte, hätten sie geteilt. „Kekse, Brot oder Äpfel, oder was es gerade war.“ Bewusst habe man damals auch gegen verhängte Gesetze zum Umgang mit den Kriegsgegnern verstoßen. „Wir machten das, was wir für menschlich richtig hielten.“

Er schloss seine Ansprache mit der Hoffnung, dass es irgendwann eine Welt ohne Gewaltverherrlichung gebe, in der Kinder Kinder sein dürften, „auch wenn es momentan noch so trostlos aussieht – die Hoffnung kann uns keiner nehmen“.

AG Glien enthüllt Museumsschild am Denkmal

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Ganz Langenhagen ist ein Museum (Gliem) hat die Gedenkveranstaltung an der Rennbahn genutzt, um ein weiteres Museumsschild im Stadtgebiet zu enthüllen. Die Tafel – es ist die inzwischen 94., die von der AG aufgebaut wurde – soll ab sofort den Besuchern der Rennbahn den Hintergrund des Denkmals näherbringen. „Langenhagen hat nur wenige Familien, die über Generationen hier leben und die Erinnerungen weitertragen. Hier setzen wir an“, erläuterte Joachim Vogler von der AG das Anliegen der Gruppe. Bis zum Jahresende sollen 100 Tafeln auf historisch bedeutsame Orte und Gebäude der Stadt hinweisen, zudem soll eine neue ausführliche Broschüre mit allen Schildern aufgelegt werden. Mehr zu der Arbeit der AG ist online auf langenhagen.de/gliem abrufbar.

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