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Rieselfelder werden nicht bebaut

Langenhagen Rieselfelder werden nicht bebaut

Das Thema Rieselfelder bewegt die Langenhagener. Nun hat die Politik einen Schlussstrich unter die von der Stadtverwaltung favorisierten Idee einer - wenn auch vorsichtigen - Bebauung am Ostrand des Eichenparks gezogen. Darauf weisen seit dem Wochenende auch große Plakate hin.

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Seit dem Wochenende sichtbar: Die Rieselfelder werden nicht bebaut.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Da ist die sich die Politik ausnahmsweise mal in Langenhagen einig: Die Rieselfelder sollen nicht bebaut werden – lediglich parktypische Anlagen sind erlaubt. Punkt, aus, Ende. Mit diesem jetzt von der CDU in den Stadtplanungsausschuss eingebrachten und einstimmig beschlossenen Antrag muss die Verwaltung ihre Idee, einen Teil des Areals an der Theodor-Heuss-Straße als Bauland zu entwickeln, zu den Akten legen. Zumindest vorerst. Denn wie allgemein bekannt, können sich Ansichten und politische Mehrheiten ändern.

Das haben auch die Langenhagener Grünen gemerkt. Sie haben bereits vor 30 Jahren in den ersten rot-grünen Koalitionsvertrag ein „Nein“ zur Bebauung der Rieselfelder formuliert, sagt Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt am Montag auf Anfrage. Und das nun dort weit sichtbare Plakat wollen weder er noch Ulrike Jagau, Grünen-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, als vorzeitigen Wahlkampf verstanden wissen. Vielmehr als Signal „es ist vollbracht“, meinte Jagau gestern.

Rückblick: Seit Jahren sind die Fronten klar. Der Rat möchte das Areal im Herzen Langenhagens als Stadtpark weiter entwickeln. Dazu gibt es auch einen aus 2012 datierten Ratsbeschluss. Nun haben Landschaftsplaner auf Geheiß der Stadt ihre Entwürfe vorgelegt. Und diese sehen Teilbereiche durchaus als mögliche, vor allem aber äußerst attraktive Baufläche. Der Vorwurf der Politik: Die Verwaltung ignoriere, wie berichtet, schlichtweg den politischen Beschluss.

Seit dem Wochenende ist nun auch gut sichtbar klar: Die Rieselfelder werden nicht bebaut. Denn nach einem Vortrag von Landschaftsplanerin Andrea Gebhardt und der Vorstellung von vier verschiedenen Varianten ist nun Fakt: Dort soll es nur Natur geben – vielleicht die eine oder andere parktypische Bebauung. Damit sind etwa Sitzmöbel, Spielplätze oder Kunstwerke gemeint. Auf gar keinen Fall wird es dort Häuser geben oder einen zweiten Standort für das Schulzentrum. Gebhardt stufte das Kleinod im Herzen der Stadt als „sehr wertvoll“ ein und bezeichnete ihn als „verborgenen Schatz“.

Doch die Architektin übte durchaus auch Kritik. Etwa am Zustand der Stadtpark-Teiche. Der sei „ganz bedauernswert“, meint Gebhardt mit Blick auf das aus bislang ungeklärter Ursache schwindende Wasser. Sie warb dafür, diesen „ganz wichtigen Bereich“ nicht in „kleine Löcher“ zu verwandeln, wie es etwa dem Naturschutzbund mit der Anlage von Feuchtbiotopen vorschwebt. Sie appellierte an die Verantwortlichen, dort weiter große Wasserflächen vorzuhalten. Auch wenn dazu „Geld in die Hand“ genommen werden müsste, um Wasser einzuleiten, betonte Gebhardt.

Lob gab es indes von der Landschaftsarchitektin für die Idee, im Stadtpark die alten Wegeverbindungen zu rekonstruieren. Denn die Wege und damit die Zugänglichkeit in das Gebiet seien immens wichtig. Das sollte auch bei der anstehenden Sanierung des Schulzentrums bedacht werden. „Sie sollten alles tun, um den Park zu stärken“, appellierte sie. Gleichwohl erteilte sie dem Plan, im Westen – also im Bereich Lentehof –, Wohnbebauung vorzusehen, eine klare Absage. „Im Herzen des Parks darf nichts passieren“, mahnte Gebhardt.

Nun hat die CDU einen Antrag gestellt, der eine Bebauung jedweder Art explizit ausschließen soll. Mit ein paar Ergänzungen – eben etwa für den Bau parktypischer Anlagen sowie einem moderierten weiteren Verfahren, um möglichst viele verschiedene Interessengruppen in die Planungen zur Zukunft des Stadtparks einzubinden –, passierte der Antrag jetzt fraktionsübergreifend und einstimmig den Stadtplanungsausschuss. Nun ist erneut die Stadtverwaltung gefordert, die möglichst bis Juni der Politik ein Konzept vorstellen soll.

Allerdings appellierte Dietmar Grundey von der CDU „aus eigener Erfahrung“, wie er bekundete, an das Gremium und die Verwaltung, dass gesamte Areal der Rieselfelder zu beproben. Denn manchmal schlummerten im Untergrund durchaus gefährliche Rückstände ob ihrer alten Funktion. Nämlich als Kläranlage. „Das kostet nicht die Welt“, betonte der Christdemokrat.

Von Sven Warnecke

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