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Godshorner Freibad erfährt Gnadenfrist

Langenhagen Godshorner Freibad erfährt Gnadenfrist

Noch einmal Fristverlängerung für das Freibad Godshorn. Diese Empfehlung hat der Betriebsausschuss Bad gegeben. Letztlich entscheidet aber der Langenhagener Rat, ob das Freibad bis zum 31. August betrieben werden darf – und analog dazu die Eröffnung der Wasserwelt auf den 1. Oktober terminiert wird.

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Bis zum 31. August soll nun nach dem Willen des Betriebsausschusses Bad die Open-Air-Saison in Godshorn dauern.

Quelle: Oheim (Archiv)

Langenhagen. Die drohende Schließung des Hallenfreibades Godshorn ist somit vermutlich noch einmal nach hinten verlegt worden. Der Fachausschuss Bad empfahl am Dienstagabend einmütig, den Betrieb des Freibades über den Sommer bis zum 31. August zu verlängern – auch angesichts der Sommerferien, der warmen Jahreszeit und der vielen Familien, die halt nicht in den Urlaub fahren oder reisen können, argumentierten die Befürworter.

Nun hat der Langenhagener Rat das letzte Wort. Denn bislang stand der 31. Juli als letzter Öffnungstermin für die Einrichtung an der Berliner Allee im Raum. Die Empfehlung resultiert auch aus der Tatsache, dass es für das neue Schwimmbad in Langenhagen eine nicht unerhebliche Unwägbarkeit gibt: Der Eröffnungstermin steht weiter nicht fest.

Ein Gewerk macht Probleme

Stadtbaurat Carsten Hettwer als Betriebsleiter für das neue Bad an der Konrad-Adenauer-Straße berichtete in der Sitzung, dass es „Probleme“ mit einem Gewerk gebe. Auf Nachfrage von AfD-Mitglied Achim Hinz bestätigte Hettwer schließlich, dass es sich dabei um die Fliesenleger handele, die der Stadt angesichts des ursprünglich angepeilten Eröffnungstermins Schweißperlen auf die Stirn treiben. Doch der Stadtbaurat zeigte sich zuversichtlich, dass die für diese Woche noch anberaumten Gespräche Klarheit über die Fertigstellung schaffen werden.

Ungeachtet dessen forderte die Politik mehrheitlich Planungssicherheit – auch für die Schwimmsport treibenden Vereine in Langenhagen, wie es Sportring-Präsidentin Michaela Henjes unterstrich. Aus diesem Grund soll der Freibadbetrieb in Godshorn verlängert werden. In der Konsequenz soll die Wasserwelt nach vierwöchiger Übergangs- und Einarbeitungszeit der Mitarbeiter nun erst zum 1. Oktober öffnen.

Wasserwelt soll später öffnen

Das sei auch für die Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen (GMF) GmbH als Betreiber der neuen 27 Millionen Euro teuren Wellness-Oase kein Problem, sagte Wolfgang Debus zu der Terminverschiebung. Für sein Unternehmen sei nur wichtig, für die neuen Mitarbeiter – auch für die aus Godshorn – eine entsprechende Einarbeitungszeit zu haben. „Wenn wir vier Wochen kriegen, sind wir glücklich“, betonte der GMF-Projektleiter. Die nun empfohlene Verlängerung des Badbetriebs in Godshorn sowie die sich daraus ergebenen Modalitäten werde Debus mit dem Geschäftsführer der Hallenfreibad GmbH, Stefan Otte, klären. Doch auch dabei sieht der GMF-Manager nach eigenen Angaben „kein Problem“.

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Die Würfel sind gefallen: Der Betriebsausschuss Bad stimmt für den Weiterbetrieb bis 31. August, aber auch für das Ende des Hallenfreibades Godshorn.

