Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Heuer weist Vorwürfe zurück

Langenhagen Heuer weist Vorwürfe zurück

Eine "Frechheit" nennt Bürgermeister Mirko Heuer, was bei einer Versammlung von Anliegern kolportiert wurde: Bei dem "Treffen unter Bekannten", das die selbst ernannte Sprecherin einer Eigentümer-Initiative zum Sanierungsgebiet Kernstadt Nord/Walsroder Straße initiiert hatte, behaupteten die Gastgeber offenbar wieder besseres Wissen, die Stadt wolle keinen Sanierungsbeirat bilden.

Voriger Artikel
Im Rathaus 
wird Blut
 gespendet
Nächster Artikel
Neues Restaurant an der Rennbahn?

In den kommenden zehn Jahren kann die nördliche Kernstadt entlang der Walsroder Straße mit öffentlichen Zuschüssen saniert werden. Nicht alle Hauseigentümer sind damit einverstanden.

Quelle: Warnecke

Langenhagen. Wie viele "Bekannte" ihrer Einladung gefolgt sind, will Ursula Missner dieser Zeitung nicht sagen. Auch nicht, welchen Zweck die Veranstaltung am Mittwochabend gehabt haben soll. "Das ist intern und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt." Dabei galt die Einladung, die sie Anfang Juni dem Vernehmen nach an einen Verteiler im oberen zweistelligen Bereich verschickt hatte und die dieser Zeitung vorliegt, einem durchaus öffentlich diskutierten Thema: "Auf den Punkt gebracht", ist die Einladung überschrieben, "Stadtbaurat und Bürgermeister wollen den beschlossenen Sanierungsbeirat 'kippen'. Bürgerbeteiligung nicht erwünscht? und weitere Themen."

Bürgermeister Heuer ist auf diese Veranstaltung nicht gut zu sprechen. Zum einen macht er Ursula Missner, einer ortsansässigen Immobilien-Maklerin, den Vorwurf, "bewusst ein falsches Bild zu zeichnen", wogegen er sich ausdrücklich verwahre. Zum anderen sei ihm die Teilnahme an der Veranstaltung untersagt worden. Das Treffen sei auch für die Presse zu nicht zugänglich, Heuer selbst sei "nicht erwünscht", wie er dieser Zeitung mitteilte.

Denn dass die Stadt einen Sanierungsbeirat nicht wolle, also ein Instrument zur Bürgerbeteiligung an der Ausgestaltung der Sanierung der nördlichen Kernstadt, das sei schlicht nicht wahr, betont Heuer. Dies habe er Missner bereits vor einigen Wochen schriftlich mitgeteilt. Seinerzeit hatte Missner die Ratsvorsitzende Gudrun Mennecke aufgefordert, sich für die Umsetzung eines Ratsbeschlusses starkzumachen. Der Rat hatte Mitte Dezember beschlossen, die Bürger über einen Sanierungsbeirat zu beteiligen. Als Interessentin an diesem Gremium hatte sich neben Ursula Missner nur eine weitere betroffene Eigentümerin gemeldet.

Bernd Speich, unabhängiger Ratsherr, der jetzt mit Missner eine Wählergemeinschaft für die Kommunalwahl an den Start bringen will, hatte bereits vor einigen Wochen gleichlautende Kritik öffentlich geäußert. Seinerzeit hatte ihm Stadtbaurat Carsten Hettwer entgegnet, dass die Stadt derzeit ein Unternehmen sucht, das die gesamte Entwicklung des Sanierungsgebietes übernehmen soll. Erst wenn dieses Unternehmen gefunden ist, soll mit Politik und Verwaltung erörtert werden, welche Form der Bürgerbeteiligung die breiteste Basis einer Mitwirkung ermöglichen wird. Gleiches hatte Heuer auch Missner vor kurzem schriftlich mitgeteilt und sich entsprechend in der jüngsten Ratssitzung geäußert. "Sollte sich in der Prüfung zeigen", so Hettwer vor einigen Wochen auf Nachfrage dieser Zeitung, "dass ein Sanierungsbeirat die beste Form ist, wird dieser eingerichtet."

Wie Heuer jetzt ergänzte, hat das Ausschreibungsverfahren inzwischen einen Sanierungsträger ermitteln können. In etwa zwei Wochen sei auch die Prüfung durch das stadteigene Rechnungsprüfungsamt abgeschlossen. Danach werde mit der Öffentlichkeitsarbeit begonnen.

Stichwort: Sanierungsgebiet

In den nächsten zehn bis zwölf Jahren können sowohl Wiesenau als auch die nördliche Kernstadt entlang der Walsroder Straße mit erheblichen öffentlichen Zuschüssen saniert werden. Dies hat allerdings Konsequenzen für die Eigentümer. Denn zum einen muss der Vermerk Sanierungsgebiet ins Grundbuch der Parzellen eingetragen werden. Zum anderen müssen alle für das Sanierungsziel relevanten Veränderungen an Grund und Gebäude von der Stadt beziehungsweise von dem beauftragten Sanierungsträger genehmigt werden. Während unter den Eigentümern deswegen von "kalter Enteignung" gesprochen wird, betonen Experten und Bauverwaltung, es handele sich in der Regel um einen lediglich formalen Akt. Verhindert werden sollen durch die Regelungen vor allem Grundstücksspekulationen sowie - im Falle eines größeren Straßenbaus, der in Langenhagen nicht ansteht - die Blockade des Projektes. 

Von Rebekka Neander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr