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"Siegerurkunde reicht auch"

Langenhagen "Siegerurkunde reicht auch"

Werfen, Springen, Laufen: Mit den Bundesjugendspielen kann sich nicht jeder anfreunden. Doch die Zweit- bis Viertklässler der Grundschule Kaltenweide hatten jetzt durchaus ihren Spaß. Dabei gibt es um die Sportnoten generell noch immer viel Gesprächsstoff.

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Werfen, Springen, Laufen: Die Kaltenweider Grundschule darf für ihre Bundesjugendspiele das Gelände des SC Langenhagen nutzen.

Quelle: Neander

Kaltenweide. "Frau Staaaaarker?! Gibt es Extrapunkte, wenn ich Sie abwerfe?" Ursula Starker lacht. Die Rektorin der Grundschule Kaltenweide hat an diesem sonnigen Vormittag einen gefährlichen Job. Auf der Rasenfläche im Walter-Bettges-Stadion des SC Langenhagen sammelt sie fleißig jene Kugeln ein, die die Kinder werfen müssen. Je weiter die Kinder werfen, desto näher rückt die begehrte Urkunde, die am Ende die Leistung der Kinder dokumentiert. Nein, treffen zählt nicht zu den abgefragten Tugenden. Lehrer schon gar nicht.

Bundesjugendspiele - ein Stichwort, das nicht nur die knapp 300 Kaltenweider Kinder in Aufregung versetzt. Es ist auch allerorten Jahr um Jahr Stoff für Diskussionen unter Eltern und Lehrkräften. Nicht jeder hat es in seiner Schülerlaufbahn zur begehrten Ehrenurkunde geschafft. Ursula Starker übrigens auch nicht. "Dazu hat es beim Laufen einfach nicht gereicht." Aber: "Es hat mir immer Spaß gemacht. Mir hat die Siegerurkunde genügt."

Gleichwohl: Ob die Bundesjugendspiele sich eignen, um Kinder Lust an der Bewegung zu vermitteln? Und ob die Benotung im Sportunterricht nur die ohnehin aktiven belohnt? Das alles sind Fragen, die auch die Lehrkräfte in Kaltenweide umtreiben. "Wir haben darüber sogar stadtweit unlängst beraten, wie beispielsweise im Schwimmunterricht umgegangen werden soll mit jenen, die schon ein Abzeichen erlangt haben." Ergebnis: Alle Kinder werden individuell nach ihrem Lernfortschritt bewertet. "Für manchen ist das eben, dass er sich Ende des Halbjahres erstmals traut, vom 1-Meter-Brett zu springen."

Soviel Raum zur Differenzierung bleibt allerdings nicht in allen Sportarten. Und schon gar nicht in einem normalen Schulhalbjahr, räumt Ralf Berger ein. Während der Sportlehrer an diesem Vormittag damit beschäftigt ist, die Zeit auf der 50-Meter-Distanz zu stoppen inmitten einem Gewusel anfeuernd kreischender Kinder, wägt er ab zwischen Rückwärtsrolle und Volleyball. "Ich kann gerade bei Mannschaftsspielen nie alle Kinder gleich betrachten." Starker tröstet ein bisschen. "Naja, in einem Halbjahr sind ja immer mehrere Themen, die drankommen. Da kann man die schlechte Leistung im Fußball vielleicht gut ausgleichen mit einer perfekten Gymnastikübung."

An diesem Vormittag sind diese Gedanken den Kindern herzlich egal. Sie toben über die weitläufige Anlage des SC Langenhagen. "Eigentlich wären wir in unserem zweijährigen Turnus letztes Jahr hier dran gewesen." Da aber, sagt Starker, sei die Anlage gesperrt gewesen. Umso glücklicher ist die nun über das gute Wetter. "Bei Regen hätten wir die Bundesjugendspiele für dieses Jahr ersatzlos gestrichen." Einen Ausweichtermin konnte der SCL nicht anbieten.

Im kommenden Jahr sind in Kaltenweide dann Geschicklichkeitsspiele dran. "Damit auch jene Kinder ihre Chancen haben, die nicht im Sportverein aktiv sind." Dabei veränderten sich auch die Anforderungen bei den Bundesjugendspielen. "Der Deutsche Sportbund lässt inzwischen zu, dass die Kinder beispielsweise beim Laufen entweder den Sprint zählen lassen können oder die Weit-Strecke."

Von Rebekka Neander

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