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Langenhagen Zähne zeigen

Was hilft gegen soziale und politische Missstände? Wenn es nach Sänger Daniel Schulz geht, wohl eine Prise gute Laune und ein so breites Lächeln, dass die Zähne zu sehen sind. Der Frontmann der Band "Unzucht" hat am Donnerstag mit akustischer Begleitung auf seiner Blitztour im daunstärs Halt gemacht.

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Sänger Daniel Schulz zeigt bei seinem Konzert im daunstärs den Problemen die Zähne.

Quelle: Oehlschläger

Langenhagen. Kajal und lackierte Fingernägel? Das mache er schon seit Jahren nicht mehr, sagt Jan Hagerodt. Der Hannoversche Sänger sorgt beim Konzertabend an diesem Abend im daunstärs für das Vorprogramm. Dabei singt er bekannte Songs und Radiohits aus den Neunzigern bis heute. Einen Schritt in die Vergangenheit der glatten, pechschwarzen Haaren wagt "Hage" dann doch. So stimmt er den Titel Every Me And Every You von der Band Placebo an. Dass er kurzzeitig den Text vergisst, sei ihm verziehen – diese Zeit liegt wie gesagt ein Stück zurück. Besonders hellhörig werden die Besucher, als Hagerodts Musikschülerin Chiara Bon für die gefühlvolle Rockballade What if God was one of ihre Stimme erhebt. Für ihre Duette bekommt das Duo in der Folge anerkennenden Applaus.

Als dann Sänger Daniel Schulz mit seinen Kollegen auf die Bühne kommt, macht er die Begrüßung kurz. "Ja, da sind wir", lässt er verlauten. Vier Jahre sei es nun her, dass er mit großer Akustik-Besetzung unterwegs gewesen wäre, erzählt der Sänger der Band Unzucht. Auf seiner viertägigen Solotour macht die Kombo nun erneut in Langenhagen Station. Bereits im November vergangenen Jahres hatte der Schulz, wie er genannt wird, im Café Monopol gespielt, erzählt Organisator Sven Seidel. Da es ihm dort gefiel, habe man sich im März auf ein weiteres Konzert geeinigt. Weges des Umbaus am Jugendhaus sei man ins daunstärs ausgewichen, sagt Seidel nun - und freut sich über die lauschige Atmosphäre am Veranstaltungsort. 

Schon vor dem Beginn des Konzerts deutete sich an: Schulz hat ein enges Verhältnis zu seinen Anhängern - er ist ein Künstler zum Anfassen. Während auf der Bühne umgebaut wurde, sprach er noch bei einem Bier mit seinen Zuschauern oder rief während des Auftritts flapsig "Das Lied ist für dich, Dirk" ins Publikum. So kommt es, dass seine Fans dankend viele Einladungen zum Mitsingen oder -klatschen und nahe an die Bühne rücken annehmen. Oft zeigt sich dann das Markenzeichen des charismatischen Frontmannes: Stimmen die Zuschauer mit ein, zeigt er bei einem breiten Lächeln seine Zähne. Gepaart mit Kopftuch und schwarzen Locken kommt sein Auftreten dem eines Piraten nahe. Skurril, aber auf eine sympathische Weise. 

Diese Ausstrahlung teilen auch seine Lieder. Mit teils derben Worten prangert er soziale und politische Missstände an - verpackt in leicht greifbare Melodien und animierende Rockmusik. Was auch schief läuft in der Welt, Schulz nimmt es mit einer Prise Humor und zeigt nur vereinzelt mit erhobenem Zeigefinger auf die Übeltäter, die er ausgemacht hat.

Am Ende des Konzertabends ist Seidel "auf jeden Fall" zufrieden. "Der macht ja auch Stimmung."

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Von Nils Oehlschläger

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