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Schützen-Gemeinschaft wächst für das Fest

Langenhagen Schützen-Gemeinschaft wächst für das Fest

Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Angesichts schwindender Mitglieder und fehlender Gäste bei den Festen rücken in Langenhagen die Schützen enger zusammen. Nun feiern im August nicht nur die drei Schützenvereine der Kernstadt zusammen, sondern mit dem aus Krähenwinkel gleich vier.

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Ziehen künftig zu fünft an einem Strang als Schützen-Gemeinschaft (von links) Eckard Ferkau, Mirko Heuer, Peter Patz, Manfred Pilgrim und Michael Freiberg.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Zusammen – dann aber vernünftig – feiern, ist der richtige Weg, betont der Krähenwinkler Schützenchef Manfred Pilgrim. Er und sein Verein haben aus der Not eine Tugend gemacht. Damit ihnen nach dem Verlust des angestammten Festplatzes im Dreieck Walsroder und Wagenzeller Straße das Schützenfest nicht ins Wasser fällt, haben sie sich an die Schützen-Gemeinschaft Langenhagen gewandt.

Die Idee: Die Krähenwinkler feiern gemeinsam mit den drei in dem Zusammenschluss integrierten Vereinen Brink, Langenforth und Schützengesellschaft Langenhagen (SG). Der Beschluss fiel in Krähenwinkel nahezu einmütig, berichtet Pilgrim am Mittwoch. „Da haben dann alle etwas davon“, meint er. Sowohl der Verein, wie auch die Bevölkerung.

Der Vorsitzende der Schützen-Gemeinschaft und gleichzeitige Chef des Langenforther Vereins, Michael Freiberg, berichtet, dass in einer eigens einberufenen Delegiertenversammlung der drei Mitgliedsvereine eine hundertprozentige Zustimmung für die Aufnahme Krähenwinkels geherrscht habe.

Was zunächst als einmalige Notlösung angedacht war, soll nun zu einer dauerhaften Größe werden. Nach dem ersten gemeinsamen Schützenfest vom 25. bis 29. August werden die Krähenwinkler auch formal in die Gemeinschaft aufgenommen. Es soll eine „langfristige Partnerschaft“ werden, betonen neben Freiberg die beiden anderen Langenhagener Schützenchefs Eckart Ferkau (Brink) und Peter Patz (SG) unisono.

Und es dürften durchaus noch mehr Vereine bei der Schützen-Gemeinschaft für ein gemeinsames Fest anklopfen. Daraus machen die drei Vorsitzenden keinen Hehl. „Wir stehen weiteren Partnern grundsätzlich offen gegenüber“, berichtet Ferkau von entsprechenden Überlegungen im Vorstand.

„Die aktuellen Mitgliederzahlen machen einen Zusammenschluss durchaus notwendig“, ergänzt Freiberg. Es dürfe keine Denkverbote geben. Denn auch die Schützenfeste seien heute nicht mehr so besucht, wie noch vor einigen Jahrzehnten. Dafür gebe es einfach auch zu viele andere Veranstaltungen in den Ortschaften. „Das macht eine Bündelung notwendig“, betont der Langenforther Vereinschef. Genau diese Erkenntnis hatte bereits 1962 zur Gründung der Schützen-Gemeinschaft in Langenhagen geführt, ruft Freiberg in Erinnerung.

Neben den vier Vereinen ist auch die Stadt Langenhagen als fünftes Mitglied in der Schützen-Gemeinschaft. „Mir ist daran gelegen, das Schützenwesen wieder zu befördern und ein bisschen Schwung hineinzubringen“, sagt Bürgermeister Mirko Heuer, der in die Überlegungen von Beginn an eingebunden war. „Ein gutes Schützenfest ist ein Gewinn für beide Seiten“, meint er vor allem auch mit Blick auf die Bürger. Denn in Langenhagen werde nun einmal ein Volks- und Schützenfest gefeiert.

Kommentar von Sven Warnecke

Alte Zöpfe müssen ab

Da heißt es vielerorts, die Schützen seien in alten Traditionen verhaftet. Das dem nicht immer so ist, beweisen die Langenhagener Vereine. Sie haben bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert mit der Gründung der Schützen-Gemeinschaft ein Volksfest generiert – und sich so einem breiten Publikum geöffnet. Daran sollten sich auch andere Vereine orientieren. Aus diesem Grund müssen die alten Zöpfe ab: Statt sich in Zeiten schwindender Mitgliederzahlen und ausbleibender Besucher im Dorfe für ein kleines Fest ins Vereinsheim zurückzuziehen, müssen sich die Vereine zusammenschließen. Denn es geht heute nur noch gemeinsam. Um Werbung in eigener Sache zu machen, dürfen sich Schützenvereine durchaus in Langenhagen Impulse holen. Denn nur so lässt sich Tradition auch in Zukunft erhalten. Zum Wohle des Schützenwesens.

Von Sven Warnecke

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