Quelle: Sven Warnecke

Einem Antrag zum weiteren Betrieb des Freibades über den Eröffnungstermin der Wasserwelt hinaus – wie ihn etwa die Ortsbürgermeister der drei westlichen Langenhagener Ortschaften mit Verweis auf 5000 gesammelte Unterstützer-Unterschriften sowie das BBL-Mitglied Timo Schubert fordern – erteilte der Ausschuss mit Verweis auf den gültigen Ratsbeschluss eine klare Absage. Sowohl die SPD, die meisten Vertreter der CDU als auch die Grünen und die AfD sehen darin jedoch keine Notwendigkeit. Nach Eröffnung der Wasserwelt soll Godshorn abgewickelt werden. Zumal ein Parallelbetrieb auch eine „Kanibalisierung“ der Einrichtungen bedeuten würde, wie sowohl Hettwer wie auch Debus argumentierten.

Otte betonte am Mittwoch auf Anfrage, dass er und sein Team zum 15. Mai öffnen wollen. „Wir werden die mit der Stadt geschlossene Nutzungsvereinbarung erfüllen, „solange, bis die Wasserwelt wirklich eröffnet wird“. Er warte nun den noch folgenden Ratsbeschluss ab und hofft auf „ein glückliches Ende im Sinne aller“.

Hettwer: An der Berliner Allee ist vieles denkbar

Nach mehrheitlichem Wunsch der Ausschussmitglieder soll der 
31. August das Ende für den mehr als 30-jährigen Betrieb des Hallenfreibades in Godshorn bedeuten. Ungeachtet dessen brachte Stadtbaurat Carsten Hettwer Entwürfe von Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim – kurz HAWK – über die mögliche Nachnutzung des Areals an der Berliner Allee mit. Hettwer, der dort auch als Dozent tätig ist, hatte den Masterstudenten diese Aufgabe mit auf den Weg gegeben. Innerhalb der vier Wochen seien seinen Angaben zufolge diverse Vorschläge erarbeitet worden.

„Ich war verblüfft, dass weder ein Wohn- noch ein Gewerbegebiet vorgeschlagen worden ist“, betonte Hettwer. Seine Studenten können sich auf dem Areal etwa einen Kletterpark, ein Fitness-Center samt Saunabetrieb, eine Veranstaltungsfläche, ein Motel, eine Kartbahn, eine Raststätte mit Anschluss für die nahe Autobahn 2 oder auch ein Outlet-Store vorstellen, berichtete der Stadtbaurat über die Pläne seiner Studenten. „Die Entwürfe liefern Anregungen, was dort geschehen könnte“, betont Hettwer angesichts der schon vor Jahren politisch beschlossenen Schließung des Hallenfreibades, sofern in Langenhagen ein neues Bad gebaut werden sollte.

Kommentar: Ein Freibad muss her!

Es ist nur konsequent, dass die Mehrheit der Kommunalpolitiker auf die vor Jahren beschlossene Schließung des Hallenfreibades Godshorn dringt. Einzige Bedingung: Die Wasserwelt muss auch eröffnet sein. Allerdings können danach weder Politik noch Verwaltung kaschieren, dass die Stadt künftig mit einem Defizit leben muss – nämlich dem Verlust des aus Godshorn gewohnten opulenten Freibadbetriebs. Diesen wichtigen Teilbereich durfte es ja an der Wasserwelt wegen der Kostendeckelung auf 27 Millionen Euro seinerzeit nicht geben. Entsprechende Ambitionen mussten zunächst zu den Akten gelegt werden. Doch die Pläne dafür gibt es bereits. Nun ist es an der Zeit, diese rasch aus der Schublade zu holen, um den Freibad-Plan an der Theodor-Heuss-Straße in Angriff zu nehmen. Denn nur mit dieser zusätzlichen Investition verspricht die Wasserwelt, ein voller Erfolg zu werden. Sonst besteht bei der Wasserwelt immer die Gefahr, dass die Einrichtung mit dem Makel des gefühlten Verlustes behaftet sein wird. Also los: Die schwimmenden Bürger werden es mit ihren Besuchen danken.

Von Sven Warnecke

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