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Was tun mit der Jugend in Kaltenweide?

Langenhagen Was tun mit der Jugend in Kaltenweide?

Ist Kaltenweide ein guter Ort für Kinder und Jugendliche? Im ersten Ortsgespräch der CDU im Schützenhaus an der Zellerie haben sich am Mittwoch Bürger und Parteimitglieder darüber ausgetauscht. Dabei brachte eine Mutter auch gleich einen konkreten Vorschlag ein, Kinder für Musik zu begeistern.

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Die Kaltenweider CDU rund um Ortsbürgermeister Reinhard Grabowsky (Dritter von links) wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen.

Quelle: Oehlschläger

Kaltenweide. Zu Beginn wagte Ortsbürgermeister Reinhard Grabowsky den Versuch, die Jugend in Kaltenweide einzuordnen. Derzeit gebe es 130 potenzielle Schulanfänger im Ort. Dazu kämen 900 Jungen und Mädchen, die auf weiterführende Schulen gingen – Tendenz jeweils mittelfristig sinkend. An Spielplätzen mangele es nicht, auch der TSV  KK leiste gute Arbeit. Was hingegen fehle, sei etwa eine Kinderfeuerwehr oder eine Vernetzung zwischen Vereinen und Jugendbetreuern.

Obwohl die Diskussion vorerst allgemein gehalten werden sollte, brachte eine Mutter gleich ein konkretes Angebot mit: Sie wolle Kindern klassische Musik bei Konzerten näherbringen, schlug die Konzertpianistin vor. „Die Kinder müssen sagen: ,Oh toll, die spielt Klavier, das will ich auch’“. Man könne erst mit den Kleinen anfangen und dann auch die Älteren einbeziehen. „Man kann Kinder zu allem bewegen“, sagt sie. „Es ist nur eine Vermarktungsfrage.“

Konkurrenz ist kein Übel

Gefragt war an diesem Abend Frank Labatz vom städtischen Team Kinder und Jugend. „Wenn sie gut gemacht ist, gibt es bei der Jugendarbeit Konkurrenz“, sagte er in Bezug auf eine mögliche Vernetzung der Anbieter für Jugendaktivitäten. Dabei bestehe die Gefahr, dass die Kinder ihren geschützten Raum verlieren könnten. „Wenn der selbe Sozialarbeiter aus der Kirche auch in der Schule sitzt, ist er verbrannt“, sagte Labatz. Er schlug vor, für die Zusammenarbeit einen eigenen Mitarbeiter in Betracht zu ziehen, der das unbemerkt im Hintergrund erledige.

Es sei zudem in seinem Sinne, wenn Jugendhäuser öfter und länger geöffnet wären, sagte Labatz. Allerdings müsste die Stadt dazu mehr Geld ausgeben, was wiederum von politischen Entscheidungen abhängig wäre. Zustimmung bekam er von dem Dutzend Gäste am Tisch, als er auf das Thema Schulen zu sprechen kam. „Kind zu sein ist in den letzten Jahren ganz schön stressig geworden.“ Nach acht Stunden in der Schule und anschließenden Hausaufgaben hätten Kinder nur noch wenig Energie für Hobbies.

„Rumhängen? Gut so!“

Dass 85 Prozent aller Kinder nicht an Jugendangeboten teilnehmen wollten, sei nicht unbedingt schlecht, so der Sozialarbeiter. Das zu ändern sei auch nicht seine Aufgabe. „Einfach mal abzuhängen ist auch eine Freizeitbeschäftigung.“

„Ferienbetreuung ist auch ein großes Thema für Eltern“, sagte ein Vater. Die Angebote seien noch nicht optimal an die Arbeitszeiten der Eltern angepasst. Dass die Aktionen gerne genutzt werden, zeigen die aktuellen Zahlen. Von den sieben Angeboten, zu denen man sich seit Montag anmelden kann, seien bei zweien jeweils nur noch ein Platz frei, berichtete Labatz. Mit Blick auf das IKEP warnte er davor, die Jugendgruppen dort zu stark zu kontrollieren. CDU-Ratsfrau Jessica Golatka wollte daraufhin wissen, wie ein solcher Raum ohne soziale Kontrolle funktionieren könne. „Keine Ahnung“, antwortete Labatz. Er kenne aber kein Kind, dass sich nicht gerne an Regeln und Verboten abarbeite, sobald es welche gebe.

Von Nils Oehlschläger

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