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Neuer Supermarkt auf Norta-Gelände?

Langenhagen Neuer Supermarkt auf Norta-Gelände?

Sebastian Cramer hätte sich einen glücklicheren Start vorstellen können: Doch am Montagmorgen verbringt der Burgdorfer Kaufmann auf der Fläche seines neuen Supermarkts auf dem Norta-Gelände mit Polizei und Feuerwehr. Denn in der alten Tapetenfabrik ist der Brand von Sonnabend erneut aufgeflackert.

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Um 2.18 Uhr musste die Feuerwehr Langenhagen in der Nacht zu Montag erneut zum Norta-Gelände ausrücken.

Quelle: Heindorf (Feuerwehr)

Langenhagen. Es soll der nunmehr neunte Standort für einen Edeka-Markt der Burgdorfer Kaufmannsfamilie Cramer in der Region werden. Aber solche Gespräche hat der Mit-Geschäftsführer Sebastian Cramer wohl zu Planungsbeginn noch nie geführt. Ungewöhnlich genug, dass sich Cramer für Montagmorgen mit den Brandermittlern der Polizei auf der Fläche an der Walsroder Straße nach der mutmaßlichen Brandstiftung von Sonnabend treffen musste. Seit einem Wiederaufflammen des schwelenden Dachbrandes hat aber nun auch die Feuerwehr eine Wache rund um die Uhr dort platziert.

Erst wenn sowohl Polizei und Feuerwehr die Industrie-Ruine freigegeben haben, können laut Cramer die Versicherungsfachleute einschätzen, welche Folgen das Feuer für die neuen Grundeigentümer bedeutet. Und erst dann kann es mit dem eigentlichen Plan weitergehen: "Ursprünglich wollten wir Ende dieses Monats bereits mit dem Abriss beginnen", berichtete Cramer dieser Zeitung. Ob das so kommen wird, ist derzeit offen. "Wir werden aber in jedem Fall die Nachbarn rechtzeitig informieren, damit sie nicht von den Baggern hier überrascht werden."

Überhaupt ist Cramer sehr darum bedacht, die Langenhagener auf das Vorhaben seiner Firma einzustimmen. Für Freitag hatte er kurzfristig den Sanierungsbeirat für die Kernstadt sowie die unmittelbaren Nachbarn für eine Begehung des aus seiner Sicht abbruchreifen Areals eingeladen. "Die Teilnehmer haben interessierte Fragen gestellt und waren angesichts des Bauzustandes letztlich ebenfalls der Meinung, dass das so nicht bleiben sollte", berichtete Stadtplanerin Christine Söhlke im Nachgang der Besichtigung. "Der Investor war überdies offen für alle Fragen und hat sehr deutlich gemacht, was bereits beschlossen und was aber noch reine Planspiele sind."

Beschlossen ist bislang der Kauf der Grundstücke 163 und 165: Dies umfasst die gesamte Tapetenfabrik inklusive der am Sonnabend am Ostende in Brand geratenen Lagerhallen sowie die mit Ziegel gedeckten Bürogebäude an der nordwestlichen Ecke des Grundstücks. Für den Bau des neuen Supermarktes möchte Cramer auf dieser gesamten Fläche die Gebäude abreißen lassen. Die Genehmigung dafür hat die Stadt bereits erteilt. "Wir haben im Inneren der Fabrik möglichst viele Dinge gesichert, die an die Geschichte der Tapetenfabrik erinnern können", betonte Cramer am Montag. Viel sei dies allerdings nicht. Von dem Gebäude selbst könne hingegen nichts erhalten werden. "Wir sollen auch zur Brandsicherung jetzt so schnell wie möglich die Ruine vollständig entfernen."

Bislang reine Planung ist dagegen der Bau des Supermarktes. In Abstimmung mit der Stadt schwebt Cramer ein Markt mit einer reinen Verkaufsfläche von knapp 2500 Quadratmetern vor - und damit durchaus weniger, als ursprünglich angedacht. Der Langenhagener Edeka-Markt wäre damit auch kleiner als vergleichbare Neubauten in Lehrte (4128 Quadratmeter), Burgwedel (3291 Quadratmeter) oder Burgdorf (3333 Quadratmeter). Inklusiver aller Nebengebäude und -räume soll der Baukörper rund 4000 Quadratmeter umfassen. Ersten Skizzen zufolge wird der Markt selbst an das Ostende des Areals rücken, die Parkplätze entstehen an der Walsroder Straße. Einen Bauantrag hat Cramer allerdings noch nicht gestellt. 

Der Beirat für das Sanierungsgebiet Walsroder Straße/nördliche Kernstadt tagt wieder öffentlich am Dienstag, 7. November.

Erneut Feuerwehreinsatz in der Nacht

Gegen 2.18 Uhr wurde in der Nacht zu Montag die Langenhagener Feuerwehr erneut auf das Norta-Gelände gerufen. Der am Sonnabend gegen 18.27 Uhr entdeckte Brand hatte sich unbemerkt bis in die Dachhaut bislang nicht betroffener Hallen gefressen. Gruppenführer Wilhelm Rust sen. ließ einen Trupp zur Erkundung mit Wärmebildkamera und einem C-Rohr in die Halle vorgehen. Weiterhin entschied sich die Einsatzleitung die Ortsfeuerwehr Godshorn mit ihrem Fognail-Löschsystem nach zu alarmieren, bei dem wasserführende Stäbe in die Dachhaut geschoben werden. Dieses System hatte sich bereits beim vorherigen Einsatz als effektive Löschmethode etabliert. Auch die Drehleiter der Werkfeuerwehr Flughafen kam erneut zum Einsatz. Nach knapp drei Stunden waren alle sichtbaren Brandstellen sowie per Wärmebildkamera identifizierten Glutnester gelöscht. Dennoch: Ein Wachdienst kontrolliert das Areal rund um die Uhr. Die Feuerwehr war mit insgesamt acht Fahrzeugen und 37 Kräften im Einsatz.

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Für den Bau des neuen Supermarktes will die Kaufmannsfamilie Cramer auf der gesamten Fläche die Gebäude abreißen lassen.

Quelle: Llorens
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