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DLRG warnt vor Verlandung des Waldsees

Langenhagen DLRG warnt vor Verlandung des Waldsees

Der Waldsee in Krähenwinkel droht zu verlanden. Mit diesem Warnhinweis wartete der DLRG-Vorsitzende Björn Jüttner in der Jahresversammlung der Lebensretter auf. Auch fehlt es im Wachdienst an ausreichend Aktiven. Gleichwohl gibt es auch Positives: So ist der Mitgliederbestand seit Jahren stabil.

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Daria Kampen (von links), Sebastian Wehmeyer, Bettina Schulz sowie Björn, Jette und Minje Jüttner stellen sich zum Gruppenfoto auf.

Quelle: Privat

Krähenwinkel. Die DLRG Krähenwinkel blickt gebannt auf den Kalender, denn in zwei Jahren, am 18. Mai 2019, wird die Ortsgruppe 40 Jahre alt. Nach Auskunft des Vorsitzenden Björn Jüttner bewegt sich der Verein aber eigentlich in "ruhigen Fahrwassern", denn seit mehr als zehn Jahren bewegt sich die Mitgliederzahl stabil bei mehr als 100. Einen Höhepunkt erfuhr die DLRG im Jahr 2012 mit bisher 132 Mitgliedern. "Der deutlich größte Anteil wird von den sehr aktiven Kindern und Jugendlichen gebildet", betont der DLRG-Chef. Diese bekämen, angeleitet vom Jugendvorstand und mit dem Schwimm- sowie Rettungsschwimmtraining, das Hauptaugenmerk geschenkt, meint er.

Nachdem Jüttner die Inhalte aufgelistet hatte, etwa den Anfangsschwimmunterricht für Nichtmitglieder, Ausbildung im Schwimmen, in der Selbstrettung und im Rettungsschwimmen sowie der Jugendarbeit und Nachwuchsförderung, hob er hervor, dass dafür eine der "unabdingbaren Voraussetzungen" die Nutzung eines Hallenbades, wie etwa in Godshorn, sei. Als Gesellschafter konnte die DLRG Krähenwinkel seit 1999 das Bad nutzen.

"Im vergangenen Jahr ergaben sich zunehmend deutlich gewordene Unregelmäßigkeiten in den Handelsbilanzen der Gesellschaft", berichtet Jüttner nun in der Jahresversammlung der DLRG. "Nach einer mehrmonatigen Entwicklung und einem intensiven Diskurs resultierte letztlich eine Abtretung der Geschäftsanteile an den Schwimmverein Langenhagen", erläuterte der DLRG-Chef. Gleichwohl hätten sich die Trainingsbedingungen seither nicht verändert. Dass der Rettungsdienst auch künftig am Waldsee gewährleistet werden könne, sei "als Teil der allgemeinen Gefahrenabwehr unserer Gemeinde" mit der Stadt vereinbart. Für diese Kernaufgaben der DLRG Krähenwinkel sei aber die Unterhaltung eines Fahrzeugs für Material- und Personentransport zwingend notwendig, mahnt er an. Doch dafür stehe der Vorstand in Gesprächen mit der Stadt.

Vorstand in Gesprächen mit der Stadt. Weitere Bedingung sei "eine ausreichende personelle Stärke", hob Jüttner weiter hervor. "Hier bestehen in der Ortsgruppe derzeit die größten Schwierigkeiten." Der Einsatz im Wasserrettungsdienst sowie insbesondere der ganzjährige Wasserrettungs- und Tauchdienst erfordere ein hohes Qualifikationsniveau. "Dieser Anspruch verteilt sich in Krähenwinkel auf wenige aktive Erwachsene", betont Jüttner. Deshalb sei die ebenfalls satzungsgemäße Weiterqualifizierung von Rettungsschwimmern für Ausbildung und Einsatz einer der Schwerpunkte für die kommenden Jahre.

Doch daneben sehen Jüttner und seine Lebensretter ein weiteres Problem: den Bewuchs am Waldsee und der Faulschlamm in dem Gewässer. Dabei brachte der promovierte Mediziner seine Sorge zum Ausdruck, dass der Waldsee in absehbarer Zeit verlanden könnte. "Ohne Entfernung der 90 bis 100 Zentimeter starken Faulschlammschicht und eine Reduzierung der Gehölz- und Röhrichtzonen ist der Erhalt eines Freibades demnach nicht möglich", warnt der DLRG-Chef. Aus diesem Grund hat er auch ein entsprechendes Schreiben mit einem ebenso dringlichen Appell an die Langenhagener Stadtverwaltung aufgesetzt. Eine Antwort hat er indes noch nicht erhalten.

Jüttner erinnert daran, dass der Waldsee einst ausgebaggert wurde, um ihn seit August 1972 als Badeanstalt zu nutzen. Die Stadt weise ihn auch werbewirksam als "Perle im Erholungsgebiet" aus. Doch nun müssten Pflegearbeiten her, fordert der DLRG-Chef. Immerhin habe es dazu seit 2012 entsprechende Diskussionen mit den kommunalen Fachdiensten gegeben. "Die zunächst vereinbarten und von der DLRG in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Krähenwinkel begonnenen Schnittarbeiten wurden in den letzten Jahren von den Baumschutzbeauftragten untersagt", kritisiert Jüttner nun und fordert von der Stadt entsprechende Aktivitäten ein.

Als Argumente führt Jüttner an, dass im Verlauf der letzten 45 Jahren uferseitig der Waldsee mit einer dichten Gehölzzone bewachsen sei. Diese sei für "einen relevant starken Laubeintrag" in den See verantwortlich. Auch die Röhrichtzone des Sees sei nicht zu verachten. Denn sie habe "nahezu vollumfänglich eine Stärke von mehreren Metern erreicht". Sie lasse nur noch an wenigen Uferbereichen einen Zugang zum Gewässer zu. In der Folge reduzierte sich der Schwimmerbereich um etwa die Hälfte des einstigen Sees, moniert Jüttner. Als weitere Folge listet er die absterbenden Pflanzenreste auf, die für die Schlammbildung verantwortlich sind. Denn das tote organische Material und die daraus resultierende Zunahme an Nährstoffen habe eine hohe Sauerstoffzehrung zur Folge. "Hier sei auf das erstmalig aufgetretene Fischsterben im Sommer 2013 hingewiesen", warnt Jüttner und bittet die Stadt um kurzfristige Hilfe.

Im Einsatz

Die Ortsgruppe Krähenwinkel konnte im vergangenen Jahr mehr als 1800 geleistete Stunden nachweisen. Die gemeinsame Tauch- und Bootskomponente der Feuerwehr und der DLRG Krähenwinkel unterstützte beispielsweise die Polizei im Sommer 2016 bei der Suche von Leichenteilen am Wietzesee Langenhagen.

Ehrungen

Der DLRG-Vorsitzende Björn Jüttner konnte für zehnjährige Mitgliedschaft die Krähenwinkler Jette und Minje Jüttner mit dem Ehrenzeichen in Bronze auszeichnen. Für gar 40-jährige Mitgliedschaft erhielt Bettina Schulz das Ehrenzeichen in Silber. Sebastian Wehmeyer erhielt das Verdienstabzeichen in Bronze.

Von Sven Warnecke

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